Dienstag, 28. Februar 2017


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Hamburger Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Patientenvertreter warnen vor der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte

(lifePR) (Hamburg, ) Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Patientenvertreter sehen sich durch die jüngsten Datenskandale in ihrer Kritik an der elektronischen Gesundheitskarte (eCard) und der zentralen Speicherung aller Patientendaten bestätigt.

Diese Daten stammen aus dem besonders geschützten Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Da ein Missbrauch dieser Daten nicht auszuschließen ist, sehen die Beteiligten in den elektronischen Vernetzungsmöglichkeiten ein hohes Risiko.

"Gegen dieses Projekt zu sein, bedeutet nicht, auch gegen den Fortschritt zu sein", erklärt Dieter Bollmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH). Die Sammlung dieser Daten werde vielfältige Begehrlichkeiten wecken. Solange die Gefahr bestehe, dass Informationen über Krankheit oder Gesundheit eines Patienten bekannt werden könnten, müssten solche Projekte gestoppt werden. "Wenn ein kranker Mensch damit rechnen muss, dass in Zukunft nicht nur sein Arzt oder Psychotherapeut über seine Beschwerden unterrichtet sein kann, sondern im ärgsten Fall auch der Nachbar oder der Arbeitgeber, wird er die für einen Behandlungserfolg notwendige Offenheit dem Arzt gegenüber nicht zeigen können", so Bollmann weiter.

"Die Bürger in unserem Land wollen nicht, dass ihre Krankheitsdaten außerhalb der Arztpraxis ihres Vertrauens gespeichert werden", sagt Dr. med. Silke Lüder, Sprecherin des Bündnisses Aktion "Stoppt die e-Card". Das würden die über 350 000 Unterschriften gegen die Einführung der eCard zeigen. Mit Patientendaten auf Zentralrechnern werde der "gläserne Patient" Realität. "Wer schützt uns vor geänderten Zugriffsrechten in Zukunft durch einfache Gesetzesänderung," fragt Lüder.

Keinen Vorteil durch den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte sieht Rainer Töbing, Präsident der Apothekerkammer Hamburg: "Der immense Verwaltungsaufwand wird für uns Apotheker die vermeintlichen Vorteile und Kostenersparnisse auffressen. Der Patient kommt zu kurz."

"Die Hamburger Zahnärzte sind aus Gründen der Vertraulichkeit medizinischer Daten gegen die elektronische Gesundheitskarte und weil die Technik und die Software noch lange nicht ausgereift sind", erklärt Dr./RO Eric Banthien, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung. Im Gegenteil seien die Praxismitarbeiterinnen und insbesondere der Zahnarzt, der eigentlich behandeln sollte, in Zukunft hauptsächlich mit der Gesundheitskarte beschäftigt.

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eCard) ist der Einstieg zur kompletten Vernetzung des Gesundheitswesens.

Der Deutsche Ärztetag 2008 hat das Projekt der elektronischen Gesundheitskarte in der bisher vorgelegten Form mit großer Mehrheit abgelehnt.

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