Erfolgsmodell Genossenschaften im Internationalen Jahr 2012: Historisch krisenfest, wirtschaftlich rentabel und sozial verantwortlich

GdW-Kongress zum Internationalen Jahr der Genossenschaften der Vereinten Nationen in Berlin gestartet

(lifePR) ( Berlin, )
"Die Wohnungsgenossenschaften gehören zu den erfolgreichsten Unternehmensformen in Deutschland - das hat sich erneut gezeigt, als sie wirtschaftlich gesund aus der letzten weltweiten Krise hervorgingen und während der Wirtschaftskrise sogar als stabilisierender Faktor auf dem deutschen Immobilienmarkt wirkten", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, anlässlich des heutigen Kongresses, den der GdW unter dem Motto "Genossenschaften bauen eine bessere Welt" in Berlin veranstaltet. "Das traditionsreiche genossenschaftliche Geschäftsmodell hat sich als nachhaltig erwiesen und ist somit in den heutigen Zeiten moderner denn je."

Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt, um die weltweite Bedeutung von Genossenschaften für die wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Entwicklung herauszustellen. "Genossenschaften sind eine Erinnerung an die internationale Gemeinschaft, dass es möglich ist, sowohl nach wirtschaftlicher Rentabilität als auch sozialer Verantwortung zu streben", so Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen, zum Internationalen Jahr.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte die Wohnungsgenossenschaften für ihr Engagement, ihre Mitglieder zum Mitmachen zu animieren. Außerdem beschäftigten sich die Wohnungsbaugenossenschaften mit der Frage, wie der Mieter der Zukunft aussehe. "Sie betrachten die

Dinge aus den Augen älterer Menschen. Sie können sie auch aus den Augen der jüngeren Menschen betrachten", so Merkel. "Ich glaube, hier können wir auch politisch von interessanten

Beispielen aus Ihrem Bereich lernen und aus dem Reservoir Ihrer Erfahrungen schöpfen."

Die Präsidentin des Internationalen Genossenschaftsbunds "International Co-operative Alliance" (ICA), Dame Pauline Green, die als Gastrednerin beim heutigen GdW-Kongress auftritt, erklärte zum UNO-Jahr: "Seit fast zwei Jahrhunderten helfen wir, Konflikte zu reduzieren, gemeinschaftlichen Zusammenhalt aufzubauen, Fertigkeiten und Kompetenz zu bilden, lokales Führungspotenzial zu entfalten und Frauen beim Aufstieg in wirtschaftlich aktive und leitende Stellungen in ihren Gemeinschaften zu unterstützen - all das untermauert vom gemeinsamen Streben nach nachhaltigen, mitgliedseigenen, lokalen Unternehmen."

Rund 5 Mio. Menschen in Deutschland leben bei Genossenschaften. Seit mehr als 150 Jahren bieten die Wohnungsgenossenschaften ihren Bewohnern langfristig attraktive sowie bezahlbare Wohnungen und handeln gleichzeitig wirtschaftlich rentabel. Den 2,8 Mio. Genossenschaftsmitgliedern kommt insbesondere das genossenschaftliche Dauernutzungsrecht zu Gute - außerdem haben sie Mitspracherechte rund um das genossenschaftliche Leben.

Um in dem Spannungsfeld zwischen bezahlbarem Wohnen und Wirtschaftlichkeit auch in Zukunft bestehen zu können, sind einige Herausforderungen zu meistern: Durch die Energiewende und den demografischen Wandel verändert sich die Nachfrage auf vielen regionalen Märkten.

Angesichts der alternden Gesellschaft in Deutschland müssen Genossenschaften den wechselnden Anforderungen der einzelnen Lebensphasen ihrer Bewohner gerecht werden. Sie schaffen daher altersgerechte Wohnungen durch Neubau und Anpassung des Wohnungsbestandes sowie begleitende Service- und Pflegeangebote, beispielsweise Demenzwohngemeinschaften oder Betreutes Wohnen. Hier ist eine ausreichende Unterstützung durch die öffentliche Hand notwendig, da die hohen Kosten meist nicht an die Mitglieder weitergegeben werden können.

Bereits über 61 % des genossenschaftlichen Wohnungsbestandes sind energetisch saniert. Die Sanierung der noch ausstehenden Wohnungen stellt angesichts steigender Betriebs- und Heizkosten und der dadurch eingeschränkten Möglichkeiten der Refinanzierbarkeit der Maßnahmen über die Miete eine weitere große Herausforderung dar.

Wohnungsgenossenschaften sind zentrale Akteure der Stadtentwicklung. 2010 errichteten sie 15 % aller Mietwohnungen in Deutschland. Während in wachsenden Ballungsregionen eine Anregung des Neubaus geboten ist, sind in Regionen mit Nachfragerückgang im Zuge des Stadtumbaus Rückbau und Abriss notwendig. Dazu - und ebenso für die flächendeckende Modernisierung der Wohnungsbestände - ist eine ausreichende öffentliche Förderung unverzichtbar.

Um das Eigentum am Wohnungsbestand in Deutschland breiter zu streuen, ist eine Vergrößerung des genossenschaftlichen Bestandes durch Neubau, Übernahme von Wohnungen anderer Eigentümer - und insbesondere durch Neugründungen von Genossenschaften - sinnvoll. Hier benötigen die Wohnungsgenossenschaften Förderung vor allem beim Zugang zu Grundstücken und dem Erwerb von Wohnungsbeständen. Eine spezielle Förderung auf Länderebene ist notwendig, um die Genossenschaften insbesondere in Ballungsräumen im Wettbewerb um Grundstücke und Gebäude zu unterstützen.

Darüber hinaus belastet bzw. verhindert die Grunderwerbsteuer anstrebenswerte Fusionen kleiner Genossenschaften, die durch den Zusammenschluss eine effizientere Bestandsbewirtschaftung erreichen wollen. Ein Wegfall oder eine Reduzierung der Grunderwerbsteuer im Fall von Fusionen wäre für kleine Genossenschaften daher eine wesentliche Hilfe.

Wertvolle Unterstützung bei ihrem Förderauftrag erhalten die Genossenschaften durch die Pflichtmitgliedschaft in einem Verband und die Prüfung durch den Verband. Dieser steht als dauerhafter Partner und Berater, als Ideengeber und Koordinator zur Seite. Bei Überlegungen zu Erleichterungen für die Gründung neuer Genossenschaften sollte daher das genossenschaftliche Verbands- und Prüfungswesen - zugunsten des dauerhaften Bestands der Genossenschaften - gestärkt werden.
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