Freitag, 24. November 2017


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Bühren: Kammern und KVen müssen schnell Konzepte liefern!

Berlin, (lifePR) - Der Hartmannbund appelliert nachdrücklich an Kassenärztliche Vereinigungen und Ärztekammern, zeitnah konkrete Vorschläge vorzulegen, die es Ärztinnen in der Niederlassung - vor allem auch in Einzelpraxis - ermöglichen, Mutterschutz- und Elternzeiten wahrzunehmen, ohne dass dadurch die Versorgung vor Ort eingeschränkt wird und die Ärztinnen in wirtschaftliche Not geraten. "Der alleinige Verweis auf die Möglichkeit der Anstellung in der Niederlassung wird weder der Versorgungssituation noch unserer Vorstellung einer freien Berufsausübung gerecht", sagte das Hartmannbund-Vorstandsmitglied Dr. Astrid Bühren. Ein Kinderwunsch dürfe kein Hinderungsgrund für die Entscheidung zur Niederlassung sein.

Fakt ist: Der Anteil an Frauen in der Versorgung liegt zurzeit bei rund 43 Prozent - Tendenz steigend. Denn: Der Anteil der Medizinstudentinnen beträgt inzwischen 64 Prozent. Vor diesem Hintergrund und angesichts des zunehmenden Ärztemangels auch in der Niederlassung sei, so Bühren, die Berücksichtigung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in diesem Sektor dringend geboten, um genügend ärztlichen Nachwuchs für die ambulante Versorgung gewinnen.

Bühren verwies darauf, dass das Europäische Parlament und der Europäische Rat im Sommer dieses Jahres eine Richtlinie zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen erlassen hatten, die eine selbständige Erwerbstätigkeit ausüben (2010/41/EU. Die EU-Richtlinie verpflichtet seine Mitgliedstaaten, Mutterschaftsleistungen für selbständige Frauen entsprechend denen abhängig beschäftigter Frauen zu gewähren. In Deutschland bedeutet dies, dass ein Mutterschutz sechs Wochen vor und acht Wochen nach dem errechneten Entbindungstermin gewährt und finanziert werden muss. Auch Ehepartnern, die in der Praxis ihres Partners arbeiten, soll dieser Schutz zu Gute kommen. Um den Besonderheiten der selbständigen Tätigkeit Rechnung zu tragen, empfiehlt die EU den Mitgliedstaaten, den betroffenen Frauen Zugang "zu jeglichen bestehenden Diensten zur Bereitstellung einer zeitlich befristeten Vertretung, die eine Unterbrechung ihrer Erwerbstätigkeit wegen Schwangerschaft oder Mutterschaft" als Alternative oder Teil der Mutterschaftsleistung zu ermöglichen. Die Mitgliedstaaten dürfen lediglich entscheiden, ob die Mutterschaftsleistungen obligatorisch oder freiwillig gelten sollen.

Bühren: "Der Gesetzgeber ist gehalten, die Richtlinie bis August 2012 abschließend umzusetzen. Die Körperschaften täten gut daran, hier ein eindeutiges Signal zu setzen und durch konstruktive Vorschläge zu einer praxisnahen und existenzsichernden Umsetzung beizutragen."

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