Donnerstag, 21. Juni 2018


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Aktionismus am falschen Ende

Vorschlag aus dem Umweltministerium bremst Investitionen in Klimaschutz

Berlin, (lifePR) - "Mit den hohen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 an die Energieeffizienz von Wohngebäuden ist die Grenze des Leistbaren erreicht ", erklärte Axel Gedaschko, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des GdW Bundesverbandes, zu den aktuellen Medienberichten über ein Papier des Bundesumweltministeriums, welches neue Vorschriften für die Dämmung von Häusern beinhaltet soll. "Solche Papiere sollten immer im Dialog mit den betroffenen Branchen erstellt werden und nicht an den anderen beteiligten Ministerien und der Immobilienbranche vorbei mit unrealistischen Forderungen das Licht der Welt erblicken", mahnte Gedaschko.

Über die Regelungen der EnEV 2009 hinausgehende Verschärfungen wie die Einführung von Sanierungspflichten für den Gebäudebestand würden die energetische Sanierung für noch mehr Gebäude unwirtschaftlich machen. Soweit den zusätzlichen Investitionen keine zusätzlichen Erträge gegenüberstehen, werden private Akteure diese Investitionen nicht tätigen können. Mit einer weiteren Erhöhung von Mindestanforderungen würden darüber hinaus auch die Mieter deutlich belastet. "Es sind soziale Auswirkungen zu befürchten, die z.B. zu verstärkter Segregation führen können, weil Haushalte mit niedrigeren Einkommen in unsanierte Bestände verdrängt werden oder weil die Anforderungen für Teile der Bestände zum Sanierungshemmnis werden. Dessen müsste sich auch das Umweltministerium bewusst sein", so Gedaschko.

Außerdem forderte der BSI-Vorsitzende, die Möglichkeiten der Energieeinsparung auch technologischer Ebene breiter zu prüfen und zu fördern. Dämmen sei nicht das Allheilmittel zum Erreichen der Energiewende. "Um die Energiewende umzusetzen brauchen wir nun endlich ein schlüssiges Gesamtkonzept, das die ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit berücksichtigt. Das Bundesumweltministerium scheint hier Scheuklappen zu tragen und nur eine Seite zu sehen, ohne sich darum zu scheren, wie solche Anforderungen in der Realität umgesetzt werden können", so der BSI-Vorsitzende.

Noch weniger vertrauenserweckend ist es, dass derzeit statt der angekündigten 1,5 Milliarden Euro für die KfW-Gebäudesanierungsprogramme in 2012 nur noch 900 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Aus Sicht der BSI wären eigentlich rund 5 Milliarden Euro notwendig gewesen, um die Energieziele der Bundesregierung zu erreichen. Darüber hinaus hängt das Gesetz zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung weiterhin im Vermittlungsausschuss fest. So droht die Energiewende zu scheitern. "Es muss ein Zusammenspiel von ausreichender Förderung, gleichbleibenden Standards und verbesserten Förderkonditionen geben, um eine möglichst flächendeckende Breitenwirkung zu erreichen", so die Forderung der BSI.

Die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft vertritt bundesweit und auf europäischer Ebene die Interessen von sieben immobilienwirtschaftlichen Spitzenverbänden. BFW, GdW, IVD, DDIV und BVI bewirtschaften rund 12 Mio. Wohneinheiten und verwalten weitere rund 250.000 Gewerbeeinheiten. Der vdp steht für 63 Prozent der gewerblichen und 26 Prozent der Wohnimmobilien-Finanzierung, der VGF für mehr als drei Viertel des Marktes der Anbieter geschlossener Fonds. Die BSI steht damit für nahezu die Hälfte aller Mietverhältnisse in Deutschland.

Weitere Informationen über die BSI finden Sie im Internet unter www.bsi-web.de.

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