Mittwoch, 20. September 2017


  • Pressemitteilung BoxID 668468

Freigelände am Heimatmuseum in Beerfelden wird am Sonntag, 27. August, eröffnet

Schauobjekt "Rennofen" von ca. 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Lorsch, (lifePR) - Nach langer Vorarbeit durch die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Oberzent e. V. Beerfelden ist es endlich soweit: Das Freigelände hinter dem Museum der Oberzent kann für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Auf diesem Gelände sind u. a. geologische Exponate aus dem Buntsandstein des Odenwaldes, vom Rohmaterial aus dem Steinbruch, bis zu dessen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zu besichtigen. Im oberen Bereich des Geländes befinden sich ein Säulengöbel sowie eine Feldscheune mit land- und forstwirtschaftlichen Geräten. Die offizielle Eröffnung erfolgt am

Sonntag, 27. August 2017, um 13.00 Uhr.

An diesem Tag findet zudem im mittleren Bereich des mit Unterstützung des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald ausgeschilderten Museumsweges ein Schauobjekt der besonderen Art statt: Die Arbeitsgemeinschaft Altbergbau Odenwald baut hier derzeit eine mittelalterliche Verhüttungsanlage für Eisenerz nach, die am Tag der Einweihung auch in Betrieb genommen wird. In der Zeit von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr stehen Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft für Auskünfte und Erläuterungen zur Verfügung.

Hintergrund ist die durch Werner Hardes in den 1950er bis 1960er Jahren nachgewiesene Waldschmiede-Siedlung in Etzean, die Erz von verschiedenen Abbauorten verarbeitete. Der Begriff „Rennofen“ leitet sich dabei vom „Rinnen“ der Schlacke ab - den Reststoffen des Nebengesteins, das bei der Verhüttung abgetrennt wird. Nach dem ersten Erhitzen auf dem „Röstbett“, bei dem Wasser aus dem Erz ausgetrieben wird, wird das Erz klein geschlagen („gepocht“), mit Holzkohle in den Ofen eingefüllt und entzündet. Durch das Verbrennen der Holzkohle entsteht Kohlenmonoxid-Gas, das in der Lage ist, das Eisen aus seiner Verbindung mit Sauerstoff freizusetzen. Das Eisen sammelt sich als Feststoff in der „Luppe“, während das Restgestein (wenn der Versuch gelingt) als Schmelze aus dem Ofen abgestochen wird und dann ausrinnt. Im Gegensatz zu den Ofenformen des Spätmittelalters und der Neuzeit wurden im Rennofen-Verfahren nur Temperaturen um 1200°C erreicht, sodass das Eisen nicht flüssig vorlag. Der entscheidende Vorteil der Methode allerdings war, dass die „Luppe“ direkt schmiedbares Eisen mit dem richtigen Kohlenstoff-Gehalt enthielt, während das spröde, Kohlenstoffreiche Gusseisen erst in einem weiteren Arbeitsschritt „gefrischt“ werden musste. Die Installation soll nach dem Experiment witterungsgeschützt bestehen bleiben, um den Versuch in unregelmäßigen Abständen zu wiederholen und den Besuchern einen Einblick in die alte Hüttentechnik zu geben.

Für das leibliche Wohl ist ab 11.00 Uhr bestens gesorgt. Die Bewirtung erfolgt durch den Verein Generationenhilfe Oberzent e.V. Der Heimat- und Geschichtsverein Oberzent bedankt sich auf diesem Wege nochmals bei allen Personen, die Exponate gespendet oder als Leihgabe zur Verfügung gestellt haben.

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