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Pressemitteilung BoxID: 451367 (Etikette Trainer International (ETI))
  • Etikette Trainer International (ETI)
  • Sonnenau 15
  • 22089 Hamburg
  • https://www.etikette-trainer.de

Umgang mit Trauernden

(lifePR) (Hamburg, ) "Trauern heißt Lieben" - Was für ein wunderbarer Titel eines TV-Beitrags am letzten Volkstrauertag. Tod und Abschied ragen immer wieder in unser Leben hinein. Meistens sind wir nur Zuschauer und fragen uns, wie wir am besten mit der dramatischen Erfahrung der anderen umgehen sollen.

Stehen Sie Trauernden bei. Weichen Sie dem Leid anderer nicht aus, wenn Sie damit konfrontiert werden. Flüchten Sie nicht vor Menschen, die vom Tod eines Angehörigen betroffen sind. Wenn die Beerdigung vorbei ist, erwartet die Umwelt, dass der Trauernde wieder funktioniert. Ist das nicht so, erleben Hinterbliebene neben ihrem Verlust dann oft auch noch soziale Isolation.

In der Todesanzeige wird entweder der engste Familienkreis aufgeführt oder der weiteste. Üblich ist auch, dass einer im Namen aller die Anzeige unterschreibt. Diese Vorgehensweise sollte unbedingt vorher abgesprochen werden, damit es keine Kränkungen gibt. Zu beachten ist, dass vor den Namen des/der Verstorbenen nicht der Zusatz "Frau" oder "Herr" gesetzt wird.

Je nach Vertrautheitsgrad möchten Sie ganz spontan zum Hörer greifen und Ihr Beileid ausdrücken? Lieber nicht - ein gut gemeintes Telefonat wird oft als Belastung empfunden. Auch Kondolenzbesuche sind nicht immer erwünscht. Vorherige Anmeldung gehört auf jeden Fall zum guten Ton.

Antworten Sie prompt. Schreiben Sie umgehend einen persönlichen Brief, und zwar auf schlichtem weißem Papier oder eine Kuvert-Karte ohne Trauer-Vordruck - handschriftlich mit Füllfederhalter und schwarzer Tinte. Der schwarze Rand am Briefpapier wird nur vom Trauerhaus bei Todesanzeige und Danksagung verwendet. Beileidsbekundungen werden sehr genau gelesen, darum unterschätzen Sie den Wert Ihres Briefs nicht. Formulieren Sie ohne schmalziges Pathos, was Sie mit dem Verstorbenen verbunden hat, erzählen Sie von gemeinsamen Erlebnissen und warum Sie ihn geschätzt haben. Vermeiden Sie die abgegriffene Formulierung "Herzliches Beileid".

Versehen Sie Ihre Beileidspost mit einer ausgesuchten Briefmarke, benutzen Sie im Unternehmen keine Stempel- oder Frankiermaschine. Adressieren Sie den Brief nicht "An das Trauerhaus" - schreiben Sie an "Familie ..." oder an "Frau/Herrn ...".

Trauern/Kondolieren im Web 2.0/über Social Media? Auch bei diesem Thema kann man feststellen: Die elektronischen Medien haben unser Kommunikationsverhalten rapide verändert. Hieß es bisher: Kondolenz ist per E-Mail, SMS und WhatsApp absolut stillos - es sei denn, die Trauernden wohnen in weit entfernten Ländern - so geraten wir heutzutage in Situationen, die schnelles Handeln erfordern oder ganz neue Sichtweisen aufkommen lassen. Die Geschäftspartnerin muss den Termin wegen eines plötzlichen Todesfalls in der Familie kurzfristig absagen, jemand postet einen Nachruf auf Facebook, ein anderer richtet auf einem virtuellen Friedhof eine Seite für den Verstorbenen ein. Immer mehr Menschen kommunizieren auch bei Tod und Trauer auf ihren "Alltagskanälen". Traditionen und Rituale ändern sich, unsere Umgangsformen gleichen sich an. Vielen geht das allerdings zu schnell - Trauern im Web 2.0 bleibt Geschmackssache.

Verhalten auf einer Beerdigung. Die nächste Herausforderung ist die Beerdigung. Am liebsten würden viele sich drücken, aber das wäre für die Hinterbliebenen ein schmerzliches Zeichen mangelnder Treue und Wertschätzung. Wer die Beerdigung als das letzte Fest, das man mit dem Verstorbenen feiert, betrachtet, wird die Wünsche der Angehörigen dazu respektieren: z. B. ein Eintrag in das ausliegende Kondolenzbuch, keine Trauerkleidung, keine Beileidsbezeugungen am Grab, eine Spende an eine (karitative) Einrichtung anstelle von Kränzen und Blumen... Wenn die Gelegenheit geboten wird, vor der Abschiedsfeier dem im offenen Sarg aufgebahrten Toten einen letzten Gruß zu senden, erweisen Sie mit einer Verbeugung Ihre Reverenz. Das ist auch eine passende Geste vor dem geschlossenen Sarg in der Trauerhalle.

Wer nur den/die Verstorbene/n kannte, nicht jedoch die Verwandten, muss sich nach der Beisetzung nicht zwangsläufig in die Reihe zum persönlichen Händeschütteln einreihen. Der Augenblick schafft die Regel - manchmal muss/darf man flexibel reagieren. Zum Beispiel auch, wenn man darauf verzichten möchte, eine Schaufel Sand auf den Sarg zu werfen, wie es in manchen Gegenden Sitte ist. Stattdessen verabschiedet man sich am offenen Grab mit einem kleinen Handstrauß aus wenigen Blumen.

Welche Kleidung ist bei einer Beisetzung angemessen? Die Hinterbliebenen tragen üblicherweise Schwarz. Gedeckte, angemessene Kleidung ohne schmückende, buntes Beiwerk ist empfehlenswert für die übrigen Trauergäste; es sei denn, es wäre der ausdrückliche Wunsch des/der Verstorbenen gewesen, eine entspannte Stimmung zu schaffen.

Etikette Trainer International (ETI)

ETI ist ein Zusammenschluss von internationalen Etikette Trainern, die gesellschaftliche Entwicklungen diskutieren, mit traditionellen Formen vergleichen und gegebenenfalls neue Standards setzen. Diese Empfehlungen werden in Seminaren, Pressegesprächen und Veröffentlichungen transportiert. Alle Mitglieder haben eine qualifizierte Ausbildung im Bereich Umgangsformen, Hotellerie, Gastronomie oder Protokoll und bilden sich ständig weiter.
Dieses Netzwerk von Spezialisten steht für Aktualität, Kompetenz und Qualität.