Donnerstag, 23. Februar 2017


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Ärzte retten Hand eines Vierjährigen nach Unfall mit Rasenmäher

Notoperation am Klinikum Bremen-Mitte: Fußzehe ersetzt drei Finger einer Hand

(lifePR) (Bremen, ) Es war kein guter Tag für die Familie aus dem Nordwesten der Republik: Die Sonne schien, die Eltern hielten sich im Freien auf und erledigten Gartenarbeiten. Beim Rasenmähen passierte es: Der zweijährige Sohn rannte ins Grüne, stolperte und geriet mit der linken Hand unter das Mähgerät. Alle fünf Finger waren sofort durchtrennt, vom kleinen Finger war noch ein Glied übrig geblieben.

In der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Klinikum Bremen-Mitte retteten Plastische Chirurgen unter hohem Zeitdruck und in einer mikrochirurgischen Operation die verletzte Hand in einer Notoperation: Der Daumen des Kindes konnte replantiert werden, da die Nerven und Sehnen nicht vollständig durchschnitten worden waren. Das erste Glied des kleinen Fingers blieb ebenfalls erhalten, die anderen drei Finger waren jedoch zu stark geschädigt worden. Schließlich transplantierten die Mediziner die zweite Zehe des rechten Fußes des Kindes und rekonstruierten so einen weiteren Finger. "Mit drei Fingern kann ein Mensch alles greifen, halten und auch schreiben", sagt Prof. Dr. Can Cedidi, der Klinikdirektor, zu dem ungewöhnlichen Eingriff.

Das Kind hat jetzt, etwa sechs Wochen nach der OP, die Drähte aus der Hand entfernt bekommen und wird in Kürze wie jedes Kind in dem Alter wieder spielen können. Der Draht diente der Stabilisierung des Knochen. Auch mit der Wundheilung an Hand und Fuß ist der Plastische Chirurg zufrieden: "Die Narben heilen, in wenigen Jahren verblassen sie." Auch der Schulzeit des kleinen Patienten sieht Prof. Cedidi gelassen entgegen: Kinder gewöhnen sich sehr schnell an das neue Greifwerkzeug und vernachlässigen die Extremität nicht. Die fehlende Zehe verschmälert zwar den Fuß, ist optisch aber unauffällig. Für Halt und Dynamik ist die Zweitzehe unerheblich, das Kind wird weder beim Gehen noch beim Sport Schwierigkeiten haben, so Cedidi.

Bereits 1969 wurde weltweit erstmals eine Großzehe als Daumenersatz transplantiert. Am Klinikum Bremen-Mitte ist dies nun seit 2006 die dritte Zehentransplantation gewesen. Hand und Fuß ähneln sich anatomisch und funktionell, erklärt Can Cedidi. Knochen, Sehnen und Nerven lassen sich mikrochirurgisch daher gut miteinander verbinden. Auch die Sensibilität der Zehe erreicht annähernd die des ursprünglichen Fingers. Und ästhetisch fügt sich die zweite Zehe an der Hand ins Bild ein. "Die Entwicklung der mikrochirurgischen Gewebetransplantation hat die Plastische Chirurgie in neue Dimensionen geführt", so der Plastische Chirurg.

Die Eltern des verletzten Kindes können dem nur zustimmen: "Wir sind sehr froh und zufrieden mit dem Ergebnis. Das hätte viel, viel schlimmer ausgehen können", sagte der Vater bei der Entlassung seines Sohnes.

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