Mittwoch, 13. Dezember 2017


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Folgeschäden einer Meningokokken-Infektion

Beeinträchtigungen und teils schwerwiegende Komplikationen sind möglich

München, (lifePR) - In Deutschland erkranken jährlich rund 300 Menschen an Meningokokken.[1] Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind von der Infektion betroffen.[2] Eine Ansteckung mit Meningokokken kann eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen. Die Folgen einer Meningokokken-Infektion können schwerwiegend sein: Mehr als eines von zehn Kindern erleidet Folgeschäden, zu denen Nierenversagen, oder der Verlust von Gliedmaßen zählen.[2,3] Durchschnittlich hat eines von drei Kindern kognitive, physische und psychologische Beeinträchtigungen. Folgeschäden wie Taubheit betreffen ca. einen von fünf Überlebenden.[2,3]

Meningokokken-Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen

Die Meningokokken-Bakterien lassen sich in zwölf verschiedene Unterstämme unterteilen, von denen die Serogruppen A, B, C, W 135 und Y die am häufigsten vorkommenden Gruppen sind. Ca. zehn Prozent der Bevölkerung sind unwissentlich Träger von Meningokokken-Bakterien, die sich ohne wahrnehmbare Symptome im Nasen-Rachen-Raum ansiedeln.[3] Durch Husten, Sprechen oder Küssen, also eine Tröpfcheninfektion, werden sie von Mensch zu Mensch übertragen.[2] Da das Immunsystem von Säuglingen noch nicht vollständig ausgereift ist, sind diese besonders anfällig für Meningokokken.

Zwei Drittel der Betroffenen erleiden eine Meningitis

Die häufigste Folgeerkrankung nach einer Infektion ist die Meningokokken-Meningitis. Nach einer durch Meningokokken ausgelösten Meningitis kann es bei zehn bis 20 Prozent aller Betroffenen zu Komplikationen kommen, die bei ca. einem von zehn Fällen tödlich endet.2 Ca. einer von fünf Überlebenden erleidet neben einem Hörverlust auch weitere Folgeschäden wie das Absterben von Gewebe oder Hirnschäden. Auch andere kognitive, psychische oder psychologische Beeinträchtigungen wie Krampfanfälle, Wasserkopf (Hydrozephalus) oder Lernschwierigkeiten können auftreten.[3]

Ein Drittel der Betroffenen erleiden eine Sepsis

Ein Drittel der Infektionen mit Meningokokken führen zu einer Blutvergiftung.[2] Dabei verteilen sich die Bakterien über die Blutbahn im gesamten Körper und können zu (Multi)-Organversagen und Einblutungen in die Haut, Schleimhäute und inneren Organe führen. Bei zehn bis 15 Prozent der Erkrankten können diese Einblutungen in die Nebennierenrinden erfolgen, wodurch es zu einem Kreislaufschock kommen kann.2 Eine mögliche Komplikation des septischen Verlaufs ist das Absterben einzelner Gliedmaßen, die nicht selten in einer Amputation der befallenen Körperteile resultieren.[2]

Das Leben mit Folgeschäden

Überlebende einer Meningokokken-Infektion haben mit weitreichenden Konsequenzen zu kämpfen. Das Auftreten neurologischer Probleme oder kognitiver, physischer und psychologischer Beeinträchtigungen bis hin zum Verlust von Gliedmaßen führen oft zu dem Bedarf nach einer permanenten medizinischen Betreuung oder Förderung. Die emotionale Belastung ist für die Familie und das soziale Umfeld der Betroffenen enorm hoch. Außerdem müssen Familie und Staat die entstehenden Kosten schultern.

Schutz durch Impfung

In Deutschland sind Impfstoffe gegen die fünf am häufigsten vorkommenden Meningokokken-Serogruppen verfügbar.[2] Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder ab dem zwölften Lebensmonat eine Impfung gegen Meningokokken C. Eine Impfung gegen Meningokokken B wird bisher nur für Personen mit eingeschränkter Immunfunktion (z. B. nach Milzentfernung) empfohlen oder für jene, die in engem Kontakt mit einem Meningokokken-Erkrankten stehen.[2] Für die nur selten vorkommenden Serogruppen A, W135 oder Y gibt es zudem eine Impfempfehlung, falls eine gesundheitliche Gefährdung – z. B. bei Laborpersonal oder bei Reisen in Risikogebiete – vorliegt.[3]

Kampagne MENINGITIS BEWEGT.

Am 15. November 2016 startete GSK die bundesweite Aufklärungskampagne MENINGITIS BEWEGT. Die Initiative möchte auf Meningokokken und die Gefahren einer Infektion aufmerksam machen. Insbesondere sollen junge Eltern und Menschen mit Kinderwunsch aufgeklärt werden.

Der Gemeinschaftsgedanke steht dabei im Vordergrund – denn jeder kann selbst aktiv werden. Unterstützt wird die Kampagne von der Moderatorin, Autorin und Schauspielerin Shary Reeves.

Weitere Informationen zur Kampagne unter:
• www.meningitis-bewegt.de
• Facebook: MENINGITIS BEWEGT.

• Twitter: menbewegt
• Instagram: meningitisbewegt
• YouTube: MENINGITIS BEWEGT.

Referenzen
[1] Epidemiologisches Bulletin, Nr. 43, 31.10.2016.
[2] BZgA Erregersteckbrief
http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/meningokokken/, April 2016.
[3] RKI-Ratgeber für Ärzte „Meningokokken-Erkrankungen“
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html, November 2016.

 

 

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