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Starker Jahresauftakt auf dem europäischen Automarkt

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- Ehemalige Krisenländer mit hohem Wachstumstempo, wenig Dynamik in Osteuropa
- Marktanteil deutscher Autobauer steigt auf Rekordniveau
- Niedriger Ölpreis und steigende Reallöhne helfen deutschem Automarkt
- Deutsche Autobauer weltweit mit Rekordabsatz ins neue Jahr gestartet

Nachdem der Pkw-Neuwagenmarkt im vergangenen Jahr EU-weit um knapp 6 Prozent zulegte, deutet sich für das Jahr 2015 ein ähnlich starkes Wachstum an: Im Januar wurden in der EU 6,7 Prozent mehr Neuwagen verkauft als im Vorjahresmonat.

Hauptgrund für die positive Entwicklung dürfte die spürbare wirtschaftliche Erholung in den zuletzt von der Wirtschaftskrise besonders stark betroffenen Ländern sein: In Spanien, Portugal und Irland wird die Wirtschaft in diesem Jahr um zwei oder mehr Prozent wachsen - die dortigen Neuzulassungen legten im Januar um jeweils mehr als 20 Prozent zu. Und sogar in Italien, das in diesem Jahr wohl um weniger als 1 Prozent wächst, kauften die Menschen deutlich mehr Autos (+11 Prozent).

"Der europäische Automarkt hat nun die Talsohle hinter sich gelassen und verlässt langsam den Krisenmodus", kommentiert Peter Fuß, Partner bei EY. "Nach einer sehr langen Durststrecke zeigen die Konjunkturdaten in den meisten westeuropäischen Ländern endlich wieder nach oben. Auch die Arbeitslosigkeit wird nun sinken - wenngleich nur langsam. Offenbar schöpfen die Menschen auch in den ehemaligen Krisenländern nun wieder Hoffnung und die Konsumlust kehrt zurück."

Zudem hilft der niedrige Ölpreis: Wenn die Ausgaben für Benzin und Heizöl sinken, bleibt mehr Geld im Portemonnaie für andere Ausgaben, was auch in Län-dern wie Deutschland für einen Schub bei den Neuwagenverkäufen sorgen dürfte. Hinzu kommt die sehr niedrige Inflationsrate, die - zumindest in Deutschland - einen deutlichen Anstieg der Reallöhne zur Folge hat.

Während die von der Euro-Schuldenkrise besonders hart getroffenen Länder langsam den Krisenmodus verlassen, ist die Situation im Osten Europas deutlich weniger positiv: In den osteuropäischen Ländern[1] legte der Autoabsatz nur um 0,9 Prozent zu. "Für die osteuropäischen Länder ist die Ukraine-Krise sehr nah und drückt auf die Konsumstimmung - hier wird sich die Situation wohl erst wieder spürbar verbessern, wenn dieser Konflikt beigelegt oder zumindest eingedämmt ist", meint Fuß.

Bremsend dürfte sich generell die Vielzahl an politischen Krisen in- und außerhalb Europas auswirken: Dazu zählen ein womöglich drohender "Grexit" - ein Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone -, innenpolitische Instabilität in mehreren Ländern, eine eventuelle weitere Eskalation der Ukraine-Krise und die wachsende Furcht vor Terroranschlägen. "Die wirtschaftlichen Rahmendaten und Indikatoren zeigen grundsätzlich in die richtige Richtung, die konjunkturelle und politische Unsicherheit bleibt aber hoch", fasst Fuß zusammen.

Vorkrisenniveau noch weit entfernt

Trotz des erwarteten Anstiegs der Verkaufszahlen im Jahr 2015 wird der Pkw-Absatz in der EU weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegen. Im vergangenen Monat wurden EU-weit 22 Prozent bzw. gut 280.000 Pkw weniger verkauft als im Vorkrisenjahr 2007. In Spanien und Italien wurden sogar nur etwa halb so viele Neuwagen zugelassen wie vor der Krise, in Frankreich lag der Pkw-Absatz um gut ein Fünftel niedriger als 2007. Einzig Großbritannien und Deutschland liegen inzwischen wieder auf oder gar über dem Niveau der Vorkrisenjahre.

Marktanteil der deutschen Autobauer steigt weiter

Nachdem die deutschen Autokonzerne Volkswagen, BMW und Daimler im vergangenen Jahr ihren EU-weiten Marktanteil auf den Rekordwert von 37,1 Prozent hochschrauben konnten, verzeichneten sie im Januar dieses Jahres einen erneuten Anstieg auf 37,2 Prozent (Januar 2014: 36,6 Prozent). Alle drei deutschen Autokonzerne legten im Januar stärker zu als der Gesamtmarkt: Volkswagen um 6,8 Prozent, BMW um 8,6 Prozent und Daimler sogar um 15,0 Prozent.

Deutsche Autokonzerne im Januar mit Rekordabsatz

Angetrieben von der Erholung in Europa und dem starke Marktwachstum in den USA und China konnten die deutschen Autobauern im Januar erneut eine Rekordabsatz vermelden. Insgesamt steigerten Volkswagen, BMW und Daimler ihren weltweiten Pkw-Absatz um knapp 4 Prozent von 1,02 auf 1,05 Millionen. Dabei fiel das Wachstum der drei Unternehmen allerdings sehr unterschiedlich aus: Während der Pkw-Absatz von Daimler um knapp 15 Prozent in die Höhe schoss, erzielte BMW immerhin noch ein Absatzplus von 7 Prozent. Beim Volkswagen-Konzern stiegen die Verkaufszahlen hingegen nur um 1,3 Prozent.

[1] Bulgarien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und Slowakei