Samstag, 21. Juli 2018


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Milchkrisen zukünftig vermeiden! Milcherzeugung nachhaltig sichern!

Milcherzeuger aus ganz Europa bestärken ihre Forderung nach einem gesetzlich verankerten, effizienten Instrument zur Mengenanpassung im Krisenfall

Hamm, (lifePR) - Milcherzeuger von 14 europäischen Verbänden haben sich bei der aktuellen Mitgliederversammlung des European Milk Board (EMB) im spanischen Hoznayo für einen gesetzlichen Rahmen für ein Kriseninstrument zur Mengenreduktion in der GAP ausgesprochen. Dies sei unablässig, um den Milchmarkt langfristig im Gleichgewicht halten zu können.

Der europäische Dachverband der Milchviehhalterverbände bekräftigt erneut seine Forderung nach einer Mengenanpassung in Krisenzeiten. Das im letzten Sommer geschaltete Mengenreduktionsprogramm der EU hat sich unbestritten positiv auf die Entwicklung der Auszahlungspreise ausgewirkt.

„Das EMB Marktverantwortungsprogramm, das in Krisenzeiten einen freiwilligen Lieferverzicht vorsieht, muss nun als reguläres Instrument und in Verbindung mit einer Mengendeckelung in der Gemeinsamen Agrarpolitik verankert werden“, so Romuald Schaber, Vorsitzender des EMB.

Butter versus Milchpulver

Wenngleich in der Öffentlichkeit das Bild der sich erholenden Milchpreise gefeiert wird, ist die Realität auf den Betrieben eine andere. Europas Milcherzeuger erzielen nach wie vor keine kostendeckenden Preise. Die höheren Verkaufserlöse der Molkereien für Milchfett werden durch extrem niedrige Preise für das Milchprotein zunichte gemacht. Von der angespannten Situation am Fettmarkt profitiert vor allem der Handel. Die Konsumenten bezahlen überzogene Butterpreise und finden - wie im Falle Frankreich - leere Regale vor; die Erzeuger schauen durch die Finger.

Für den spanischen Milcherzeugerverband OPL, Gastgeber der diesjährigen EMB Mitgliederversammlung, ist die Situation der heimischen Milcherzeuger sehr ernst. „Milchpreise von 31 Cent pro Liter können unsere Produktionskosten einfach nicht decken – etwa zwei Betriebe müssen täglich zusperren“, so Marta Fernández Nicolás, Vizepräsidenten der OPL. „Spanien zählt derzeit zu den fünf EU-Mitgliedsländern mit den niedrigsten Milchauszahlungspreisen – und das, obwohl die Produktion bei uns um fast 40% rückläufig ist.“ Die europäischen Milcherzeuger sind sich einig, dass die wiederkehrenden Krisen eine langfristig positive Entwicklung der Milchbetriebe verhindern.

Problemprodukt auf dem Markt ist das Milchpulver, das sich in den öffentlichen Lagern stapelt, so Romuald Schaber. „Unsere Mitgliederversammlung fordert ganz klar eine Reduktion der Interventionsmengen von aktuell 109.000 Tonnen pro Jahr und eine gleichzeitige Anhebung des Interventionspreises auf mindestens 30 ct/kg. Es kann nicht sein, dass die EU-Kommission ein Instrument weiterbedient, das außer Kosten wenig bringt und den Milcherzeugern letztlich auf den Kopf fällt“. Größere Mengen sollten nur dann in die Intervention gehen, wenn die Nachfrage nach Milchprodukten unerwartet sinkt, wie etwa im Fall des russischen Embargos.

Im Normalfall muss die Produktion stattdessen durch ein Mengenreduzierungsprogramm an die Absatzmöglichkeiten angepasst werden, wenn die festgelegte Menge erreicht ist. Die Versammlung wehre sich auch klar gegen den Verkauf von Magermilchpulver unter Wert und verlangt alternative Verwertungswege. Vor diesem Hintergrund ist die Installierung eines wirksamen Kriseninstruments das Gebot der Stunde!

Angesichts der dringlichen Lage müssen diese Maßnahmen von der Politik so schnell wie möglich umgesetzt werden. Sollte das nicht der Fall sein, bereiten sich die Milcherzeuger bereits jetzt auf eindrückliche Aktionen vor, um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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