Weißbuch Arbeiten 4.0: Weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit notwendig

Zander: "Gesetzgeber muss gesamten Spielraum nutzen!"

(lifePR) ( Berlin, )
Im Weißbuch Arbeiten 4.0 schlägt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter anderem sogenannte „betriebliche Experimentierräume“ vor.

Dazu erklärt Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander:

„Klar ist, dass wir eine schnellstmögliche Beseitigung der arbeitszeitrechtlichen Defizite für eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit brauchen. Der Acht-Stunden-Tag darf nicht mehr der Ausgangspunkt sein. Die Arbeitszeit sollte in bestimmten Lebensphasen oder in Projektphasen flexibler gestaltet werden können – mit einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit. Mindestens genauso wichtig: eine Abkehr von der heutigen starren elfstündigen Ruhezeitregelung. Das nützt nicht nur den Kunden und den Unternehmen, sondern verbessert weiter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Es geht den Arbeitgebern nicht um eine Schwächung des Arbeitsschutzes, sondern um Handlungsoptionen für eine flexiblere betriebliche Gestaltung der Arbeitszeit. Hierfür kann und muss der Gesetzgeber den gesamten Spielraum der europäischen Richtlinie zwingend nutzen und die Experimentierräume an der EU-Arbeitszeitrichtlinie ausrichten. Daher ist es richtig und dringend notwendig, dass über mögliche Probephasen zwar die Tarifpartner entscheiden, die tariflichen Spielräume aber dann allen Unternehmen offen stehen.

Die Verknüpfung der Experimentierräume mit einer Wahlarbeitszeit lehnen wir ab, weil dadurch das Normalarbeitsverhältnis maximal entwertet wird. Wenn Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit entgegen einem geschlossenen Arbeitsvertrag einseitig ändern dürfen, erinnert das stark an Arbeitszeit auf Abruf („KAPOVAZ“), diesmal für Arbeitnehmer. Am Ende ist einseitig der Arbeitnehmer nicht mehr an die festgelegte Hauptleistungspflicht seines Arbeitsvertrages gebunden. Das höhlt das Normal-Arbeitsverhältnis aus.“
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