Samstag, 16. Dezember 2017


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Eröffnung der Sonderausstellung »Bildergeschichten der Reformation - Die Kunst der Bremer Snitker« am 29.10.2017 um 11:30 Uhr im Focke-Museum

Bremen, (lifePR) - »Darum muss ichs zugeben: die Bilder sind weder das eine noch das andere, sie sind weder gut noch böse, man kann sie haben oder nicht haben.«
Martin Luther, Invocavitpredigt vom 12. März 1522

Bildergeschichten der Reformation
29. Oktober 2017 bis 2. April 2018

In den Jahrzehnten um 1600 entstanden in Bremen zahlreiche Möbel, deren Schnitzereien biblische Geschichten nacherzählen. Sie wurden von vornehmen Familien in Auftrag gegeben, die auf diese Weise ihre Orientierung an christlichen Normen demonstrierten. Martin Luther stand Bildwerken im Kirchenraum zwar ablehnend gegenüber, schätzte sie aber zur Veranschaulichung seiner Glaubenslehren.

 

Zwischen 1560 und 1630 entstand in Bremen eine große Zahl von Repräsentationsmöbeln mit figürlichen Bildschnitzereien, die detailreiche Schilderungen religiösen Inhalts zeigen. Die Bildfelder werden von Textleisten gerahmt, die deren Ikonographie erläutern. Ganz im Sinne Martin Luthers dient hier die Anschaulichkeit szenischer Darstellungen dem eindeutigen Verständnis vieldeutiger Bibelstellen oder reformatorischer Lehrbilder.

 

Bald nach der Mitte des 16. Jahrhunderts war es in Bremen zu einem innerprotestantischen Glaubensstreit gekommen, der eine entschiedene Ablehnung von bildender Kunst in den Kirchen zur Folge hatte. Die fromme Kunst wechselte nun die Räume. An die Stelle kirchlicher Auftraggeber traten wohlhabende Bürger, die von den Snitkern, so nannten sich die Bremer Holzbildhauer, Möbel mit biblischen Szenen für ihre Privathäuser fertigen ließen. In dieser profanen Sphäre erhielten die religiösen Darstellungen einen erzählerischen Charakter. Die nach druckgraphischen Vorlagen komponierten Bilderzählungen lassen zugleich eine forcierte Sicht auf die Lebenswirklichkeit erkennen.

 

Die in Bremen gefertigten Möbel und Möbelfragmente zählen zu den künstlerisch eindrucksvollsten Beständen des Focke-Museums. Zum ersten Mal wird ihnen jetzt, im Jubiläumsjahr der Reformation, eine eigene Ausstellung gewidmet. Die Sonderausstellung »Bildergeschichten der Reformation – Die Kunst der Bremer Snitker« erläutert am Beispiel der Bildschnitzereien, wie ein epochaler gesellschaftlicher Wandel auf die Künste wirkte und wie die Künste gewandelte Glaubensgrundsätze propagierten. Es wird eine Kunst beleuchtet, die, ebenso wie der reformierte Glaube, nicht ihren Verlauf hätte nehmen können ohne die vorausgegangene Entwicklung von Buchdruck und Kupferstich.

 

Zur Gestaltung der Ausstellung

 

„Die Gestaltung der Sonderausstellung Bildergeschichten der Reformation — Die Kunst der Bremer Snitker bildet ein abstraktes Grundgerüst zur Veranschaulichung der (Alltags-)Situation während der Reformation. Inszenatorisch wirksame Elemente, wie der Marktplatz mit Kirche und bunte Hausfassaden vor dunklen Gassen, verstehen sich als Assoziationsketten-Dealer und unterstützen Besucher*innen bei ihrer Spurensuche. Mit einem Augenzwinkern untermalt das Gestaltungskonzept die komplexe, geschichtliche Thematik.“

 

Nanna Funke und Steffen Sendelbach

Funkelbach — Büro für Architektur und Grafikdesign

www.funkelbach.de

Leipzig

 

Zur Eröffnung

 

Die Ausstellung wird am

Sonntag, 29. Oktober, um 11:30 Uhr

eröffnet.

 

Zur Eröffnung ist der Eintritt frei!

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