Filmtage in Berlin: "Vor dem Sturm. Unabhängiger arabischer Film"

(lifePR) ( München, )
Die Reihe "Vor dem Sturm" zeigt unabhängiges Kino aus arabischen Ländern. An sechs Abenden präsentiert das Goethe-Institut im Kino Arsenal in Anwesenheit der Regisseure und Kuratoren ungewohnte Einblicke in die Zeit vor dem "arabischen Frühling". Am 22. Juni findet zum Abschluss im Allianz Forum eine Podiumsdiskussion zum Thema "Kultur und Revolution" statt.

Zu sehen sind kurze und lange Filme über Gesellschaften im Wartesaal der Zeit - Geschichten und Bilder aus einer Vergangenheit, die unveränderbar erschien. Die Filme sind gesellschaftliche Seismografen; sie zeigen Menschen, Städte und Landschaften, über die sich ein Schleier aus Repression und Stillstand gelegt hat. Die überwiegend leisen und beobachtenden Filme stammen von unabhängigen Filmemachern, die abseits des kommerziellen Betriebs arbeiten. "Die Filme sind allesamt vor dem Umbruch entstanden. Sie spiegeln Debatten und Bewegungen in ihren Produktionsländern und zeigen, dass kein Regime es schafft, Freiräume hermetisch zu verschließen. [...] Im Kino Arsenal wird diese Zeit 'Vor dem Sturm' im Gespräch mit den Regisseuren am Beispiel ihrer Filme reflektiert", so Irit Neidhardt. Die Film- und Nahostexpertin ist Kuratorin der Langfilme.

Den Auftakt am 17. und 18. Juni bilden 12 ausgewählte Kurzfilme aus dem Projekt "Arab Shorts" der Goethe-Institute in Nordafrika und Nahost. Auf drei Jahre angelegt, soll es Akteure aus der unabhängigen arabischen Filmszene intensiver mit Europa vernetzen. Künstlerischer Leiter der "Arab Shorts" ist seit 2009 der Kurator und Filmemacher Marcel Schwierin. Ägypten bildet mit vier Langfilmen, kuratiert von Irit Neidhardt, vom 19. bis 22. Juni einen besonderen Schwerpunkt. Der ohne Drehgenehmigung entstandene Spielfilm "Ain Shams" (Auge der Sonne) von Ibrahim El Batout gilt als Wegbereiter des unabhängigen ägyptischen Autorenfilms. Im Programm ist auch Ahmad Abdallas preisgekrönter Spielfilm "Microphone", der im musikalischen Milieu in Alexandria spielt und beim Cairo International Film Festival im Dezember 2010 den "Preis für den besten arabischen Film" erhielt. Die Filme werden in Anwesenheit der Regisseure Ibrahim El Batout, Ahmad Abdalla, Nadine Khan und Pamela Ghanimeh sowie der Kuratoren Marcel Schwierin und Irit Neidhardt gezeigt.

PROGRAMM

- Freitag, 17. Juni, 20 Uhr: "Arab Shorts, Selection 1", mit Marcel Schwierin und Nadine Khan (Kairo)
- Samstag, 18. Juni, 20 Uhr: "Arab Shorts, Selection 2", mit Marcel Schwierin und Pamela Ghanimeh (Beirut)
- Sonntag, 19. Juni, 20 Uhr: "Ain Shams" (2008), Regie: Ibrahim El Batout mit Irit Neidhardt und Ibrahim El Batout (Kairo)
- Montag, 20. Juni, 20 Uhr: "Hawi" (2010), Regie: Ibrahim El Batout, mit Irit Neidhardt und Ibrahim El Batout (Kairo)
- Dienstag, 21. Juni, 20 Uhr: "Heliopolis" (2009), Regie: Ahmad Abdalla, mit Irit Neidhardt und Ahmad Abdalla (Kairo)
- Mittwoch, 22. Juni, 21 Uhr: "Microphone" (2010), Regie: Ahmad Abdalla, mit Irit Neidhardt und Ahmad Abdalla (Kairo)

Alle Filme im Kino Arsenal: Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin (am Potsdamer Platz) in arabischer Sprache mit englischen Untertiteln

PODIUMSDISKUSSION am 22. Juni 2011,18 Uhr im Allianz Forum. Pariser Platz 6, 10117 Berlin: "Kultur und Revolution. Zur Rolle von Kultur und Kulturpolitik in Zeiten des Wandels in der arabischen Welt". Mit Basma El Husseini, Amr Hamzawy und Viola Shafik.

Um Anmeldung wird gebeten: Tel: 030 321 80 81, Fax: 030 322 64 42, allianz2206@event-consult-berlin.de

Eine Veranstaltung des deutschen Anna-Lindh-Netzwerks und der Allianz Kulturstiftung, in Kooperation mit dem Goethe-Institut Ägypten, der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Institut für Auslandsbeziehungen. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Berliner Stiftungswoche statt.

REGISSEURE

Ibrahim El Batout, 1963 geboren im ägyptischen Port Said, ist ein ägyptischer Dokumentarfilmer, der zu den Mitbegründern eines unabhängigen Films in Ägypten zählt. Nach einem Ingenieursstudium in Kairo begann er als Techniker beim Fernsehsender Video Cairo zu arbeiten. Für seine Dokumentation "Massengräber im Irak" wurde ihm unter anderem 2003 der Rory Peck Sony International Impact Award verliehen.

Ahmad Abdallah wurde 1978 in Kairo geboren. "Microphone" ist sein zweiter Film, der angeregt durch Spaziergänge in den Straßen Alexandrias entstand. Zurzeit arbeitet Abdallah daran, in Ägypten eine unabhängige Produktionsfirma mit anderen jungen Filmschaffenden aufzubauen. Für seine Filme wurde er mehrfach ausgezeichnet.

Nadine Khan absolvierte ein Studium in Filmregie am Higher Institute of Cinema in Kairo. Als Regieassistentin und Produzentin hat Khan bereits mit vielen ägyptischen Regisseuren zusammengearbeitet, unter anderen mit ihrem Vater Mohamed Khan sowie mit Yousry Nasrallah und Nabil Ayouch.

Pamela Ghanimeh schloss 2003 ihr Studium an der Beiruter Filmhochschule IESAV ab. Sie schrieb und inszenierte "Very Nice" (Helo Kteer, 2002), "The Distance of a Ride" (Masefit Tarik, 2003) und "A Day in my Life" (Yom Min. Omri, 2002) sowie "Lemon Flowers" (Zahr el-Laymoon, 2007). Sie arbeitete bereits mit den berühmten libanesischen Regisseuren Mohammad Soueid und Michel Kammoun zusammen.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemappe zur Halbjahrespressekonferenz des Goethe-Instituts: http://www.goethe.de/prs/prm/a011/de7668308.htm und unter: www.arsenal-berlin.de

"Vor dem Sturm. Unabhängiger arabischer Film" ist eine Veranstaltung des Goethe-Instituts in Zusammenarbeit mit dem "Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V."
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