Donnerstag, 25. Mai 2017


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GEW: "Lehrerinnen müssen beim Verdienst mit Männern gleich ziehen"

Bildungsgewerkschaft zum "Equal Pay Day"

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat darauf hingewiesen, dass Lehrerinnen in Deutschland im Schnitt wesentlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. "Frauen müssen auch beim Verdienst mit den Männern gleichziehen", sagte Anne Jenter, im GEW-Vorstand für Frauenpolitik verantwortlich, heute mit Blick auf den Equal Pay Day am Freitag. Als Gründe für den niedrigeren Verdienst nannte sie die hohe Teilzeitquote bei Frauen, ihre niedrige Quote bei Leitungsfunktionen und ihre Arbeit mit jüngeren Kindern. "Mehr als 80 Prozent der teilzeitbeschäftigten Lehrkräfte sind Frauen. Männer besetzen die meisten Leitungsfunktionen, insbesondere bei den höher bezahlten Stellen. Das Prinzip 'kleine Kinder, kleines Gehalt - größere Kinder, größeres Gehalt' trifft insbesondere Frauen: Sie arbeiten überwiegend in Kitas und Grundschulen", erläuterte Jenter.

In den aktuellen Tarifverhandlungen über eine Entgeltordnung für die angestellten Lehrkräfte in den Ländern will die GEW u.a. die Diskriminierung wegen des Geschlechts beenden. Sie fordert eine bessere und gleiche Bezahlung für alle wissenschaftlich ausgebildeten Lehrkräfte. Diese leisteten zwar unterschiedliche, aber gleichwertige Arbeit. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse beispielsweise die - in der Regel von Frauen geleistete - Erziehungsarbeit im Vergleich zur Wissensvermittlung aufgewertet werden.

"Die hohe Teilzeitquote bei Lehrerinnen ist nicht nur eine freiwillige Entscheidung, sondern ein strukturelles Problem: Wir brauchen mehr Ganztagesangebote für Kinder, damit Frauen über ihre Arbeitszeit entscheiden können", betonte Jenter. Sie machte deutlich, dass auch im Schulbereich immer noch Geschlechterstereotypen vorherrschten. "Lehrerinnen stoßen zum Teil an so genannte 'Gläserne Decken', wenn sie sich um Schulleitungsstellen bewerben. Es ist ein diskriminierender Anachronismus, dass Frauen bei den Besetzungsverfahren benachteiligt werden, nur weil sie Kinder bekommen können", sagte die GEW-Sprecherin.

Sie schlug insbesondere Gleichstellungsbeauftragten und Personalräten vor, das Checkverfahren, das die Hans-Böckler-Stiftung unter www.eg-check.de veröffentlich hat, auch im Schulbereich anzuwenden. Der Paarvergleich, um die Gleichwertigkeit von Tätigkeiten festzustellen, sei besonders interessant, wenn etwa die Tätigkeit von Grundschullehrerinnen mit Gymnasiallehrkräften verglichen werden solle.

Info: Der Equal Pay Day ist für Deutschland auf den 26. März 2010 terminiert. In der Bundesrepublik müssen Frauen durchschnittlich fast drei Monate länger als Männer arbeiten, um auf den gleichen Jahresverdienst zu kommen.

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