Samstag, 23. Juni 2018


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Zum 350. Todestag Johann Crügers (1598-1662)

Gesangbuchautor und Entdecker Paul Gerhardts am 23. Februar 2012

Halle an der Saale, (lifePR) - .
- Neuerscheinung im Verlag der Franckeschen Stiftungen/ Ortus Musikverlag
»Schmücke dich, o liebe Seele«. 33 ausgewählte Kirchenlieder aus Johann Crügers Praxis Pietatis Melica. Hrsg. von Hans-Otto Korth und Wolfgang Miersemann. Halle 2012.

Buchpräsentation auf der Leipziger Buchmesse mit der Lautten-Compagney am 17. März, 16.30 Uhr, Halle 3, Stand A 200 (Leseinsel Religion)

Am 23. Februar 2012 jährt sich zum 350. Mal der Todestag eines der bedeutendsten Gesangbuchherausgeber des 17. Jh. Johann Crüger, Kantor an der Berliner Nikolaikirche, an der später auch Philipp Jakob Spener (1635-1705) wirkte, hatte 1640 mit dem "Newen vollkömlichen Gesangbuch", ab der zweiten Auflage "Praxis Pietatis Melica", das berühmteste und erfolgreichste lutherische Gesangbuch seiner Zeit herausgegeben, dessen Wirkung bis in die Gegenwart reicht. Bekannt ist die Praxis Pietatis Melica als der Ort, an dem die meisten Lieder Paul Gerhardts (1607-1676) erstmals erschienen und von Crüger mit ihren berühmten Melodien versehen wurden. Das Gesangbuch wurde dann auch von Johann Anastasius Freylinghausen rezipiert, der 1704 in Halle mit dem "Geistreichen Gesangbuch" die bedeutendste Sammlung pietistischer Lieder herausgab. Zum Jubiläum erscheint am 23. Februar ein Auswahlband mit Liedern der Praxis Pietatis Melica im Verlag der Franckeschen Stiftungen/Ortus Musikverlag. Am 17. März 2012 wird das Buch auf der Leipziger Buchmesse gemeinsam mit der Lautten-Compagney präsentiert: 17. März 2012, 16.30 Uhr , Halle 3 (Leseinsel Religion)

Johann Crüger schuf mit der Praxis Pietatis Melica ein lutherisches Gesangbuch, das nicht nur selbst über hundert Jahre immer wieder neu aufgelegt wurde, sondern mit seiner Konzeption, seinen Texten und Melodien Vorbild und Quelle vieler weiterer Gesangbücher wurde.

Crügers Leben und Wirken hat sich in der Zeit "voll krieg und grosser schrecken" (Paul Gerhardt) vollzogen. Durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), durch Armut und Hunger, Seuchen und Pest wurde die Bevölkerung Berlins um die Hälfte auf 6000-7000 Einwohner reduziert. Viele Häuser verfielen oder standen leer. Crügers Einkünfte scheinen bescheiden gewesen zu sein. Eine erste Ehe, 1628 mit Maria Aschenbrenner, der Witwe eines Ratsherrn, geschlossen, endete bereits 1636 durch den Tod der Frau an der Pest. 1637 heiratete Crüger erneut, diesmal die gerade sechzehnjährige Elisabeth Schmidt. Von fünf Kindern aus der ersten und 14 aus der zweiten Ehe verstarben die meisten bereits im frühen Alter. Auch der Kantor selbst erkrankte an der Pest und wurde 1639 gar schon totgesagt. [...] In den für Berlin wie für ihn selbst besonders schweren Jahren nach 1630 hatte Crüger sich verstärkt dem geistlichen Lied zugewandt. Zahlreiche damals neue Liedschöpfungen zeigen den Einfluss einer seit etwa 1600 aufgekommenen Frömmigkeitsbewegung, die ganz auf innerliche, persönliche Erfahrungen des Glaubens gerichtet war."
Christian Bunners im Nachwort zur Jubiläumsausgabe.

Die weitreichenden Einflüsse der Praxis Pietatis Melica zeigen sich beispielhaft an Johann Anastasius Freylinghausens Geistreichem Gesangbuch aus dem Jahr 1704. Eines der bis in unsere Tage bekanntesten Adventslieder "Macht hoch die Tür" erschien erstmals in der Praxis Pietatis Melica. Die uns heute vertraute Melodie findet sich dagegen erst im Freylinghausenschen Gesangbuch.

Pünktlich zum 350. Todestages Johann Crügers wurde die vorliegende Auswahl von Dr. Wolfgang Miersemann und Dr. Hans-Otto Korth herausgegeben. Dr. Miersemann war seitens der Franckeschen Stiftungen bereits mit der Edition des Freylinghausen-Gesangbuches betraut; Dr. Korth arbeitete zuvor an der Kasseler Kirchenliedmelodien-Edition bis zu deren Abschluss.
Die Ausgabe vereint Lieder Johann Heermanns, Paul Gerhardts und Johann Francks - um nur einige zu nennen - aus der zehnten Edition des Gesangbuchs der Praxis Pietatis Melica aus dem Jahr 1661, der letzten Auflage von Crügers eigener Hand.
Die Melodien und Generalbässe der ausgewählten Lieder sind in den heute gebräuchlichen Notenschlüsseln wiedergegeben; die Akkorde zu den Bässen wurden durch Herrn Axel Gebhardt ausgesetzt. Beides vereinfacht eine Klavier- oder etwa auch Gitarrenbegleitung, so dass mit "Schmücke dich, o liebe Seele" ein Band vorliegt, der gemäß Crügers Absicht zum gemeinschaftlichen Singen anregt.

»Schmücke dich, o liebe Seele«. 33 ausgewählte Kirchenlieder aus Johann Crügers Praxis Pietatis Melica. Hrsg. von Hans-Otto Korth und Wolfgang Miersemann. Halle 2012. IX, 91 S., € 23,-; ISBN 978-3-939922-34-6

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