Studie zeigt: Viele Deutsche scheuen eine Lösung für ihren Hörverlust

Mehr als die Hälfte der befragten Deutschen haben das Gefühl schlecht zu hören / Nur 16 Prozent davon tragen Hörgeräte

(lifePR) ( Stäfa, Schweiz, )
55 Prozent der befragten Deutschen haben das Gefühl schlecht zu hören. Davon wurden zwei Drittel auch schon von Familienmitgliedern oder Freunden auf ihr schlechtes Hören angesprochen. Doch nur 16 Prozent der Befragten, die bei sich einen Hörverlust vermuten, tragen Hörgeräte. Ein möglicher Grund: 79 Prozent der Umfrageteilnehmer glauben, dass sich Menschen gegen Hörgeräte entscheiden, weil sie sich nicht öffentlich zu ihrem Hörverlust bekennen möchten. Diese und weitere Fakten liefert die internationale Studie „So hört die Welt" der Hear the World Foundation.

Das Gehör ist unser leistungsfähigstes Sinnesorgan: Es ist 24 Stunden am Tag im Einsatz, kann bis zu 400.000 Töne unterscheiden und verarbeitet etwa 50 Eindrücke pro Sekunde – doppelt so viele wie unsere Augen. Dennoch wird seine Bedeutung in unserer visuell geprägten Welt oft vernachlässigt – zu Unrecht. Mit der Publikation der Studie „So hört die Welt" möchte die Hear the World Foundation die breite Öffentlichkeit für diese Vernachlässigung sensibilisieren, unterstreicht damit die Bedeutung guten Hörens und gibt Tipps zum Schutz des Gehörs.

Die wichtigsten Studienergebnisse für Deutschland auf einen Blick:


Eigenes Bewusstsein für den Hörverlust: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Befragten haben das Gefühl, dass sie zumindest manchmal schlecht hören. Davon denken 59 Prozent, dass sie von einem leichten, 31 Prozent, dass sie von einem moderaten und 4 Prozent, dass sie von einem starken Hörverlust betroffen sind.
Wahrnehmung des Hörverlusts durch das Umfeld: 66 Prozent der Umfrageteilnehmer, die bei sich von einem Hörverlust ausgehen, wurden auch bereits von Familienmitgliedern oder Freunden auf ihr schlechtes Hören angesprochen. Bei den Befragten, die überzeugt sind gut zu hören, war dies bei 14 Prozent der Fall.
Einen Hörtest gemacht: 42 Prozent der Befragten haben sich in den vergangenen fünf Jahren einem Hörtest unterzogen.
Wenige tragen ein Hörgerät: Nur 16 Prozent der Befragten, die bei sich von einem Hörverlust ausgehen, sind mit Hörgeräten versorgt.
Der mögliche Grund: 79 Prozent der Befragten denken, dass die Angst, sich öffentlich zu einem Hörverlust zu bekennen, ein möglicher Grund ist, warum Betroffene sich gegen Hörgeräte entscheiden. 26 Prozent von ihnen sind sogar fest davon überzeugt, dass dies der Grund ist.


Hörverlust oft unversorgt – der Anstoß aus dem Umfeld kann helfen

Die Studienresultate zeigen, dass Betroffene sehr häufig von Familienmitgliedern und Freunden auf ihren Hörverlust angesprochen werden. Dennoch entscheiden sich nur 16 Prozent von ihnen, ihren Hörverlust mit Hörgeräten versorgen zu lassen. „er Prozess vom Bewusstsein bis hin zur Versorgung eines Hörverlusts braucht Zeit. Familie und Freunde können dabei eine entscheidende Rolle einnehmen, indem sie den Betroffenen durch diesen Prozess begleiten.

Unsere Erfahrung zeigt, dass sich Betroffene viel öfter für ein Hörgerät entscheiden und damit zufriedener sind, wenn sie von ihrem Umfeld unterstützt werden", so Dr. med. Dorothe Veraguth, Leitende Ärztin am Universitätsspital Zürich.

Dass nicht nur der Betroffene selbst, sondern auch sein Umfeld von der Entscheidung für ein Hörgerät profitieren, hat bereits die Studie „Hören ist Leben" der Hear the World Foundation aufgezeigt. 78 Prozent der befragten Hörgeräteträger sagen, dass sich die Aktivitäten im Freundeskreis zum Positiven verändert haben, und 73 Prozent geben an, dass sich die Beziehung zu ihren Familienangehörigen durch das Tragen der Hörgeräte verbessert hat.

Tipps zum Schutz des Gehörs:


 Nicht zu laut aufdrehen: Ein Lärmpegel unter 85 dB gilt als sicher für unser Gehör. Wenn man Musik über Audio-Geräte hört, die Lautstärke auf nicht mehr als 60 Prozent des Maximalvolumens aufdrehen.
 Musik über Kopfhörer hören, die gut sitzen und die Umgebungsgeräusche ausblenden. So kann man Musik in lauter Umgebung auch bei niedrigeren Lautstärken genießen.
 Bei Konzerten, in Diskos und anderen lauten Umgebungen Ohrstöpsel tragen. Diese können den Lärmpegel um 5 bis 45 dB reduzieren.
 Smartphone Apps nutzen, mit denen sich der Umgebungslärm messen lässt.
 Zur Regeneration bewusst akustische Pausen einlegen und alle Lärmquellen ausschalten.
 Das Gehör regelmäßig durch einen Spezialisten überprüfen lassen.


Über die Studie

Für die Studie „So hört die Welt" hat das Marktforschungsinstitut Research Now von September bis November 2015 je 1.000 Frauen und Männer in Deutschland, der Schweiz, USA, Brasilien und China im Alter von 16 bis 55 Jahren rund um die Themen Hören und Hörverlust befragt.
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