Freitag, 15. Dezember 2017


  • Pressemitteilung BoxID 677174

Tastenwind - Odeon Konzerte 2017/18 - Münchner Komponisten

So, 22.10.17 - Allerheiligen Hofkirche, 11 Uhr

München, (lifePR) - .

Künstlerinnen und Künstler
Andrea Lieberknecht Flöte | Dag Jensen Fagott | Lukas Maria Kuen Klavier |
Meisterschüler der Hochschule für Musik und Theater München

Programm
György Ligeti 6 Bagatellen für Bläserquintett
Wolfgang A. Mozart Quintett für Klavier und Bläser Es-Dur KV 452
Günter Raphael Quartett für 4 Holzbläser op. 61
Ludwig Thuille Sextett für Klavier und Bläser B-Dur op. 6

Zur Konzertreihe

Die Odeon Konzerte der Europäischen Kulturstiftung EUROPAMUSICALE werden in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater München in der Allerheiligen Hofkirche der Residenz München und mit großer Unterstützung der LfA Förderbank Bayern veranstaltet.

Die programmatische Ausrichtung der Konzertreihe, mit selten gespielten Werken der Kammermusik in vielfältigen Besetzungen, ist in ganz besonderem Maße geeignet, eine wichtige Lücke im Musikleben zu schließen. Ein Programmschwerpunkt sind Werke verfemter, ermordeter und vertriebener Komponisten der NS-Zeit. Die Konzertreihe hat in München eine ganz besondere Bedeutung und soll einen kleinen Beitrag gegen das Vergessen einer Zeit leisten, aus der bald keine Zeitzeugen mehr zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund sind die Odeon Konzerte als ein Beitrag zur Volksbildung zu werten. Meisterklassenstudierende der Hochschule für Musik und Theater München musizieren gemeinsam mit ihren Professoren und prominenten Gästen und werden so als gleichwertige Partner auf dem Konzertpodium gefördert.

Als Initiator und Förderer hat die LfA Förderbank Bayern die Wiederaufnahme der ruhenden Odeon Konzerte im Jahr 2006 im wunderbaren Rahmen der Allerheiligen-Hofkirche in der Residenz München erst möglich gemacht. Seither werden die Odeon Konzerte von der LfA Förderbank Bayern gefördert.

Zu den Werken

György Ligeti konnte auf seiner Flucht von Ungarn nach Wien 1956 nur wenige Kompositionen retten. Darunter befanden sich jedoch die 6 Bagatellen für Bläserquintett. Die Grundidee des Werkes ist, bei jedem Satz einen weiteren Ton der chromatischen Tonleiter hinzuzufügen, bis im elften Stück (in den Bagatellen nicht enthalten) alle 12 Halbtöne vereint sind.

In einer der produktivsten Phasen seines Lebens komponierte Wolfgang Amadeus Mozart im März 1784 das Es-Dur-Quintett, KV 452. Er brachte es im Rahmen seiner großen Akademie im Burgtheater der damaligen Wiener Hofoper am 01. April 1784 zur Uraufführung. Im Nachgang an das Konzert schreibt Mozart seinem Vater Leopold: Das Quintett „welches ausserordentlichen beyfall erhalten … Ich selbst halte es für das beste was ich noch in meinem Leben geschrieben habe.“

Günter Raphael wurde 1903 in Berlin geboren und komponierte bereits mit 10 Jahren ein erstes kurzes Werk für Klavier. 1925 wurde er bei Arnold Mendelssohn in Darmstadt Schüler. 1934 stuften die Nationalsozialisten Raphael im Sprachgebrauch als „Halbjuden“ ein und erteilten ihm ein Berufs- und Aufführungsverbot. Im selben Jahr erkrankte er außerdem an einer schweren Tuberkulose, von welcher er sich bis zu seinem Tod 1960 nicht mehr erholen sollte. Trotz Krankheit, Arbeitsverboten und Bedrohung durch Verfolgung in der NS Zeit blieb er auch während der NS-Diktatur in Deutschland. Nach dem 2. Weltkrieg nahm er Lehrtätigkeiten in Duisburg, Mainz und Köln auf. Das Angebot für die Stelle als Thomaskantor in Leipzig schlug er 1956 aus, da er hier seine künstlerische Freiheit gefährdet sah. 1960 starb Günter Raphael an den Folgen seiner jahrelangen Erkrankung auf einem Krankentransport.

Der Münchner Ludwig Thuille teilte zu Lebzeiten das Schicksal mit vielen Komponistenkollegen als „Kleinmeister“ eingestuft zu werden. Beinahe alle Werke von ihm sind heute vergessen wie z.B. die 78 Lieder, 4 große symphonische Werke sowie zahlreiche Kammermusik. Richard Strauß nannte Thuille seinen “liebsten, besten, schönsten, herrlichsten Ludwig” riet diesem jedoch 1885 vom Vorhaben ab, ein Sextett für Bläser und Klavier zu komponieren. Obwohl kurz verunsichert begann Thuille trotzdem 1886 die Komposition und organisierte die Uhraufführung des Sextetts für Klavier und Bläser B-Dur op. 6 1889 auf der Tonkünstlerversammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins in Wiesbaden.

Tickets: € 24 / 33/ 42 | Tel: 0800-545 44 55 (gebührenfrei) |www.europamusicale.de | sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

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