Mädchen in Männerberufe

Erzählcafé: Immer mehr Frauen ergreifen Handwerksberufe, aber das Potenzial ist längst noch nicht ausgeschöpft

(lifePR) ( Ostfriesland, )
Die Handwerkskammer für Ostfriesland und die Agentur für Arbeit Emden-Leer wollen den weiblichen Nachwuchs öfter in typisch männliche Berufe locken. Bereits zum zweiten Mal veranstalteten sie hierfür ein Erzählcafé im Berufsbildungszentrum (BBZ) in Aurich mit 49 Schülerinnen der 9. Klassen von der Integrierten Gesamtschule Aurich-West und der Hauptschule Aurich.

„Immer mehr Frauen erobern männerdominierte Handwerksberufe“, berichtete BBZ-Geschäftsführerin Angela Mandel. Zuwächse seien im Maler- oder Tischlerhandwerk zu erkennen, wie auch im Kfz-Gewerbe. „Es gibt aber noch viel Luft nach oben“, sagte sie. In den gewerblich-technischen Sparten herrsche ein deutlicher Männerüberschuss. „Wir wollen den Mädchen Mut machen, aus den Rollenklischees auszubrechen, damit sie einen Beruf ergreifen, der auch ihren Neigungen entspricht“, ergänzte Marlies Malec, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit. Mathematik, Naturwissenschaften und Technik seien eben nicht nur Männersache. Sorgen müssten sich die Schülerinnen dennoch nicht machen, wenn sie in diesen Fächern nicht brillierten, versicherten die drei weiblichen Auszubildenden in der Interviewrunde. Im praktischen Zusammenhang seien viele mathematischen oder technischen Abläufe einfacher zu begreifen.

Über den Beruf zur Malerin und Lackiererin schilderte Lisa Collmann (19) den Schülerinnen ihre Eindrücke als Lehrling beim Maler- und Lackierermeister Ralf Conrads (Aurich). Angst vor dreckigen Händen dürfe man nicht haben, sagte die Westerholterin. Das treffe auch auf die Berufswahl der 19-jährigen Jennifer Greiner zu. Die Wittmunderin erzählte, wie es in der Kfz-Werkstatt von Meister Thorsten Janssen (Wittmund) zugeht. Sie lernt im 3. Lehrjahr den Beruf zur Kfz-Mechatronikerin und ist vollauf zufrieden. Auch Laura-Marie Bürkner (18) muss sich in einer Männersparte durchsetzen. Die Auricherin ist eine der wenigen weiblichen Auszubildenden zur Feinwerkmechanikerin bei der Enercon-Tochterfirma Mechanic Anlagenbau (Aurich). Alle haben in ihren Aussagen eines gemein: „Man bekommt es auch als Frau hin.“ Ein Bürojob wäre für die Frauenriege nicht das richtige gewesen. Das Praktische läge ihnen mehr. Sie gaben den Mädchen für die Berufswahl ihrer Branchen mit auf den Weg, sich durchzusetzen. Wer auf den einen oder anderen Spruch kein Paroli bieten könne, der hätte es schwer.

Im Anschluss durften die Schülerinnen ihre handwerklichen Fähigkeiten während einer praktischen Übung in der Elektrowerkstatt ausprobieren. Gemeinsam mit BBZ-Ausbildern und den Auszubildenden bastelten sie das Geschicklichkeitsspiel „Der heiße Draht“.
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