Handwerk verärgert über Pressemitteilung der Arbeitsagentur Dortmund

Zuwachs an betrieblichen Ausbildungsstellen beträgt Ende Juli circa 11,7 %

(lifePR) ( Dortmund, )
Otto Kentzler, Präsident der Handwerkskammer Dortmund und Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), zeigt sich entrüstet über die Aussage der Arbeitsagentur Dortmund gegenüber den Medien, "Dortmund könnte Lehrstellensuchende exportieren".

"Diese Pressemitteilung der Arbeitsverwaltung spielt mit der Not der Jugendlichen und der Not der Betriebe", so Kentzler. "Auf der einen Seite haben wir eine immer größer werdende Anzahl von Betrieben, die keine geeigneten Jugendlichen für qualifizierte Ausbildungsplätze finden. Auf der anderen Seite haben wir Jugendliche (überwiegend Altbewerber), die nicht die fachlichen oder persönlichen Voraussetzungen mitbringen, um diese Ausbildungsplätze besetzen zu können. Es hilft weder weniger begabte oder problembehaftete Jugendliche auf hoch qualifizierte Ausbildungsstellen zu verweisen noch hilft es den Betrieben, wenn immer wieder auf Bewerber verwiesen wird, die in keiner Weise den Anforderungen gerecht werden können. Eine seriöse Bewertung und Berichterstattung zum Ausbildungsmarkt in Dortmund hätte das berücksichtigen müssen!

Eine zielführende Betrachtung der Zahlen muss die Bedürfnisse der dahinter stehenden Menschen berücksichtigen - auf der einen Seite Betriebe, die händeringend nach guten Auszubildenden suchen, und auf der anderen Seite Jugendliche, die eine qualifizierte Berufsberatung in Richtung des für sie passenden Berufes benötigen. Die bloße Gegenüberstellung einer Zahl von Ausbildungsplatzsuchenden und freier Ausbildungsstellen bringt keine Seite auch nur einen Schritt weiter.

Auch die nach Berichterstattung der Arbeitsverwaltung 37 Prozent der ausbildungsplatzsuchenden Neubewerber können nicht einfach auf die erwähnten 859 freien Lehrstellen gesetzt werden. Das funktioniert ebenso wenig wie der Versuch, mit einem Überhang an ausgebildeten Juristen einen Fehlbedarf an qualifizierten Ärzten abdecken zu wollen.

Fakt ist, es gibt nicht genug Bewerber für qualifizierte Ausbildungsplätze, und damit besteht die Gefahr einer enormen Vergrößerung des Fachkräftemangels für die Zukunft! Fakt ist ferner, dass es auch für weniger Begabte noch eine große Anzahl nicht besetzter Ausbildungsplätze gibt, die offensichtlich nicht angenommen werden. Hier den Jugendlichen davon zu überzeugen, dass sein Traumberuf gegebenenfalls nicht seinen Fähigkeiten entspricht, und eine Alternative aufzuzeigen, würde der Arbeitsverwaltung besser zu Gesicht stehen, als immer wieder diese Zahlen darzulegen! Fakt ist letztlich auch, dass die Betriebe im Bereich der Arbeitsagentur Dortmund bei dem Abschluss von Ausbildungsverträgen mit Stichtag 31. Juli 2008 wiederum um circa 11,7 Prozent zugelegt haben.

Aufgabe aller wirtschaftlichen/politischen Kräfte muss es sein, problembehafteten Bewerbern eine berufliche Perspektive zu bieten und nicht die Augen davor zu verschließen, dass die Betriebe dringend auf qualifiziertes Nachwuchspersonal angewiesen sind! Es ist nicht zielführend, immer wieder Statistiken darzulegen, in denen Äpfel mit Birnen verglichen werden."
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