Samstag, 23. Juni 2018


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Gesamtmetall zur Tarifforderung der IG Metall: "Keine Stilllegeprämie für Fachkräfte"

Berlin/Heidelberg, (lifePR) - Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall Dr. Rainer Dulger kritisiert die Forderungen der IG Metall für die Tarifrunde 2018 von 6 Prozent mehr Entgelt sowie einer Arbeitszeitverkürzung mit teilweisem Lohnausgleich. „Diese Forderungen sind nicht erfüllbar. Die IG Metall weiß das selber genau und es ist umso unverständlicher, dass sie ein weiteres Mal Erwartungen weckt, die sie unweigerlich enttäuschen muss.“

Dr. Dulger verweist darauf, dass die Beschäftigten in der Metall- und Elektro-Industrie im Jahresdurchschnitt bereits über 56.000 Euro verdienen: „In der Branche addierten sich die Tariferhöhungen seit 2012 auf rund 20 Prozent, während die Produktivität im gleichen Zeitraum nur um 1 Prozent gestiegen ist: Wir zehren also von der Substanz. Auf Dauer geht das nicht gut. Natürlich werden wir die Beschäftigten auch in diesem Jahr angemessen am Erfolg der Unternehmen beteiligen. Allerdings muss das hohe Tarifniveau auch in Krisen und Konjunkturabschwüngen bezahlbar sein, sonst verlieren wir Arbeitsplätze.“

Den Sinn einer Forderung nach Arbeitszeitverkürzung könne er nicht erkennen, so Dr. Dulger weiter. Selbst nach der Beschäftigtenumfrage der IG Metall seien über 70 Prozent aller Arbeitnehmer mit ihren derzeitigen Arbeitszeiten zufrieden und in den Betrieben werde bereits heute für jedes Mitarbeiteranliegen eine passende Lösung gefunden. „In vielen Betrieben wird heute schon händeringend nach Fachleuten gesucht. Eine weitere Arbeitszeitverkürzung würde diesen Mangel in unverantwortlicher Weise verschärfen.“

Zum geforderten Lohnausgleich erklärt Dr. Dulger: „Der geforderte Freizeitzuschuss ist eine Stilllegeprämie für Fachkräfte. Mehr Geld für Nichtstun wird es mit uns nicht geben. Wer länger arbeitet, verdient entsprechend mehr – die gleiche Logik muss auch umgekehrt gelten. Wer weniger arbeitet als die Kollegen im Betrieb, darf nicht besser bezahlt werden als diese. Die Kombination aus individuellem Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung und Lohnausgleich führt faktisch doch zur kollektiven 28-Stunden-Woche.“

Dabei unterschätze die IG Metall, dass das Thema Arbeitszeit bei den Unternehmen mindestens ebenso emotional besetzt sei wie auf ihrer Seite. Die geforderten Ansprüche auf Arbeitszeitverkürzung könne kein Unternehmen mehr umsetzen: „Mit dieser Forderung macht sich die IG Metall der Aufforderung zur Tarifflucht für schuldig. Wir stehen vor einer Weggabelung: Wir wollen Zukunft statt zu teuer!“

Weitere Informationen unter www.zukunft-statt-zu-teuer.de

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