Transmedialität als Chance

Positive Bilanz der Marler Tage der Medienkultur

(lifePR) ( Marl, )
Die diesjährigen Marler Tage der Medienkultur standen ganz im Zeichen der Verschmelzung von Fernsehen und Internet. Unter dem Titel "Vernetzt, verwoben, verworren - Die Kunst des transmedialen Erzählens" erörterten die Referenten und die Besucher der zweitägigen Fachtagung (8./9. Dezember) die Auswirkungen der technischen Konvergenz auf die medialen Inhalte.

Uwe Kammann, Direktor des Grimme-Instituts, zieht nach zwei spannenden Tagen mit neun unterschiedlichen Veranstaltungen eine äußerst positive Bilanz: "Mediales Erzählen kann nur noch multiperspektivisch gedacht werden. Der Wandel ist dabei rasant - mit vielen offenen und aufregenden Perspektiven. Das hat unsere Marler Denkwerkstatt mit ihren sehr anregenden Referenten in jedem Moment gezeigt."

Die Referenten gaben den Teilnehmern Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Branche und zeigten Perspektiven auf, wie in den nächsten Jahren medienübergreifend und transmedial erzählt werden wird. So erläuterten Kristian Costa-Zahn, Head of Creation von UFA Lab, oder auch Alex Weimer, geschäftsführender Gesellschafter bei MovieBrats, welche Projekte derzeit in Deutschland in Planung sind. Paul Bennun, Kreativchef der Londoner Kreativ-Agentur Somethin' Else, und Mike Pohjola, Gründer von The Company P aus Stockholm, gaben internationale Ausblicke.

Neben diesen und anderen Vorträgen trafen auf dem Podium im Marler Grimme-Institut führende kreative Köpfe der deutschen Medienlandschaft aufeinander. Prof. Dieter Gorny (ecce) diskutierte mit Prof. Dr. Michael Steinbrecher (TU Dortmund) und Christoph Krachten (momento media) über den Einfluss des Schwarms auf kreative Prozesse. "Der Schwarm produziert nichts, was kreativ wertvoll ist", so Gorny. Steinbrecher wies mit Blick auf ZDFneo darauf hin, dass gerade die öffentlichrechtlichen experimentell aufgeschlossen seien. Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth unterstrich in seiner Keynote, dass ein neues Zeitalter angebrochen sei: "Nonlineare und interaktive Audiovisualität wird das Leitmedium des 21. Jahrhunderts", so seine These.

Der Leiter des WDR-Programmbereichs Fernsehfilm, Kino, Serie, Gebhard Henke, sieht in der aktuellen Entwicklung keine Gefahr für das Fernsehen. In einer Diskussion über die kreativen Konsequenzen für den Markt von morgen äußerte er sich optimistisch: "Wo ein Trend ist, existiert auch ein Re-Trend." Alte und neue Erzählstrukturen existierten weiterhin parallel. René Carl, stellvertretender Geschäftsführer von ProSieben Television, wies in einem Panel über die Herausforderungen für die TV-Industrie darauf hin, dass sein Sender TV und Internet schon längst nicht mehr getrennt behandele: "Wir haben uns hier völlig neu aufgestellt."

Im Rahmen der Marler Tage der Medienkultur 2011 wurde auch der Kurzfilmpreis "nrw.spot 2011" verliehen. Ziel war es, ein exemplarisches NRW-Thema in drei Minuten zu zeigen. Gewinner ist in diesem Jahr Michael Binz, der mit seinem Beitrag über eine Phantom-Bushaltestelle in einem Altenheim, die Demenzkranken den Drang nehmen soll, wegzulaufen, einen einfühlsamen und intensiven Blick in eine Welt voller Zwänge erlaubt.

Eine begleitende Zusammenfassung der Beiträge und Podiumsdiskussionen sowie ein einordnender Gesamtbericht sind auf der Webseite des Grimme-Instituts www.grimme-institut.de zu finden. Darüber hinaus steht zu jeder Veranstaltung ein Audio-Podcast zur Verfügung.
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