Samstag, 21. Oktober 2017


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Handwerkskammer Dresden gibt Herbst-Konjunkturbericht heraus

Licht und Schatten: Herbststimmung im Handwerk ist gemischt

Dresden, (lifePR) - Die konjunkturelle Herbststimmung der Handwerkswirtschaft im Kammerbezirk Dresden ist relativ positiv und stabil, sie weist dennoch Licht und Schatten auf.

Die anhaltende Weltwirtschaftskrise ging auch am Handwerk nicht spurlos vorüber. Der Herbst-Konjunkturbericht der Kammer zeigt deutliche branchenspezifische und regionale Unterschiede auf.

Ihre Geschäftslage schätzen 34 Prozent der Unternehmen als gut ein. Die Bewertung fiel besser aus als noch im Frühjahr erwartet. Jeder Fünfte beurteilt seine Lage als schlecht. Hier sind die Zahlen rückläufig.

Die Umsätze entwickelten sich zwar günstiger als prognostiziert, doch reichten sie nicht an die Wachstumswerte der Jahre 2006 und 2007 heran. Bei fast der Hälfte der Unternehmen blieb der Umsatz im 3. Quartal gegenüber dem Vorquartal stabil, 23 Prozent verbuchten Umsatzsteigerungen.

Auch die Auftragslage ist besser als zunächst vermutet. 72 Prozent meldeten gleich bleibende, zum Teil auch steigende Auftragseingänge im 3. Quartal 2009. Vor einem Jahr waren es 63 Prozent.

Die Beschäftigungsquote im Handwerk im Kammerbezirk Dresden konnte von der saisonalen konjunkturellen Belebung im dritten Quartal ganz leicht profitieren. Die Zahl der Mitarbeiter stieg bei den befragten Firmen um durchschnittlich 0,6 Prozent. Der Personalzuwachs fiel für diese Jahreszeit vergleichsweise gering aus.

Die vorhergesagte Insolvenzwelle hat das Handwerk in Sachsen bisher weitgehend verschont.

Im ersten Halbjahr 2009 mussten insgesamt 181 Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Dresden Insolvenz anmelden. Angesichts zu erwartender Liquiditätsprobleme und Finanzschwierigkeiten sowie der sinkenden Eigenkapitaldecke muss allerdings mit einem Anstieg der Insolvenzverfahren auch bei einem wirtschaftlichen Aufschwung gerechnet werden.

Die Investitionstätigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 32 Prozent der Befragten investierten durchschnittlich 46.000 Euro je Betrieb. Damit erhöhte sich sowohl die Zahl der investierenden Betriebe als auch das Investitionsvolumen.

Ausgelöst durch die Konjunkturpakete scheint die Stimmung in der Handwerkswirtschaft allerdings übersteigerter als dies die tatsächliche Umsatz- und Auftragssituation zulassen.

Handwerkskammerpräsident Claus Dittrich bemerkte dazu: "Fast alle unserer handwerklichen Unternehmen erwarten die positiven Auswirkungen des Konjunkturpaketes.

Das gelockerte Vergaberecht erweist sich dabei als besonders hilfreich und diese Erfahrungen sollten auch bei der künftigen Gestaltung des Vergaberechts Berücksichtigung finden." Als einzigen Kritikpunkt merkte Dittrich an, dass sich die Betriebe mehr Transparenz durch Städte und Kommunen bei der Vergabe der Aufträge wünschen würden.

Die eingesetzten öffentlichen Investitionsmittel und anderen staatlichen Anreizprogramme wirkten sich besonders im Bau- und Ausbaugewerbe günstig auf die Stimmungslage aus.

Auch ohne die indirekte Förderung des Neuwagenabsatzes durch den Staat hätten sicherlich viele Autohäuser in diesem Jahr noch viel schlechtere Betriebsergebnisse. Des Weiteren investieren auch die Verbraucher und Handwerkskunden in höherwertige Güter und Ausstattungen. Das Konsumklima ist ungebrochen gut.

Im regionalen Vergleich verzeichnete der Landkreis Görlitz die beste konjunkturelle Stimmung und den höchsten Stimmungsanstieg. Weiterhin unterdurchschnittliche Ergebnisse lieferte das Handwerk im Landkreis Meißen. Im Handwerk der Stadt Dresden war das Klima erheblich gedämpfter als während der überdurchschnittlich guten Lage vor genau einem Jahr. Im Branchenvergleich kamen die besten Stimmungen aus den Gesundheits- und Nahrungsmittelhandwerken, während im Kfz-Handwerk die Lage deutlich unterkühlt blieb.

Trotz starker Unsicherheiten in einigen Branchen und Regionen behalten die Handwerksbetriebe ihre optimistische Einstellung und blicken laut Befragung hoffnungsvoller in die Zukunft als noch vor einem Jahr.

Die Erwartungshaltung des Handwerks ist von den unterschiedlichen Kundenprofilen geprägt. Werden derzeit noch von öffentlichen Auftraggebern genügend Aufträge ausgelöst, so ist nach dem Auslaufen der Konjunkturpakete die Zukunft über weitere Aufträge ungewiss.

Investitionen verschiedener Branchenzweige der Wirtschaft, von denen das Handwerk profitiert, blieben verhältnismäßig hoch. Mittelfristig ist auch hier durch die Verschlechterung des Ratings und der Finanzierungsbedingungen der Unternehmen mit einem Rückgang dieser Investitionen, das heißt Handwerksaufträgen, zu rechnen.

Um eine stabile Wirtschaftslage im Handwerk nachhaltig zu sichern, wird die tatkräftige Unterstützung seitens der Politik benötigt. "Die derzeitige wirtschaftliche Situation erfordert die Setzung neuer politischer Rahmenbedingungen, so die Umsetzung eines leistungsorientierten und transparenten Steuerrechts, damit ein selbsttragender und nachhaltiger Aufschwung erreicht werden kann", sagte Dittrich im Rahmen der Pressekonferenz.

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