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Deutsche Autokonzerne bauen ihre Dominanz auf dem EU-Automarkt aus

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- EU-Neuwagenmarkt wächst im Oktober um 6,5 Prozent - Großbritannien und Spanien als Wachstumsmotoren
- Deutsche Hersteller haben in der Krise massiv Marktanteile gewonnen
- Schwache Konjunkturaussichten werden Automarkt zunehmend belasten

Die Erholung auf dem europäischen Neuwagenmarkt setzt sich auch im Oktober fort: Die Pkw-Neuzulassungen stiegen EU-weit um 6,5 Prozent. Der Oktober war damit der 14. Monat in Folge mit einer positiven Wachstumsrate. Während sich die beiden größten europäischen Automärkte - Deutschland und Frankreich - im bisherigen Jahresverlauf relativ schwach entwickelten, legten vor allem der britische und spanische Markt zu - um 14 bzw. 26 Prozent.

"Die Erholung auf dem europäischen Neuwagenmarkt kommt zwar langsam voran, nach wie vor liegen die Verkaufszahlen aber erheblich unter dem Vorkrisenniveau", kommentiert Peter Fuß, Partner bei EY. So wurden im bisherigen Jahresverlauf in der EU zwar 6,1 Prozent mehr Autos verkauft als in den ersten zehn Monaten des Jahres 2013, aber ein Sechstel (15 Prozent) weniger als im Vergleichszeitraum des Jahres 2008." In absoluten Zahlen beträgt die Differenz immerhin mehr als 1,8 Millionen Autos.

Und auch in der Zwei-Jahres-Betrachtung wird deutlich, dass der Europäische Neuwagenmarkt den Krisenmodus noch keineswegs verlassen hat: So liegen in drei der fünf größten Pkw-Neuwagenmärkte in der EU die Verkaufszahlen derzeit unter dem Niveau von 2012: in Deutschland um 2 Prozent, in Italien um 4 Prozent und in Frankreich sogar um 6 Prozent.

Deutsche Hersteller haben in der Krise massiv Marktanteile gewonnen

Die deutschen Autobauer legten im bisherigen Jahresverlauf EU-weit um 6,1 Prozent zu und konnten damit ihren Marktanteil auf dem Rekordwert des Vorjahres halten (36,9 Prozent).

Während der Marktanteil des Volkswagenkonzerns in den ersten zehn Monaten dieses Jahres von 24,9 auf 25,3 Prozent weiter stieg, verzeichneten BMW und Daimler leichte Rückgänge: von 6,4 auf 6,2 Prozent bzw. von 5,6 auf 5,4 Prozent.

Wie stark die Krise auf dem europäischen Automarkt die Gewichte innerhalb der Autobranche verschoben hat, zeigt die langfristige Analyse: So konnte der Volkswagen-Konzern seinen Marktanteil seit 2007 um 5,5 Prozentpunkte erhöhen (von 19,4 auf aktuell 25,3 Prozent) und damit seine Marktführerschaft weiter deutlich ausbauen. Erheblich Marktanteile verloren haben hingegen die Nummern zwei, vier und fünf auf dem EU-Markt: PSA, GM und Ford büßten jeweils mehr als 2 Prozentpunkte ein. Allein Renault, die Nummer drei auf dem EU-Pkw-Markt - konnte seinen Anteil am Neuwagenmarkt dank des Erfolgs der Billigmarke Dacia um 1,6 Prozent erhöhen.

Aus der Krise als Gewinner hervorgegangen sind unterm Strich bislang vor allem die deutschen Autobauer, die ihren Marktanteil um 6,4 Prozentpunkte auf 36,9 Prozent erhöhen konnten, sowie die beiden koreanischen Hersteller, deren Marktanteil sich von 3,3 auf 6,1 Prozent stark erhöht hat. Klare Verlierer hingegen sind die beiden US-Hersteller Ford und GM, deren Marktanteil um 5,5 Prozentpunkte von 20,3 auf 14,8 Prozent sank. Auch die japanischen und französischen Hersteller haben Marktanteile verloren (1,5 bzw, 0,7 Prozentpunkte).

"In den vergangenen Jahren wurden die Karten in der europäischen Autoindustrie neu gemischt: zugunsten der deutschen und zulasten der US-Hersteller", stellt Fuß fest. "Wenn in den kommenden Jahren die europäische Autokonjunktur langsam aber stetig anzieht, dürften die deutschen Autobauer davon überdurchschnittlich profitieren. Sie werden sich alle Mühe geben, die in den vergangenen Jahren erarbeiteten Marktanteile zu verteidigen - und ihre Chancen stehen aufgrund ihrer aktuell guten Positionierung sehr gut". Dass der Kampf um Marktanteile nach wie vor voll im Gange ist, zeigten die zum Teil erheblichen Rabatte, die viele Autohersteller geben.

Düstere Konjunkturaussichten belasten Automarkt

Nach Fuß' Einschätzung muss sich die Branche in den kommenden Monaten allerdings zunächst auf eine Abschwächung des Wachstums einstellen: "Die Konjunkturaussichten haben sich zuletzt stark verdüstert, was auch die Autobranche belasten wird. Denn wenn das Beschäftigungswachstum in Europa stockt und die Unternehmen weniger investieren, wird sich das unmittelbar auf die Pkw-Neuzulassungen auswirken". Gerade in Deutschland, wo im bisherigen Jahresverlauf 63 Prozent der Neuwagen auf gewerbliche Halter zugelassen wurden, könnten ein anhaltender Konjunkturabschwung und rückläufige Unternehmensinvestitionen den Pkw-Markt stark belasten.

Nach Fuß' Prognose wird der Neuwagenmarkt EU-weit im Gesamtjahr um 6 Prozent zulegen - nach einem Rückgang um 10 Prozent in den beiden Vorjahren. Sein Fazit: "Der Aufschwung auf dem europäischen Automarkt fußt in erster Linie auf Aufholeffekten in den Krisenländern. Er bleibt aber schwach und anfällig für einen erneuten konjunkturellen Rückschlag, der heute wieder wahrscheinlich erscheint. Denn Deutschland fällt aktuell als Konjunkturlokomotive aus, Frankreich stagniert, Italien steckt sogar wieder in der Rezession. Eine deutliche Erholung des Neuwagenmarktes im Jahr 2015 ist daher unwahrscheinlich".