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Pressemitteilung BoxID: 385947 (Grimme-Institut)
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"Erstklassige Medienpublizistik und Programmorientierung"

Bert-Donnepp-Preis an die Macher von Das Altpapier und tittelbach.tv verliehen

(lifePR) (Marl, ) Zum ersten Mal haben zwei medienpublizistische Angebote aus dem Internet den mit 5.000 Euro dotierten Bert-Donnepp-Preis erhalten. "Mit dem Weblog Das Altpapier und der Website tittelbach.tv werden zwei Angebote ausgezeichnet, die für erstklassige Medienpublizistik und Programmorientierung stehen", so der Vorsitzende des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises, Jürgen Büssow. Die Preisverleihung fand am 5. Februar im Rahmen des Jury-Bergfestes zum 49. Grimme-Preis 2013 im Grimme-Institut statt.

In ihrer Laudatio erinnerte die freie Publizistin Vera Linß daran, dass heute selbstverständlich ist, was früher noch als undenkbar galt: Der Bert-Donnepp-Preis wurde noch nie an Publikationen verliehen, die ausschließlich im Internet erscheinen. "Das hätte sich Bert Donnepp nicht träumen lassen." Es sei noch gar nicht so lange her, dass deutsche Medien gefragt hätten, ob man eine Zeitung brauche, die man nicht durchblättern könne. Linß hob auch die Leistung von Rainer Tittelbach hervor. Er leiste mit seiner Website etwas, dass es so fast gar nicht mehr gebe. "Rainer Tittelbach erklärt alles, was der Fernsehliebhaber braucht, wenn er nicht nur an Oberflächlichkeiten interessiert ist", so Linß.

"Grimme bedeutet auch immer ein Qualitätsurteil. Das ist der unveränderliche Kern", erklärte Instituts-Direktor Uwe Kammann im Hinblick auf die Bert-Donnepp-Preisträger. Jürgen Büssow ergänzte: "Sie liefern Programmorientierung und können die Printmedien qualitativ ergänzen."

Christian Bartels, neben Matthias Dell, Klaus Raab und René Martens einer von vier Altpapier-Machern, unterstrich in seiner Replik, dass die Website nach 11 Jahren vom Grundsatz her immer noch genauso aussehe wie früher. "Sehr lange Texte, wenig Fotos." Sein Kollege René Martens wies darauf hin, dass sich Medienjournalismus immer mehr ausdehne. "Im Netz passiert das sowieso." In der Gesellschaft würden Medien immer wichtiger und präsenter.

Rainer Tittelbach erinnert sich in seiner Dankesrede an die frühen Tage von tittelbach.tv: "Vor fünf Jahren wusste ich noch nicht einmal, wie das Internet funktioniert." Mittlerweile habe erlernen müssen, dass die Finanzierung von Webangeboten durchaus schwierig sei. Das faszinierende an seiner Arbeit sei der ständige Fluss. "Tittelbach.tv wird als Programm-Guide wahrgenommen, aber ich arbeite nicht unter dem Druck der Aktualität."

In einem anschließenden Gespräch über die Europa-Berichterstattung erklärte der Brüsseler ARD-Korrespondent Rolf-Dieter Krause: "In den letzten Jahren habe ich hammerhart gelernt, wie sehr es in Brüssel um Kultur geht." Es stehe eben nicht die Politik und Wirtschaft im Mittelpunkt. Für ihn sei vor allem deutlich geworden, dass es unterschiedliche kulturelle Vorstellungen zum Thema Geld gebe. "Dahinter steckt für viele eine Philosophie." Unter Brüssel-Korrespondenten streite man daher auch in regelmäßigen Abständen miteinander. "Das ist wie eine Hydraulikpresse, die den eigenen Horizont immer wieder auseinander schiebt, wenn er eng werden will."

Im Anschluss hatten die mehr als 150 Gäste Gelegenheit, sich nicht nur über die Bert-Donnepp-Preisträger und Europaberichterstattung zu unterhalten. Die 61 Nominierungen zum 49. Grimme-Preis boten ebenfalls genug Gesprächsstoff.

Die Preisträger des 49. Grimme-Preises 2013 werden am 27. März in Düsseldorf bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet am 12. April 2013 im Theater der Stadt Marl statt.