Der "7-Hügel-Weg" bereichert eine großartige Region

Wandern durch die Jahrtausende der Erd- und Menschheitsgeschichte

(lifePR) ( Donauwörth, )
Das Nördlinger Ries ist eine der ältesten Kulturlandschaften Mitteleuropas! Seine reiche Vor- und Frühgeschichte, seine besondere ackerbauliche Eignung und seine atemberaubenden geschichtlichen Zeugnisse belegen dies ebenso mühelos wie eindrucksvoll. Mit dem "7-Hügel-Weg" bietet sich nun ein hochkarätiger archäologischer Streifzug durch den reizvollen Südosten des Kraters. Auf rund 20 Kilometern Länge schlägt der Rundwanderweg einen geschickten Themenbogen von der Geologie zur spannenden Geschichte der Besiedlung durch den Menschen. Denn gemäß den Handlungsvorgaben eines Nationalen Geoparks sind auch archäologische, historische, kulturelle und ökologische Besonderheiten ins Blickfeld zu rücken.

Geschichtsbewusstsein im Zentrum der Geopark - Entwicklung

Mit der Eröffnung des 3. Geopark Ries Wanderweges setzt der Geopark Ries zusammen mit den Gemeinden Alerheim und Möttingen sowie der Stadt Harburg abermals ein engagiertes Projekt erfolgreich in die Tat um. Landrat Stefan Rößle betont, wie wichtig hierbei die weitblickende und exakte Planung der Geopark-Geschäftsstelle war. Den Impuls des Hobbyarchäologen Manfred Luff griff Geschäftsführer Günther Zwerger auf und setzte ihn postwendend auf die Liste der bedeutenden Geopark-Projekte. Die Bürgermeister Wolfgang Kilian, Christoph Schmid und Erwin Seiler legten das Projekt mit positiven Beschlüssen ihren Gemeindegremien vor und die Umsetzung konnte beginnen. Heike Burkhardt koordinierte als Projektleiterin die Zusammenarbeit des Managements mit Expertenkreisen und Heimatkennern, die unter Heranziehung der reichhaltigen Ergebnisse der Geschichtsforschung arbeiten konnten und führte so die Fäden zur raschen und erfolgreichen Verwirklichung des "7-Hügel-Weges" zusammen.

Rundtour vereint landschaftliche Schönheit mit faszinierender Geschichte

Der "7-Hügel-Weg" lässt die Herzen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen höher schlagen. Und dies völlig zu Recht, nimmt der durchgängig beschilderte Rundwanderweg seine Besucher doch mit auf eine kleine, faszinierende Entdeckungsreise in die idyllische Natur- und Kulturlandschaft zwischen Wörnitz und Eger. Sieben markante Erhebungen des südöstlichen Rieses berührt die Tour, wodurch sich immer wieder herrliche Rundblicke über den gesamten Meteoritenkrater bieten. Unterwegs informieren sogenannte "Ereignistafeln" über Geologie, Besiedlungsgeschichte und frühere Landnutzung. Sie vermitteln Jung und Alt die komplexen Vorgänge bei der "Geburtsstunde" des Rieskraters. An sieben ausgewählten Standorten beschreiben sie ebenso die jeweiligen archäologischen und naturräumlichen Besonderheiten - von der Altsteinzeit bis in die Gegenwart. Durch den nahe gelegenen Bahnhof Möttingen ist der Weg an das Verkehrsnetz der Deutschen Bahn angebunden, was Wanderhungrigen eine besonders umweltschonende An- und Abreise ermöglicht. Einkehrmöglichkeiten entlang des Weges finden Natur- und Geschichtsbegeisterte in Alerheim, dem Ausgangspunkt und Ziel des "7-Hügel-Weges" sowie im nahe gelegen Rudelstetten und in Möttingen.

Start der Rundtour ist der Parkplatz bei Alerheim, direkt neben dem Wennenberg. An der Staatsstraße 2211 gelegen, ist dieser einfach aus Richtung Süden von der B 25 - oder von Fessenheim aus Richtung Norden erreichbar. Der rot-gelben Markierung folgend, gelangen Wanderer zunächst hinauf auf den Wennenberg. Von dort aus geht es über die Wennenmühle und entlang der Wörnitz nach Wörnitzostheim und Schrattenhofen. Über einen kleinen Wörnitzsteg führt der "7-Hügel-Weg" nach Heroldingen und hinauf auf den Kratzberg, von dem man einen wunderbaren Rundblick über das Ries genießt. Vorbei an der "Hexenküche" erreichen Wanderer dann Lierheim und Appetshofen, kurz darauf lockt der Hahnenberg auf sein markantes Plateau. Schließlich nähert man sich dem Schloss Alerheim und gelangt durch den Ort Alerheim zurück zum Parkplatz.

Keltisches Erbe, urgewaltige Natur

Die rund fünf- bis sechsstündige Wandertour offenbart eine spektakuläre, sanfthügelige Rieslandschaft zwischen Innerem Kraterring und Äußerem Kraterrand, Wörnitz und Egermündung. Etwa 460 Meter Auf und Ab gilt es zu bewältigen, über die südöstlichen Erhebungen des Inneren Kraterrings hinweg, die den Randwulst des ursprünglichen Zentralkraters markieren. Im weiteren Verlauf streift der "7-Hügel-Weg" den majestätisch aufragenden "Rollenberg" - eine Gesteinsscholle, die während der Ries-Katastrophe vom Kraterrand in die Riesebene hinein glitt. Der Rundwanderweg führt uns ebenso in das Tal der Wörnitz, die ihrem keltischen Namen "Warantia", die "sich krümmende, windende" im Südries alle Ehre macht.

Von der Entstehung des Rieskraters durch einen Asteroideinschlag vor rund 14,5 Mio. Jahren bis zur Entdeckung der Region durch den vorgeschichtlichen Menschen vor über 70.000 Jahren ist es freilich ein weiter Schritt. Desto geschickter scheint der "7-Hügel-Weg" die schier unglaubliche Fülle kulturhistorischer und archäologischer Besonderheiten zu vereinen, die sich auf seiner Länge befinden. Denn besonders dicht fand man die Hinterlassenschaften des Homo sapiens entlang der Eger und Wörnitz, vor allem auf dem flachen Geländerücken zwischen deren Mündungsarmen. So wussten bereits die altsteinzeitlichen Jäger die zentrale und strategisch günstige Lage der Erhebungen des Primärkraters wie den Wennen- oder Hahnenberg zu schätzen. Auch die "Hexenküche" bei Lierheim, eine Karsthöhle am ehemaligen Egerufer, wurde vom altsteinzeitlichen Menschen als Wohnstätte genutzt. Ein Schädelfund vor rund 100 Jahren gab dort Aufschluss über Bestattungsriten und religiöse Vorstellungen des vorgeschichtlichen Menschen.

Geopark Ries lässt Geschichte "lebendig" werden

Mit etwas Phantasie fühlen sich Wanderer entlang des "7-Hügel-Weges" in eine Zeit zurückversetzt, in der die letzten Jäger und Sammler von den ersten Bauern im Ries abgelöst wurden. Zahlreiche archäologische Funde, darunter Beile, Klingen und Reibsteine markieren den Übergang von der Alt- und Mittelsteinzeit zur Jungsteinzeit, vor rund 6.500 Jahren. Die naturräumlichen Bedingungen begünstigten diese Entwicklung. Denn sesshaft wurde der Mensch zunächst im südlichen und westlichen Ries, dort, wo eine markant gegliederte Landschaft aus Becken, Mulden, Bachtälern günstige Voraussetzungen für die Tierhaltung und den Anbau von Pflanzen bot. Erst danach siedelte der jungsteinzeitliche Mensch in Höhenlagen und auf Kuppen, womöglich aufgrund eines starken Bedürfnisses für Schutz und Befestigung. Noch heute finden sich deutlich sichtbare Wallanlagen der nachfolgenden Bronze-, Urnenfelder-, Hallstatt- und der Keltenzeit, der sogenannten "Latènezeit", in der Landschaft. Entlang des "7-Hügel-Weges" vermitteln die Ringwälle auf dem Rollenberg, dem Burgberg bei Heroldingen oder dem Hahnenberg einen "lebendigen" Eindruck davon.

Doch nicht nur die Relikte der Vor- und Frühgeschichte, sondern gerade die historischen zwischen Wörnitz und Eger verdienen besondere Berücksichtigung: Die Römer hinterließen vielfach ihre Spuren im Ries, indem sie neben Kastellen zahlreiche Gutshöfe in der ehemaligen Provinz "Raetia" errichteten, beispielsweise am Fuße des Hahnenberges. Das ehemaligen Deutschordensschloss Lierheim und die Reste der imposanten Stauferburg Alerheim vermitteln eine Vorstellung mittelalterlicher Herrschaftsverhältnisse im Ries. Vom prächtigen "Lustschloss" Tiergarten auf dem Kratzberg bei Schrattenhofen zeugt dagegen nur noch ein Flurdenkmal. Auch die Schrecken des 30-jährigen Krieges werden auf dem spannenden Streifzug gegenwärtig: In der Schlacht von Alerheim, die rund um den strategisch bedeutsamen Wennenberg tobte, ließen im Jahr 1645 rund 8.000 Menschen ihr Leben.

Der "7-Hügel-Weg" verspricht somit eine archäologische Entdeckungstour ersten Ranges. Zahlreiche wissenswerten Details entlang der Route lassen die ganze Faszination der Geschichte spürbar werden. Wanderurlauber und Freizeithungrige, aber auch Anwohner und Liebhaber der Region können so auf Schritt und Tritt Geologie, Archäologie und Historie im reizvollen südostlichen Ries entdecken.

Den begleitenden Flyer zum 7-Hügel-Weg finden Wanderer unter der Rubrik "Infomaterial" auf der Internetseite des Geopark Ries (www.geopark-ries.de). Den Routenverlauf als GPS-Track können Sie ebenfalls herunterladen. Dazu einfach den 7-Hügel-Weg auf der Interaktiven Karte im Menü anwählen und die Detailinformationen aufrufen, also das grün-weiße Infosymbol anklicken.

Selbstverständlich kann der Flyer auch bei der Geschäftsstelle des Geoparks Ries (0906/74 140), den Touristinformationen im Geopark Gebiet oder den Geopark Infozentren bestellt oder geholt werden.
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