Donnerstag, 21. September 2017


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Ein Studienabbruch muss nicht das berufliche Aus bedeuten

Chancen für Studienabbrecher durch eine Berufsausbildung

Stuttgart, (lifePR) - Durchschnittlich 29 Prozent aller Bachelorstudierenden in Deutschland brechen ihr Studium ab. Bei manchen Studiengängen, etwa in den Ingenieurswissenschaften, liegt die Abbruchquote deutlich darüber: dort wirft fast jeder zweite Student das Handtuch. Insgesamt sind das jedes Jahr rund 100.000 Abbrüche.

Doch das muss nicht das Ende sein: Viele Studienabbrechende beginnen zeitnah eine Berufsausbildung oder treten ohne Abschluss ins Erwerbsleben ein, so das Ergebnis einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), die Anfang Juni in Berlin vorgestellt wurde. “Das zeigt, wie wichtig eine gute Berufsorientierung bereits in der Schulzeit ist. Gleiches gilt für die gezielte Unterstützung von Studienanfängern, die dabei hilft, Studienabbrüche zu vermeiden”, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka bei der Vorstellung der Studie.

Wichtig sei die Prävention von Studienabbrüchen durch intensive Berufsorientierung in der Schule. „Wir verfolgen das Ziel, Studienabbrüchen durch die frühzeitige Vermeidung von Fehlentscheidungen vorzubeugen. Schülerinnen und Schüler sollen idealerweise gleich den für sie passenden Weg einschlagen“, so die baden-württembergische Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz, die die DZHW-Studie gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium initiiert hat. Besonders erfreulich sei, dass die Berufsausbildung für Studienaussteiger eine sehr attraktive Perspektive bedeute: Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus dem Jahr 2015 zeigt, dass die Arbeitslosenquote von Meistern und Technikern nochmals deutlich unter der ohnehin niedrigen Quote bei Akademikern liegt. Fachkräfte in gewerblich-technischen Berufen sind zudem deutlich mehr gefragt als Geisteswissenschaftler. Auch eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft belegt, dass Fachkräfte mit einem Fortbildungsabschluss nahezu die gleichen Lebenseinkommen verdienen als Akademiker.

Auch das Deutsche Stuckateurhandwerk als das vielseitigste Ausbaugewerk mit hohen Anforderungen an seine Fachbetriebe hat sich mit der Problematik der extrem hohen Studienabbrüche befasst und bietet Studienzweiflern und Studienabbrechenden eine attraktive Alternative als Ausbaumanager bzw. Ausbaumanagerin. Für technisch interessierte und handwerklich Begabte gibt es in diesem Ausbildungsmodell vielversprechende Karrierechancen. Diese ‚triale‘ Ausbildung bietet interessante berufliche Aussichten und qualifiziert für Führungsaufgaben. Bei Vertragsschluss mit einem qualifizierten Betrieb des Stuckateurhandwerks können die Abschlüsse Stuckateurgeselle/in, Stuckateurmeister/in, Ausbaumanager/in sowie Gebäude-Energieberater/in erworben werden.

Die Teilnehmer werden im Rahmen ihrer Ausbildung während sieben Semestern intensiv darauf vorbereitet, Führungsaufgaben in einem Handwerksbetrieb zu übernehmen. Die Ausbildung findet im Betrieb und überbetrieblich im Raum Stuttgart per Blockstudium an der Berufsschule, in überbetrieblichen Lehrwerkstätten sowie im Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade statt. Darüber hinaus werden auch Unterrichtseinheiten an Hochschulen und der Knauf Akademie durchgeführt.

Es lohnt sich für Studienabbrecher also durchaus, über ein Praxisstudium zum Ausbaumanager nachzudenken. Nicht nur, dass man dabei viel Praxiserfahrung sammelt, am Bau gibt es auch eine Vielzahl an Möglichkeiten, in denen man sich selbst verwirklichen kann. So können sich ehemalige Studienabbrecher in traditionellen Bauunternehmen ihren Aufstieg auf der Karriereleiter selbst vorbereiten und sogar selbst einen Betrieb übernehmen oder neu gründen.

In dem im Herbst bereits zum dritten Mal beginnenden Ausbildungsstart gibt es für Kurzentschlossene noch einige wenige freie Plätze. Am Ausbildungsmodell interessierte Studienabbrecher oder Berufsstarter – aber auch Betriebe – finden vertiefende Informationen über das Praxisstudium und Ausbildungsplätze bundesweit auf der Internetseite des Stuckateurverbandes unter www.ausbau-manager.de. Darüber hinaus berät Kursleiter Thomas Nothacker Schulabgänger, Studienabbrecher und Ausbildungsbetriebe und vermittelt auch freie Plätze an Interessenten.

Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade

Der Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg (SAF) fördert als Interessenverband die fachliche, wirtschaftliche und berufliche Entwicklung seiner Mitglieder, stellt ihnen Informationen über Technik, Richtlinien, Recht, Betriebswirtschaft und Marketing zur Verfügung. Darüber hinaus ist der SAF Tarifpartner, bündelt die Branchenmeinung und engagiert sich in hohem Maße in den Bereichen Aus- und Weiterbildung.

Seit 2009 ist der SAF in den Bereichen Putz, Stuck, Trockenbau, Wärmedämmung und Fassade, Bildungsdienstleistung, Technologiebeschleunigung und als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis als bundesweit verantwortliches Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade (KomZet) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung anerkannt. Eine wichtige Aufgabe des KomZet besteht darin, Unterrichtsmaterialien, Unterrichtseinheiten und Seminare - auch unter Einbeziehung neuer, digitaler Medien - für die Aus- und Weiterbildung der Stuckateure an den aktuellen Bedarf anzupassen bzw. neu zu erarbeiten.

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