Dienstag, 28. Februar 2017


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IHK Nord lehnt Ausdehnung des Wattenmeer-Schutzgebietes entschieden ab

(lifePR) (Bremen, ) Vom 17. bis 19. März treffen sich auf Sylt die Umweltminister Deutschlands, Dänemarks und der Niederlande zur 11. trilateralen Regierungskonferenz, um über den Schutz des Wattenmeeres zu beraten. Ein erster Entwurf der gemeinsamen Ministererklärung sah vor, die Schutzgebiete erheblich auszudehnen. Betroffen wären davon sowohl die Fahrrinnen als auch die Hafenzufahrten in der Nordsee. Diesen Vorschlag lehnt die IHK Nord, der Zusammenschluss der 13 norddeutschen Industrie- und Handelskammern, entschieden ab.

Otto Lamotte, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Bremen, sagte: "Die von den Niederlanden vorgeschlagene Erweiterung des Wattenmeer-Schutzgebietes können wir nicht nachvollziehen." Schon jetzt gebe es im internationalen Vergleich sehr hohe Standards, welche die Meeresumwelt der Nordsee nachhaltig schützen: So gelten zum einen die allgemeinen Sicherheitsvorschriften für Seeschiffe, zum anderen auch die besonders strengen Umweltvorschriften der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) für die Nord- und Ostsee.

Das Wattenmeer erhielt im Jahr 2002 auf gemeinsamen Vorschlag Dänemarks, Deutschlands sowie der Niederlande den Status als "Particularly Sensitive Sea Area" (PSSA). Bei den PSSA-Gebieten handelt es sich um Meeresgebiete, die aufgrund ihrer ökologischen, sozioökonomischen oder wissenschaftlichen Bedeutung besonderen Schutz erfordern. Sie müssen zudem empfindlich gegenüber Auswirkungen durch die internationale Seeschifffahrt sein, um als schutzwürdige Gebiete von der IMO anerkannt zu werden.

Nach Ansicht der IHK Nord würde eine weitere Ausdehnung des PSSA-Wattenmeeres den Schiffsverkehr erheblich erschweren. Es müssten neue oder geänderte Schifffahrtsrouten in der Nordsee eingerichtet werden. Seeschiffe, die deutsche Häfen anlaufen, hätten zusätzlich Umwege zu fahren und erweiterte Lotsenpflichten in Kauf zu nehmen. Das würde die Anlaufkosten für die deutschen Nordseehäfen erheblich verteuern. Ohne hinreichende Gründe ist dies aus Sicht der IHK Nord nicht akzeptabel.

Die jetzt geplante Ausdehnung des Wattenmeer-Schutzgebietes würde zudem vor allem die deutschen Nordseehäfen benachteiligen - der größte niederländische Hafen Rotterdam liegt dagegen nicht innerhalb der PSSA-Schutzzone. "Den deutschen Seehäfen würden damit erhebliche Wettbewerbsnachteile entstehen. Wir fordern Bundesumweltminister Norbert Röttgen nachdrücklich dazu auf, solche Gedankenspiele von niederländischer Seite deutlich zurückzuweisen", sagte der IHK Nord-Vorsitzende Otto Lamotte.

Die IHK Nord ist ein Zusammenschluss 13 norddeutscher Industrie- und Handelskammern aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Sie vertreten mehr als 600.000 Unternehmen in Norddeutschland und stützen sich auf rund 20.000 ehrenamtlich engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer. Arbeitsschwerpunkte sind die Hafenwirtschaft, die maritime Technologie, die Verkehrsinfrastruktur, die Tourismuswirtschaft und die Industrie. www.ihk-nord.de

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