Freitag, 20. Oktober 2017


  • Pressemitteilung BoxID 281725

Premiere auf der imm: Möbel aus FSC®- und Fairtrade-zertifiziertem Holz

Neue Chancen für Kommunal- und Kleinwaldbetriebe

Köln, (lifePR) - Tische, Stühle, Bänke - auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches - schon gar nicht für Besucher der Internationalen Möbel Messe (imm) in Köln. Doch hier geht es um mehr: Diese Möbel sind etwas Besonderes - für eine kleine Anzahl Menschen in Bolivien bedeuten sie große Pläne für die Zukunft und Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie arbeiten im Kleinwaldbetrieb Multiagro, der als einer der ersten Betriebe an einem Pilotprojekt von FSC und Fairtrade teilnimmt. Im Rahmen der Messe stellen der Forest Stewardship Council ® (FSC) und Fairtrade Deutschland ihr Projekt vor: Die Stärken beider Siegel werden gebündelt, um Mitgliedern von Kleinwaldbetrieben den Einstieg in den Weltmarkt und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.

"Durch die Kooperation mit Fairtrade möchten wir ganz gezielt Mitglieder von Kommunal- und Kleinwaldbetrieben unterstützen. Die Fairtrade-Standards sind dabei eine optimale Ergänzung unserer FSC-Prinzipien und Kriterien", sagt Dr. Uwe Sayer, Geschäftsführer von FSC Deutschland. Die FSC-Zertifizierung belegt, dass die Wälder nach strengen sozialen, ökologischen und ökonomischen Standards bewirtschaftet werden. Sichere Arbeitsbedingungen, die unter anderem die internationalen Arbeiterrechte berücksichtigen, werden vorgeschrieben. "Die Fairtrade-Standards stellen zusätzlich sicher, dass die Kleinwaldbetriebe einen fairen Preis für ihre Produkte erhalten und dass eine Fairtrade-Prämie ausgezahlt wird", so Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair. Mit der Prämie werden Projekte finanziert, die der Gemeinschaft zugutekommen. In Bolivien beispielsweise werden mit der ersten Fairtrade-Prämie Schulmaterialien für die Kinder der Mitglieder des Kleinwaldbetriebes finanziert.

Kleinwaldbetriebe in Bolivien, Chile und Honduras

Für die ärmsten Menschen der Welt, von denen viele der indigenen Bevölkerung angehören - zählen Wälder neben Landwirtschaft -zu den wichtigsten Quellen, um ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften und gleichzeitig ihre ethnische Zugehörigkeit und Kultur zu erhalten. Die ersten Kleinwaldbetriebe für FSC- und Fairtrade-zertifiziertes Holz befinden sich in Bolivien, Chile und Honduras.

Quadrato übernimmt Vorreiterrolle

Die ersten Möbel aus FSC-Fairtrade-zertifiziertem Holz kommen von der Agentur Gansbühler aus Eibelstadt. Unter der Möbelmarke Quadrato wird die Kollektion Veracruz erscheinen, die aus Couchtischen, Lowboards, Sideboards und Highboards sowie Vitrinenschränken, einer Bank, Stühlen und einem Esstisch besteht. "Uns ist es wichtig als Unternehmen Verantwortung zu übernehmen. Mit unserer Möbelkollektion möchten wir einen ernst gemeinten Beitrag für den Fairen Handel und eine nachhaltige Forstwirtschaft leisten", sagt Geschäftsführer Claudius Gansbühler. Die Agentur Gansbühler übernimmt damit eine Vorreiterrolle innerhalb der Möbelindustrie. Nicht zuletzt macht Quadrato damit deutlich, dass modernes Design und soziale Verantwortung sehr gut zusammenpassen.

Erste Pläne für Prämien-Projekte

Die Mitglieder des Kleinwaldbetriebs Multiagro in Bolivien schmieden bereits erste Pläne, wie die Fairtrade-Prämie eingesetzt werden könnte: Ein Fonds für Stipendien ist im Gespräch, damit die Kinder der Bauern nicht nur in die Grundschulen auf den Dörfern gehen, sondern auch die weiter führenden Schulen in den Städten besuchen können. Und es wird über einen Gesundheitsfonds nachgedacht, aus dem die Arztkosten der Mitglieder bestritten werden können. All das ist vorerst Zukunftsmusik. "Die spannende Frage ist jetzt, ob es genügend Abnehmer für unser FSC-Fairtrade-zertifiziertes Holz gibt", meint Juan Pablo Demeure von Multiagro, der das Familienunternehmen in zweiter Generation führt. "Die ganze Idee funktioniert ja nur, wenn es auch Kunden gibt, die bereit sind, ein wenig mehr für das Holz zu bezahlen."

Klare Orientierung für Verbraucher und erste Verkaufsstellen

Durch die Verwendung des FSC- und Fairtrade-Siegels wird es Verbrauchern einfach gemacht Holz-Produkte zu erkennen, die nach ethischen und nachhaltigen Aspekten gehandelt und produziert wurden. Verkauft werden die Quadrato Möbel ab sofort bei der memo AG, Otto und den Möbelhäusern Segmüller, Schaffrath und Schongau.

Auch in Österreich und Schweden werden Holzprodukte mit FSC-Fairtrade-Siegel verkauft. Die schwedische Firma Kährs hat kürzlich bereits ihre Parkettfußböden mit dem Doppelsiegel vorgestellt, dessen Holz aus Chile stammt.

Nächste Schritte des Pilotprojekts

Das Pilotprojekt wurde im April 2009 gestartet und wurde während der ersten drei Jahre von der niederländischen Organisation ICCO finanziert. Nach der Markteinführung der Produkte wird eine Auswertung erfolgen, wie Verbraucher auf die Doppel-Siegelung reagieren und welche Auswirkungen der neue Fairtrade-Holz-Standard für die Produzenten im Süden hat. Auf Grundlage der Ergebnisse werden FSC und Fairtrade eine Entscheidung fällen, ob und wie das Projekt weiter geführt wird.

TransFair e. V. und Fairtrade International

Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. TransFair wird von 36 Mitgliedsorganisationen unterstützt. Derzeit bieten in Deutschland 200 Lizenznehmer rund 2.000 Fairtrade-Produkte wie Kaffee, Tee, Schokolade, Kekse, Kakao, Honig, Bananen, Fruchtsäfte, Eistees, Wein, Sportbälle, Reis, Rosen und Textilien aus Fairtrade-Baumwolle an. Fairtrade-Produkte sind in über 36.000 Geschäften, im Naturkosthandel und in allen Weltläden erhältlich. Darüber hinaus schenken rund 18.000 Kantinen, Cafés, Mensen und Hotels fair gehandelten Kaffee und andere Produkte aus.

TransFair gründete 1997 die internationale Dachorganisation Fairtrade (FLO e. V.), die mit der Standardsetzung und Betreuung der Partnerorganisationen betraut ist. Weltweit profitieren rund 1,2 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen von Fairtrade. Zusammen mit ihren Familien werden mehreren Millionen Menschen durch den Handel mit Fairtrade-Produkten bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen ermöglicht.

Mit der Kontrolle der Fairtrade-Standards ist die unabhängige Zertifizierungsorganisation FLO-CERT GmbH beauftragt, die der internationalen Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsorganisationen ISO 65 entspricht. Weitere Informationen unter www.fairtrade-deutschland.de

FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V.

Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine nicht-staatliche, gemeinnützige Organisation zur Förderung einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung der Wälder dieser Welt. Der FSC ist eine Mitgliederorganisation und ist in seiner Struktur geprägt von Partizipation, Demokratie, Gerechtigkeit und Transparenz. Er bildet ein einzigartiges Forum, in dem Stakeholder sich weltweit treffen und im Rahmen von Multi-Stakeholder-Prozessen grundlegende soziale und ökologische Kriterien für die Waldbewirtschaftung festlegen. Die Mechanismen des FSC unterstützen eine bessere Einbindung der lokalen und indigenen Bevölkerung in die Waldbewirtschaftung und sorgen für sichere und faire Arbeitsbedingungen für Waldarbeiter sowie für eine effiziente Konfliktbewältigung.

Durch ergänzende Programme, Dienstleistungen und Lösungskonzepte zur FSC-Zertifizierung, ermächtigt der Forest Stewardship Council Organisationen, Unternehmen und Gemeinschaften, eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung zu unterstützen. Der FSC nutzt das Instrument der Zertifizierung, um Markteinfluss zu gewinnen, die Anerkennung des Wertes von Wäldern voranzubringen und um soziale und ökologische Bedingungen in den Wäldern weltweit zu verbessern. Die Kernaktivitäten des FSC sind die Bereitstellung von international anerkannten Standards, die Sicherung des Warenzeichens und Akkreditierungsdienste für Unternehmen, Organisationen und Gemeinschaften, die sich für verantwortungsvolle Forstwirtschaft interessieren.

Anfang 2011 sind über 143 Millionen Hektar Wald in über 80 Ländern weltweit FSC-zertifiziert; ein Viertel der FSC-zertifizierten Wälder werden von Kleinwaldbesitzern und Kooperationsgemeinschaften bewirtschaftet. Das FSC-Logo und die On-Product Label sind zu einer weltweit vertrauenswürdigen Marke für Unternehmen und Verbraucher geworden, die Waldprodukte nachfragen, die Gutes für Menschen und Umwelt bewirken und gleichzeitig einen wirtschaftlichen Nutzen bringen.

Weitere Informationen über FSC finden Sie unter www.fsc.org oder www.fsc-deutschland.de

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Staat und Wohlfahrt in gemeinsamer Verantwortung

, Medien & Kommunikation, Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V.

Das Subsidiaritätsprinzi­p in der Sozialpolitik in Baden-Württemberg als „Verteilung von Aufgaben in gemeinsamer Verantwortung von Staat und...

Zwanzig Jahre im Paradies oder das kleine Glück - Naturbuch von Irma Köhler-Eickhoff bei EDITION digital

, Medien & Kommunikation, EDITION digital Pekrul & Sohn GbR

Ein ungewöhnliches Naturbuch ist jetzt sowohl als gedruckte Ausgabe wie auch als E-Book bei der EDITION digital erschienen: Unter dem Titel „Vogelgezwitscher...

FQL wurde mit origineller Geschäftsidee für den B.C.B.-Business-Award nominiert

, Medien & Kommunikation, FQL - Kommunikationsmanagement für Motivation, Begeisterung & Erfolg

„Jonglieren gehört in Unternehmen, wie Veränderung/Wandel zum Business.“ sagt Stephan Ehlers, Inhaber des Münchner Beratunsgunternehmen­s FQL....

Disclaimer