Freitag, 24. Februar 2017


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Vogelküken und Pflanzenschutzmittel: ab 2010 neue Risikoprognosen

(lifePR) (Wädenswil, ) Anfang 2010 erscheint eine revidierte europäische Richtlinie zur Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln für Vögel. Die Schweiz wird in den nächsten Monaten die neue Richtlinie prüfen. Gezielt sollen diejenigen Aspekte übernommen werden, die dazu beitragen, die eigenen Prognosemodelle zu optimieren und die Pflanzenschutzmittelprüfung weiter zu präzisieren. Ein Aspekt wird bereits heute als sehr relevant betrachtet: Neu sollen Prognosen für die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln auf Vogelküken möglich sein. So können nicht nur erwachsene Vögel, sondern auch die empfindlicheren Jungvögel besser geschützt werden.

Kommen Vögel mit Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft in Kontakt? Wenn ja, welche Auswirkungen sind zu erwarten? Entsprechende Risikoanalysen macht die Gruppe Ökotoxikologie der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW, bevor neue Pflanzenschutzmittel vom Bund bewilligt werden. Zurzeit geschieht dies aufgrund einer europäischen Richtlinie aus dem Jahr 2002. Um gewisse Lücken in dieser Richtlinie zu schliessen, kommt Anfang 2010 eine stark revidierte Fassung auf den Tisch.

Küken haben keine Wahl

Eine positive Änderung in der revidierten Richtlinie ist beispielsweise ein neues Beurteilungsszenario für frisch geschlüpfte Vogelküken. Genau bei diesem Thema steckte bisher der Wurm drin: Wenn nämlich die verfütterten Insekten und Würmer Pflanzenschutzmittelrückstände haben, ist das Gesundheitsrisiko für Küken grösser als für erwachsene Vögel. Denn: Küken sind kleiner und empfindlicher als ihre Eltern. Zu dem können Küken ihr Futter nicht selber wählen - sie müssen schlucken, was ihnen herbeigeschafft wird.

Nach der Publikation der neuen Richtlinie werden sich alle EU-Mitgliedstaaten mit der Umsetzung auseinandersetzen, zudem auch die Schweiz. Trotz der neuen Richtlinie wird eine Restunsicherheit bleiben, denn weder das Verhalten der Vögel noch das Verhalten der Pflanzenschutzmittel in der Umwelt lassen sich restlos kontrollieren und bis ins letzte Detail erfassen. Das Ziel ist dennoch eine möglichst realitätsnahe, wissenschaftlich fundierte und europaweit harmonisierte Risikobewertung für einen noch besseren Vogelschutz.

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