Montag, 11. Dezember 2017


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Bauindustrie-Hauptgeschäftsführer Michael Knipper: Gute wirtschaftliche Lage nicht durch politische Instabilität gefährden

Wohnungsbaupolitik der Kommunen muss offensiver werden / Digitalisierung wichtiger Taktgeber auch beim Hochbau

Berlin, (lifePR) - „Die deutsche Bauindustrie blickt zuversichtlich in die Zukunft. Wir stehen in allen Geschäftsfelder des Hoch- und Tiefbaus konjunkturell auf einer sehr soliden Basis. Damit das so bleibt, brauchen wir in Deutschland verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen, aber auch politische Stabilität, um die Zukunftsfragen im Bildungsbereich, in der Infrastruktur und bei der Digitali­sierung jetzt angehen zu können.“ Dies erklärte RA Michael Knipper, Haupt­geschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), heute vor der Baufachpresse in Berlin. Knipper sieht die politisch Verantwortlichen in der Pflicht, den Erfolg der deutschen Wirtschaft und damit auch der Bauindustrie nicht aufs Spiel zu setzen. „Daher gilt für uns: Auch wenn es schwierig wird - es muss jetzt so schnell wie möglich eine handlungsfähige Regierung gebildet werden, um das Vertrauen in den Standort Deutschland nicht zu gefährden“, forderte Knipper.

Insbesondere beim Wohnungsbau habe die deutsche Bauindustrie schon viel geleistet. Mit 320.000 Einheiten sei die Zahl der Wohnungs­fertigstellungen im laufenden Jahr seit 2009 verdoppelt, in Mehrfamilienhäusern und Wohnheimen sogar verdreifacht worden. Vor dem Hintergrund stagnierender Genehmigungs­zahlen im Geschosswohnungsbau appellierte Knipper jedoch an die Kommu­nen, die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau zu verbessern: „Um mittelfristig die jährlich benötigten 400.000 Wohnungen an den Markt bringen zu können, muss in den Ballungszentren mehr Bauland ausgewiesen werden. Gleichzeitig müssen die Planungs- und Genehmigungsverfahren viel kürzer werden. Drei bis sieben Jahre vom Beginn eines Vorhabens bis zur Fertig­stellung sind kein akzeptabler Zeitraum“, stellte Knipper fest.

Ein wichtiges Standbein des Wohnungsbaus sei zukünftig das serielle Bauen: „Über Skalierbarkeit und einer stärkeren Industrialisierung des Wohnungsbaus durch serielle Fertigung sowie einer engen Verzahnung von Planen und Bauen ist Geschosswohnungsbau bezahlbar. Die vom GdW Bundesverband Deut­scher Wohnungs- und Immobilienunternehmen auf den Weg gebrachte europa­weite Ausschreibung einer Rahmenvereinbarung, die Planen und Bauen aus einer Hand abfordert, unterstützen wir daher gemeinsam mit dem Bundes­bauministerium und der Architektenkammer.“ Ziel sei es, im Frühjahr 2018 eine Rahmenvereinbarung über den Neubau von mehrgeschossigen Wohnge­bäuden in serieller und modularer Bauweise mit insgesamt fünf bis zehn Bieter­gemeinschaften aus Planung und Ausführung abzuschließen. Knipper wertete dies als einen Ausdruck des großen Interesses am gemeinsamen Handeln in der Wertschöpfungskette.

Auch die Digitalisierung sieht Knipper als einen wichtigen Taktgeber sowohl für den seriellen Wohnungsbau als auch für den gesamten Hochbaubereich. „Der jetzt von den Bundesministerien Bau und Wirtschaft gestartete Branchendialog zur Digitalisierung im Hochbaubereich ist aus unserer Sicht ein wichtiger Anfang, um Building Information Modeling (BIM) zum Durchbruch zu verhelfen. Wir begrüßen es sehr, wenn der Bund seine Erfahrungen aus Pilotprojekten in Berlin, Wien und Weilerbach jetzt in der Ausschreibungs- und Vergabepraxis berücksichtigt. Denn die Bauwirtschaft hat keine Zeit zu verlieren, damit die Bauwirtschaft auch international wettbewerbsfähig bleibt. Die Digitalisierung ist ein zentraler Schlüssel hierfür“, erklärte Knipper.

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