Sonntag, 18. Februar 2018


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Friedensnobelpreis-Stiftung gibt Investments in Atomwaffenhersteller zu und verkündet Ausstieg

Berliner NGO Facing Finance fordert die geplanten ethischen Investmentregeln der Stiftung auch auf andere problematische Beteiligungen auszudehnen

Berlin, (lifePR) - Die norwegische Nobelpreis-Stiftung hat die am 19.10.17 von Facing Finance und seiner norwegischen Partnerorganisation Framtiden erhobenen Vorwürfe des Investments in Atomwaffenhersteller nun bestätigt. Der diesjährige Friedensnobelpreis wurde zuvor an die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (ICAN) verliehen, zu der auch Facing Finance gehört. 

Der Direktor des norwegischen Nobelinstituts, Olav Njølstad, kündigte im Rahmen einer TV-Diskussion des norwegischen Fernsehens an, die Beteiligungen der Stiftung an Atomwaffenherstellern innerhalb von 12 Monaten zu veräußern und „ethische“ Investment-Richtlinien zu installieren, die derartige Investments zukünftig ausschließen sollen.

Die Berliner NGO Facing Finance und seine norwegischen Partnerorganisation Framtiden hatten vor knapp 2 Wochen Recherchen veröffentlicht, wonach sich das Preisgeld (rund 940.000 Euro) für den Friedensnobelpreis u.a. aus Investments in europäische und US-amerikanische Rüstungsfirmen speist. Diese Unternehmen (z.B. Boeing, Airbus, BAE Systems Lockheed Martin, Raytheon) sind allesamt Teil aktueller Atomwaffenprogramme bzw. in deren Wartung und Modernisierung involviert.

„Wir begrüßen die Entscheidung des norwegischen Nobelinstituts,“ sagt Thomas Küchenmeister, geschäftsführender Vorstand von Facing Finance. „Ein Friedensnobelpreis darf nicht mit Geld honoriert werden, das aus Waffengeschäften stammt,“ so Küchenmeister.

Küchenmeister fügt hinzu, dass die neuen Investment-Richtlinien der Stiftung nicht nur Atomwaffen, sondern auch andere problematische Beteiligungen, die zum Beispiel von Umwelt- und/oder Klima-Zerstörung, Ausbeutung oder Korruption profitieren, ausschließen sollten. Facing Finance wird diesbezüglich die jährlichen Finanzberichte des norwegischen Nobelinstituts gründlich prüfen und ggf. beanstanden.

„Wir werden das norwegische Nobelinstitut zukünftig mit unseren jährlichen „Dirty Profits“ Berichten versorgen, um zu verhindern, dass die zukünftigen Nobelpreise nicht auch von weiteren Verstößen gegen soziale und ökologische Normen profitieren“, kündigte Küchenmeister an.

Mehr Informationen auf http://www.facing-finance.org/de/2017/10/friedensnobelpreis-stiftung-investiert-in-atomwaffenhersteller/

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