Dienstag, 23. Mai 2017


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Gelbrost: Rückkehr einer alt bekannten Weizenkrankheit

(lifePR) (Wädenswil, ) Nach zehn Jahren Abwesenheit, trat der Gelbrost dieses Jahr in sämtlichen Weizen- und Triticalenbauregionen des Schweizer Mittellandes auf. Die Unter-suchungen von Agroscope zeigen, dass der Befall durch ein und denselben Stamm verursacht wurde, dessen Virulenzen bis anhin in der Schweiz noch nicht erfasst waren. Der neue Stamm befällt die aktuellen Weizen- und Tritica-lesorten unterschiedliche stark. Die Ergebnisse werden Grundlage für die An-passung der empfohlenen Sortenliste bilden, welche von Agroscope und swissgranum gemeinsam ausgearbeitet wird.

Im Getreidejahr 2012 trat der Gelbrost des Weizens in allen nördlich der Alpen gelegenen Schweizer Regionen auf. Die Krankheit befiel bestimmte Weizensorten und in weniger grossem Ausmass die Triticale. Feuchtes und kühles Wetter im Frühling begünstigte das Auftreten der Krankheit. Die Befallsstärke hing von der Region und der Sorte ab.

Das Resistenzlabor des Forschungsbereichs Ackerpflan-zenzüchtung und Genressourcen von Agroscope hat drei Gelbroststämme untersucht. Die Stämme aus Estavayer-le-Lac (FR), Court (BE) und Ellighausen (TG) sind identisch und zeigen Virulenzen, welche in der Schweiz noch nicht erfasst worden sind. Mehrere bis anhin resistente Weizens-orten zeigen eine unterschiedlich starke Anfälligkeit gegen-über Gelbrost.

Gelbrost bei Weizen und Triticale ist eine Krankheit, welche nur selten auftritt. Die letzte Epidemie geht auf den Anfang 2000 zurück. Im Jahr 2009 wurde in der Schweiz eine noch unbekannte Virulenz ausgemacht, die jedoch keine Schä-den verursachte. Der diesjährige Stamm enthält die 2009 identifizierte Virulenz und zudem weitere Virulenzen. Da es sich um eine gefährliche Krankheit handelt, welche zu bedeutenden wirtschaftlichen Verlusten führen kann, haben die von Agroscope gezüchteten Weizen- und Tritica-lesorten im Allgemeinen gute Resistenzen. Damit eine Epidemie ausbricht, müssen zwei Ereignisse gleichzeitig auftreten: günstiges Wetter und das Vorhandensein ei-nes Pathogens, das in der Lage ist, die Resistenzen der bestehenden Sorten zu überwinden. Genau diese Situation traf dieses Jahr ein.

Die Pathogentests im Gewächshaus und die Feldtests lassen den Rückschluss zu,dass die Sorten Cambrena (Biskuitweizen), Lorenzo, Suretta und Titlis (Klasse TOP) gute Resistenzen gegenüber Gelbrost aufweisen. Die Sortenzüchtung ist er-neut gefordert, neue resistente Sorten zur Verfügung zu stellen.

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