Die Tropen in Berlin

(lifePR) ( Berlin, )
Paradies oder bedrohlicher Dschungel, Fluchtpunkt oder Ort der Verdammnis? Die Tropen regen europäische Künstler seit mehr als 100 Jahren zu Interpretationen an. Dort wiederum entstehen schon seit zwei Jahrtausenden künstlerische Werke. Ab 12. September wird mit der Ausstellung "Die Tropen. Ansichten von der Mitte der Weltkugel" im Martin-Gropius-Bau in Berlin das Herzstück eines mehrjährigen Projekts der Goethe-Institute zu sehen sein. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Ethnologischen Museum kuratiert und wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Sie ist in Berlin Teil eines Kulturprogramms zum Thema Tropen, das das Goethe-Institut mit dem Hebbel am Ufer, den Freunden der Deutschen Kinemathek / Kino Arsenal und dem Ibero-Amerikanischen Institut veranstaltet.

Seit zwei Jahren setzen sich die Goethe-Institute im Tropengürtel in vielen künstlerischen Sparten und Formen mit dem Thema Tropen auseinander. Das Herzstück des Großprojekts bildet die Ausstellung "Die Tropen. Ansichten von der Mitte der Weltkugel", die in Brasilia und Rio de Janeiro gezeigt wurde. Vom 12. September bis 5. Januar wird sie erweitert und mit zahlreichen Neuproduktionen erstmals auch in Deutschland zu sehen sein. Zweihundert Exponate aus Afrika, Asien, Ozeanien und dem tropischen Amerika aus den Sammlungen des Ethnologischen Museums in Berlin treten in dieser Ausstellung in einen Dialog mit Arbeiten von vierzig zeitgenössischen Künstlern. Darunter sind Arbeiten von Franz Ackermann (D), Pilar Albarracín (Spanien), Alexander Apostol (Venezuela), Fernando Bryce (Peru/Berlin), Marcos Chaves (Brasilien), Maurício Dias/Walter Riedweg (Brasilien/Schweiz), Dinh Q. Lê (Vietnam), Mark Dion (USA), Theo Eshetu (Äthiopien), Andreas Gursky (D), Jitish Kallat (Indien), Beatriz Milhazes (Brasilien), Marcel Odenbach (D), Dennis Nona (Australien), Vong Phaophanit (Laos), Navin Rawanchaikul (Thailand), Fiona Tan (Indonesien/England) und Guy Tillim (Südafrika).

Die Ausstellung hat keinen enzyklopädischen Anspruch. Vielmehr greift sie sieben zentrale, mythisch aufgeladene Themen heraus, die jeweils von der alten wie der zeitgenössischen Kunst dargestellt werden: "Nach der Sintflut" (Natur und Landschaft), "Das kurze Leben" (Menschenbilder, Porträts, Ahnen), "Der zerbrochene Pfeil" (Macht und Konflikte), "Die Farben der Vögel" (Farben und Abstraktion der Tropen), "Das verbotene Lachen" (Klänge und Musik der Tropen), "Tropischer Barock" und "Das städtische Drama".

Kuratiert wurde die Ausstellung von Alfons Hug, Leiter des Goethe-Instituts Rio de Janeiro, Peter Junge, Kurator des Ethnologischen Museums Berlin und Viola König, Direktorin des Ethnologischen Museums Berlin. Sie ist eines der größten Projekte, das die Kulturstiftung des Bundes im Jahr 2008 unterstützt. Die Ausstellung ist eine Etappe auf dem Weg zum Humboldt-Forum, das künftig in der Mitte Berlins die außereuropäischen Kulturen als gleichwertig mit den Kulturen Europas präsentieren wird.

Vom 5. September bis Mitte Dezember 2008 wird es in Berlin auch über die Ausstellung hinaus tropisch: Konzerte, Performances, Filme, Diskussionen, Symposien und Vorträge reflektieren künstlerisch und diskursiv Fremd- und Eigenbilder der Tropen. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation des Goethe-Instituts mit dem Hebbel am Ufer, dem Ibero-Amerikanischen Institut und den Freunden der Deutschen Kinemathek / Kino Arsenal.

Ein Höhepunkt ist das Gastspiel des vom Goethe-Institut São Paulo mitproduzierten Tanzstücks "Paraíso sem Consolação" von Constanza Macras, das vom 13. bis 15. September im Hebbel am Ufer gezeigt wird. In einem Stummfilm-Konzert am 21. September begleitet das Ensemble Kontraste Fritz Murnaus Südsee-Film "Tabu" mit einer zeitgenössischen Komposition von Violeta Dinescu. Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe "Tropen" im Hebbel am Ufer am 9. September durch das Konzert "Lisboa - Maputo - Berlin". Die Jazz-Sängerin Céline Rudolph beschäftigt sich seit langem mit außereuropäischen Musiktraditionen und folgt in ihrem jüngsten Projekt, das vom Goethe-Institut Portugal initiiert wurde, den musikalischen Linien zwischen Europa und Afrika. Interdisziplinäre Thementage tauchen am Eröffnungswochenende der Ausstellung am 12. und 13. September in die Lebensrealität von São Paulo und Lagos ein.

Das Ibero-Amerikanische Institut beginnt seine Veranstaltungen am 5. September mit einer Ausstellung des Fotografen Antonio Briceño unter dem Titel "Götter der lateinamerikanischen Tropen" (bis 4. Oktober). Symposien beschäftigen sich unter anderem mit den Themen "Großstadtdschungel - Großstadt im Dschungel", "Essen wir die Tropen auf?" und "Wissenschaft im Feld - Transregionale Wissenschaftsfelder".

Vom 12. bis 30. September zeichnet zudem eine Filmreihe im Kino Arsenal die Beschäftigung des Kinos mit den Tropen von der Mitte der 1920er Jahre bis heute nach. Gezeigt werden herausragende Filme wie Robert Siodmaks "Cobra Woman" (1944), Rudolf Thomes Dokumentation "Beschreibung einer Insel" von 1977/79, die thailändisch-französisch-deutsche Koproduktion "Sud Pralad / Tropical Malady" (2004) oder das überwältigende Epos "Serras da desordem" des italienisch-brasilianischen Filmemachers Andrea Tonacci von 2007.

Weitere Informationen unter:www.goethe.de/tropenausstellung

Die Ausstellung "Die Tropen. Ansichten von der Mitte der Weltkugel" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Goethe-Instituts und des Ethnologischen Museums Berlin und wurde von der Kulturstiftung des Bundes ermöglicht. Die Veranstaltungsreihe entstand in Kooperation mit dem Ibero-Amerikanischen Institut, dem Hebbel am Ufer und den Freunden der Deutschen Kinemathek / Kino Arsenal.
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