Sonntag, 19. Februar 2017


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Streit zwischen Liga und Verband droht zu eskalieren

(lifePR) (Neumünster, ) Der Ton wird schärfer, die Auseinandersetzung persönlich: Bundestrainer Heiner Brand geht im Streit mit Frank Bohmann in die Offensive und kritisiert den Geschäftsführer der Handball-Bundesliga scharf: "Ich sehe es als Unverschämtheit an, wenn mich Herr Bohmann zum Dialog auffordert. Den suche ich seit 13 Jahren, seit ich Bundestrainer bin", sagt Brand in der HANDBALLWOCHE - Europas größter Handball-Zeitschrift (Ausgabe Nr. 45 vom 3. November).

Im Vorfeld des Supercups 2009, den Deutschland am Wochenende gegen eine starke Konkurrenz aus Dänemark, Schweden und Norwegen gewann, hatte Brand die Spitzenclubs der Liga kritisiert und den Vereinen vorgeworfen, zu wenig heimische Spieler zum Einsatz kommen zu lassen. Das sorgte wiederum bei Bohmann für Verärgerung: "Für dieses reflexartige Wiederholen von Vorwürfen habe ich kein Verständnis mehr. Brand sucht nicht den Dialog, sondern geht mit diesem Thema immer wieder an die Öffentlichkeit."

In der HANDBALLWOCHE betonte Brand nun: "Ich werde nicht nachgeben und nicht aufhören, das Wirken der Liga-Funktionäre und -Manager zu kommentieren." Der 57-Jährige warf der Liga in dem Fachblatt "grenzenlose Hybris" vor und forderte eine Änderung der Mentalität. "Die Nationalmannschaft ist ein Bestandteil der Liga und kein Gegner", erklärte der Gummersbacher. Es könne nicht sein, so Brand weiter, dass der Handball die einzige Sportart sei, die nicht auf das Bosman-Urteil und seine Folgen reagiere. Brand fordert eine Quotierung der Ausländer. In diesem Zusammenhang unterstrich Brand zudem, dass es ihm nicht um Persönliches gehe. "Ich werde von den Änderungen nicht mehr profitieren. Mir geht es um den Handball in seiner Gesamtheit." Der Vertrag des Bundestrainers mit dem Deutschen Handballbund (DHB) endet 2013.

Aus Sorge um die Entwicklung der Nationalmannschaft fordert Brand vor allem von den Spitzenclubs mehr Mut, auf junge deutsche Talente und weniger auf ausländische Stars zu setzen: "Deutschland muss wieder eine Handballmacht werden. Auf Dauer wird der Handball in Deutschland ohne deutsche Spieler nicht überleben." Die Vorwürfe hält Bohmann allerdings für übertrieben. "Das wirft uns der Bundestrainer seit zehn Jahren vor. Aber in dieser Zeit ist sein Team Europa- und Weltmeister geworden", sagte Bohmann.

Die HANDBALLWOCHE ist Europas größte Handball-Fachzeitschrift und erscheint wöchentlich 52 Mal im Jahr immer Dienstags. Sie ist eine Publikation des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag SHZ und der Sportpresse Nord.

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