Freitag, 15. Dezember 2017


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Deutliche Umsatzsteigerungen für das nord-, ost- und mittelhessische Handwerk. Konjunkturaussichten 2017 bleiben positiv

Handwerkskammer Kassel stellt Konjunktur-Jahresbilanz 2016 vor

Kassel, (lifePR) - Äußerst zufrieden ist das nord-, ost- und mittelhessische Handwerk mit der Jahresbilanz 2016. Mehr als 8,7 Milliarden Euro setzte es im vergangenen Jahr um. Die Umsätze stiegen im Jahresverlauf nominal um 4,2 Prozent (+351 Mio. Euro) und lagen damit über der optimistischen Prognose vom Jahresanfang (+2,5 Prozent). Für dieses Jahr geht die Handwerkskammer von einer weiteren Umsatzsteigerung aus. Allerdings wird es aufgrund des Fachkräftemangels kaum positive Beschäftigteneffekte im Handwerk geben. Im Durchschnitt arbeiteten im Jahr 2016 rund 90.500 Menschen in den über 16.000 Handwerksbetrieben des Kammerbezirks.

Die Stimmung in den Betrieben war über das gesamte Jahr hinweg ausgezeichnet. Durchschnittlich bezeichneten 86,5 Prozent ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Das war gegenüber dem starken Vorjahr eine weitere Steigerung. Vor allem das Ausbaugewerbe und das Handwerk für den gewerblichen Bedarf boomte. Auch die weiteren Geschäftsaussichten werden vom Gesamthandwerk optimistisch beurteilt, durchschnittlich 87,5 Prozent zeigten sich hier sehr zuversichtlich (Vj: 84 Prozent). Somit konnte der Geschäftsklimaindex gegenüber dem Vorjahr (120,3 Punkte) noch weiter klettern und lag mit 124,4 Punkten auf Rekordniveau und sehr deutlich über dem langfristigen Durchschnittswert (95,3 Punkte).

Sowohl bei den Auftragseingängen als auch bei den Umsätzen gab es gegenüber 2015 signifikante Steigerungen, mit der Folge, dass die Auftragsreserven im Jahresverlauf auf durchschnittlich 6,8 Wochen weiter anstiegen (Vorjahr: 6,5 Wochen). Die gute betriebliche Auslastung konnte gegenüber 2015 ebenfalls um einen knappen Prozentpunkt auf 78,2 Prozent steigen. Dabei arbeitete ca. jeder vierte Betrieb permanent an der Kapazitätsgrenze, d.h., viele Überstunden waren erforderlich um alle Aufträge abzuarbeiten was die Fachkräfteproblematik ebenfalls unterstreicht. Dies kann allerdings kein Dauerrezept sein. Daher sind auch die verstärkten Ausbildungsbemühungen ein geeignetes Mittel. 2016 wurden im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk 2.862 neue Lehrverträge abgeschlossen worden, das ist gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 3,0 Prozent.

Prognose 2017

Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen prognostiziert die Handwerkskammer für 2017 ein weiteres Umsatzplus von ca. 2,5 Prozent (217 Mio. Euro). Bei den Beschäftigten wird es aufgrund des Fachkräftemangels nur geringe positive Effekte geben (0,1 Prozent). Die aktuell vollen Auftragsbücher, die Arbeitsmarktentwicklung und die Einkommenszuwächse in der Region sollten das positive Konsumklima weiterhin unterstützen. Der Bauboom wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter fortsetzen. Auch bei den öffentlichen Ausgaben gibt es positive Tendenzen. Allerdings gibt es große Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft: Die weiteren Auswirkungen des Brexit und das Rätselraten über den künftigen Kurs der neuen US-Politik geben zumindest Anlass zur Sorge.

Konjunkturmerkmale nach Gewerbegruppen:

Bau: Die Betriebe des Bauhauptgewerbes profitieren u.a. von der gestiegenen öffentlichen Nachfrage. Allerdings besteht hier noch weiterer Spielraum. Die Auftragsreichweite ist gegenüber 2015 auf 6,7 Wochen gestiegen. Die Betriebsauslastung bleibt hoch, durchschnittlich bei 78,5 Prozent. Betriebe blicken insgesamt sehr zuversichtlich in die Zukunft.

Ausbau: Das Ausbaugewerbe boomt. Weiterer Schub gegenüber dem starken Vorjahr gibt es vor allem dank der weiterhin hohen Nachfrage durch den wachsenden Wohnungsmarkt und Sanierungen im Bestand. Mehr als jeder zweite Betrieb schätzt die Geschäftslage als gut ein, nicht einmal jeder zehnte als schlecht. Die Auftragsreserven liegen bei knapp 8 Wochen.

Gewerblicher Bedarf: Die industriellen Zulieferer sind sehr zufrieden, auch wenn es leichte Abschläge gegenüber dem Vorjahr gab. Durchschnittlich 93 Prozent berichten von mindestens zufriedenstellenden Geschäften. Die Auftragsreserven liegen inzwischen bei knapp 10 Wochen. Die weitere Einschätzung durch die gute Industrienachfrage bleibt positiv.

Kraftfahrzeug: Das Kfz-Handwerk liegt deutlich unter dem Durchschnitt des Gesamthandwerks, aber gegenüber 2015 gab es deutliche Aufwärtstendenzen in der Geschäftslagebewertung. PKW-Absätze sind gestiegen und die Werkstätten besser ausgelastet. Es bleibt allerdings noch Luft nach oben. Immerhin zeigte sich in 2016 jeder fünfte Betrieb mit der aktuellen Geschäftslage unzufrieden. Insgesamt haben die Betriebe wieder bessere Zukunftserwartungen.

Nahrungsmittel: Die Geschäftslage in den Lebensmittelhandwerken bleibt gut, auch wenn gegenüber 2015 leichte Abwärtstendenzen erkennbar sind. 89 Prozent bezeichnen die Geschäftslage als gut oder befriedigend (Vorjahr: ebenfalls 89 Prozent), allerdings ist der Anteil der gut-Meldungen rückläufig. Aufgrund der guten Verbraucherstimmung erwarten die meisten Betriebe eine Fortsetzung der guten Lage.

Gesundheit: Eine Fortsetzung der guten Konjunktur erleben die Gesundheitshandwerke. 89 Prozent zeigen sich mindestens zufrieden. Die Auftragslage bleibt gut und auch die Erwartungen bleiben sehr zuversichtlich. Das gute Konsumklima und die demografische Entwicklung machen sich hier besonders bemerkbar. Umsatzentwicklung und Auftragsbestand bleiben auf hohem Niveau.

Persönliches Dienstleistungsgewerbe: Deutlich schlechter als das Gesamthandwerk stellt sich das persönliche Dienstleistungsgewerbe dar. Der Anteil der Unzufriedenen ist hier mit 23 Prozent am höchsten, aber auch hier ist der Trend aufwärts gerichtet und die Lage ist deutlich über dem Niveau der gesamten Vorjahre. Umsätze haben gegenüber dem Vorjahr leicht zugelegt.

 

Handwerkskammer Kassel

Zum Handwerk im Kammerbezirk Kassel (Stadt Kassel, Landkreise Kassel, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Marburg-Biedenkopf und Fulda) gehören gut 16.000 Betriebe, die 90.500 Mitarbeiter beschäftigen und 7.200 junge Menschen ausbilden und einen Umsatz von 8,95 Milliarden Euro erwirtschafteten.

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