Mittwoch, 22. November 2017


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Kundenforum von American Express Global Business Travel: Hochkarätige Gäste analysieren die Ambivalenz des Reisens

Frankfurt am Main, (lifePR) - Deutsche Reisende sind privilegiert, eine sorgfältige Vorberereitung der Geschäftsreisen empfiehlt sich stärker denn je, und Unternehmen sollten anfangen, sich auf einen harten Brexit vorzubereiten – das sind die zentralen Aussagen des Kundenforums von American Express Global Business Travel. Zum Thema „Terror, Trump und Brexit“ hatte der Geschäftsareiseanbieter in der zweiten Oktoberhälfte hochkarätige Fachleute auf die Bühne in Frankfurt am Main gebeten.

Die vielreisende Fernsehjournalistin Dunja Hayali wies in ihrem einführenden Vortrag auf die Ambivalenz des gegenwärtigen geschäftlichen Reisens hin. Zum einen berechtige der deutsche Pass zur Einreise in 176 Länder, mehr als jeder andere Pass der Welt. Gleichzeitig werde sie als allein reisende Deutsche mit schwarzen Haaren und braunen Augen an Flughäfen regelmäßig zur Kontrolle aus der Schlange gebeten: „Das ist Diskriminierung im klassischen Sinne.“ Deutschland sei internationaler geworden, dennoch werde man allein auf Grund des Aussehens als gefährlich eingestuft. Und der Trend zum Nationalismus – „America First gibt es fast überall“ – drohe das Reisen einzuschränken. Ihr Fazit: Auf der einen Seite ist Reisen einfach und komfortabel wie nie, beispielsweise durch Buchungs-Apps, digitale Bordkarten und Tracking-Software, auf der anderen Seite unvorhersehbarer als je zuvor, zum Beispiel durch Terror und Entführungen. Oder, auf eine Formel gebracht: „Nicht Reisen ist schwieriger geworden. Einreisen ist schwieriger geworden.“

John Kornblum, ehemaliger US-Botschafter in Deutschland, erklärte die gegenwärtige Ambivalenz des Reisens mit einer Formel: Jede Erleichterung des Reisens führe zu einer Gegenreaktion. Anfang des 20. Jahrhunderts sei es für Betuchte möglich gewesen, ohne Pass durch Europa zu reisen – die Entwicklung der Nationalismen seien parallel zur Ausbreitung des Reisens in die ganze Gesellschaft verlaufen. Gegenwärtig sei Reisen erneut sehr einfach und führe unter anderem zu Unruhe und Gegenwehr. Gleichzeitig wies Kornblum freundlich darauf hin, dass die europäische Kritik an den USA und Donald Trump sehr subjektiv gefärbt sei. Das Gefühl, alles werde schwieriger, sei aber erstens nicht wahr. Und zweitens komme das Gefühl nicht nur aus den USA. „Wir sind in einer neuen Ära, nicht wegen Trump oder der AfD, sondern weil die Welt in Aufruhr ist“, sagte er. Insgesamt sei die Welt viel sicherer als vor 30 Jahren – weil aber die Terroristen neue Methoden anwenden, sei die Unsicherheit in der Gesellschaft gestiegen.

Zur Unsicherheit trägt auch der anstehende Brexit bei. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union könnte die Reiselandschaft in naher Zukunft drastisch verändern, prognostizierte Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des Europäischen Parlaments. Die Möglichkeit, dass mit dem Ende der EU-Mitgliedschaft am 31. März 2019 die Vertragsgrundlage für den Flugverkehr zwischen dem Königreich und den EU-Staaten fehlt, hält er für denkbar. „Hat London schon vollumfänglich verstanden, was ihnen blüht, wenn sie aus allen Abkommen herausfallen?“, fragte er. „Verfolgen Sie aufmerksam die Nachrichten“, riet Lambsdorff den anwesenden Travel Managern der GBT-Kundenveranstaltung. „Spätestens nach den Sommerferien 2018 brauchen Sie Klarheit.“ Dazu komme: Niemand wisse, was die US-Amerikaner den Briten zugestünden, wenn sie aus dem EU-Verbund ausgeschieden seien. Graf Lambsdorff nahm die Entwicklungen zum Anlass, eine Lanze für offene Märkte zu brechen: Offene Märkte würden oft viel zu leichtfertig kritisiert, sagte er, aber gerade die Luftfahrt lebe von ihnen, eben davon, dass Reisen möglich sei, ohne dass den Menschen Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Voraussetzung allerdings sei der politische Goodwill – und da seien beim Brexit derzeit alle Frage offen.

Jürgen Siebenrock, Vice President Sales & Global Key Account Management der Deutschen Lufthansa, wies auf eine weitere Ambibalenz hin: Alle reden über die neuen Schwierigkeiten des Reisens – und reisen. Die Lufthansa jedenfalls registriere grundsätzlich keine Auswirkungen der gegenwärtigen nationalen Abschottungstendenzen auf die Reisenachfrage. Man suche den persönlichen Kontakt, um den anderen besser zu verstehen. Allenfalls in der Touristik gebe es kurzfristig Schwankungen, insgesamt aber halte der Boom an. Für den Brexit fordert er Goodwill ein: „Wir müssen mit gutem Willen arbeiten und die Schärfe aus dem Thema nehmen“, sagte er. „Die Unternehmen in Großbritannien haben das erkannt.“

Alle Teilnehmer des Podiums erwarten, dass Reisen in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Gerade deshalb, so Hans-Ingo Biehl, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutsches Reisemanagement, „wird die detaillierte Vorbereitung auf Geschäftsreisen noch notwendiger“. Ein Großteil der Unternehmen in Deutschland habe noch Nachholbedarf, sagte er, da oft genug nur bis zum Werkstor gedacht werde. „Für Geschäftsreisende fängt die Herausforderung aber am Werkstor erst an.“

Das Kundenforum 2017 von American Express Global Business Travel beschäftigte sich aber nicht nur mit Terror, Trump & Brexit – auch wenn Dr. Torsten Schaper, Head of Regulatory Analysis der Deutschen Börse, in seinem Vortrag darauf hinwies, dass alles nach einem harten Brexit aussieht.

Prof. Dr. Klemens Skibicki, Inhaber des Lehrstuhls für Economics, Marketing und Marktforschung an der Cologne Business School, führte den Teilnehmern des Kundenforums vor Augen, wie stark die Digitalisierung nicht nur die Wirtschaft, sondern alle Bereiche des Lebens bestimmt. Gegenwärtig würden die Regeln neu geschrieben, „und das geht nicht mehr weg“. Sein Credo: Die Digitalisierung ist so erfolgreich, weil sie Dinge einfacher macht – und das wollen alle. Im Grunde sei die Forderung von Karl Marx wahr geworden, die Produktionsmittel in die Hände der Menschen zu legen. „Die Menschen haben sich nicht geändert. Sie wollten das immer schon. Jetzt können sie es.“ Und zwar, weil die Kosten für die vollständige Vernetzung gegen Null gehen. Skibicki verglich das soziale Netz mit einer klassischen Gartenparty: Dort werden genauso Katzenbilder gezeigt wie über Produkte geredet wie auf Facebook. Das sei nicht neu; neu sei nur, dass über das Netz ständig Kontakt zu allen gehalten werden könne. Es sei die Chance und es gebe die Mittel, den Kunden ständig zuzuhören, wenn sie über Produkte reden. „Und wir wissen, was kommt, denn die heute Zwanzigjährigen werden nicht mit 60 ihre Smartphones fortwerfen“, sagte er. „Allerdings hat Deutschland noch viel nachzuholen. Wir sitzen im Zug ganz hinten.“

„Das Kundenforum 2017 von American Express Global Business Travel war mit rund 150 Gästen das bisher umfangreichste und höchstkarätige“, sagt Florian Storp, Vice President Central Europe von GBT. „Ich habe gelernt, dass Reisen wichtig bleibt und einfach ist wie nie, es aber eine Schere gibt zwischen dieser Realität und der subjektiven Wahrnehmung, alles werde schwieriger und gefährlicher. Das ist die Herausforderung, mit der Travel Manager wie auch GBT in den kommenden Monaten und Jahren zu tun bekommen. Das Kundenforum hat uns auf diesem Weg ein gutes Stück weitergebracht.“

GBT III B.V. d/b/a American Express Global Business Travel

American Express Global Business Travel (GBT) stattet Unternehmen aller Größen mit den Informationen, Tools, Dienstleistungen und dem Fachwissen aus, die sie brauchen, damit ihre Reisenden informiert, produktiv und auf ihre Aufgaben konzentriert unterwegs sein können. Mit rund 12.000 Mitarbeitern und Angeboten in nahezu 120 Ländern auf der ganzen Welt ermöglicht GBT seinen Kunden die Kontrolle über ihre Travel-Management-Programme, die Optimierung der Renditen ihrer Investitionen in Reisen und Konferenzen sowie gleichzeitig - und mindestens genauso wichtig - außergewöhnliche Fürsorge für die Reisenden.

Mehr Informationen unter amexglobalbusinesstravel.com, amexglobalbusinesstravel.com/content und @ twitter.com/amexgbt.

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