Holger Schmidt und Jochen Rothenbacher, Analysten der equinet Bank AG: "Der DAX bietet Potenzial bis etwa 6.900 Punkte in 2012"

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
1. Herr Schmidt, das vergangene Jahr wurde vor allem im 2. Halbjahr von der europäischen Staatsschuldenkrise und einer sehr hohen Volatilität an den Finanzmärkten dominiert. Wird diese Unsicherheit auch im laufenden Jahr anhalten?

Schmidt: Wir erwarten insgesamt eine abnehmende Volatilität der Märkte nicht zuletzt aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen zur strukturellen Verbesserung der Haushaltsdefizite und Staatsverschuldung insbesondere in Europa. Zudem haben die Märkte die globalen Unsicherheiten und den erwarteten Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums aus unserer Sicht inzwischen eingepreist.

2. Was erwarten Sie in 2012 für die globale Wirtschaftsentwicklung?

Schmidt: Für 2012 sehen wir zwar eine Verlangsamung des globalen Wachstums auf 2.5% (nach ca. 4% im Jahr 2011), wir erwarten aber keine globale Rezession. Wesentliche Wirtschaftsdaten aus den USA zeigen seit einigen Monaten eine zunehmend positive Tendenz. Die rückläufige Inflation in Schwellenländern (insbesondere China) ermöglicht zudem eine expansivere Geldpolitik. Positiv hervorzuheben ist, dass Frühindikatoren wie beispielsweise der globale Einkaufsmanagerindex und der deutsche Ifo-Index bereits in der Phase der Bodenbildung sind bzw. den Umkehrpunkt erreicht haben.

3. Der Euro wird immer häufiger in Frage gestellt und es wird vermehrt über eine Rückkehr zu den Landeswährungen nachgedacht. Ist das Ihrer Meinung nach ein realistisches Szenario?

Schmidt: Eine solche allgemeine Entwicklung können wir ernsthaft nicht erkennen. Auf dem vergangenen EU Gipfel im Dezember haben die europäischen Regierungsvertreter, mit Ausnahme Großbritanniens, ein klares Bekenntnis für den Euro und dessen Fortbestand abgegeben. Zugeständnisse wurden vereinbart die allerdings noch technisch und gesetzlich umgesetzt werden müssen. Die gemeinsame Währung bringt in Summe Vorteile für die Gemeinschaft, die nicht unterschätzt werden sollten. Dies wissen auch die Regierungen der Euro-Länder.

4. Wie werden sich die Börsen und die Indizes in 2012 entwickeln?

Schmidt: Aktuell beträgt die Rendite (umgekehrtes Kurs-Gewinn-Verhältnis) deutscher Aktien mehr als 11%, die Umlaufrendite der Anleihen liegt lediglich bei etwa 4%. Fundamental sind Aktien im Vergleich zu Anleihen also derzeit sehr attraktiv. Mit diesem aktuellen KGV von cirka 11x sowie einer erwarteten Dividendenrendite der DAX 30 von cirka 4% ist der DAX im historischen Vergleich ebenfalls attraktiv bewertet und bietet Potenzial bis etwa 6.900 Punkte innerhalb von 2012. Zum Vergleich, in den letzten zehn Jahren war das durchschnittliche DAX KGV bei cirka 14,3x.

5. Herr Rothenbacher, gibt es für 2012 Werte, die besonders interessant sind? Wenn ja, welche und warum?

Rothenbacher: Hervorzuheben sind beispielsweise die Aktien der Deutsche Post AG. Das Unternehmen hat sehr gute 9-Monatszahlen in 2011 vorgelegt, auch für das gesamte Geschäftsjahr 2011 erwarten wir gute Ergebnisse. Besonders profitiert die Deutsche Post dabei von steigenden Internetbestellungen. Aber auch im globalen DHL Geschäft zahlen sich die interne Optimierung der Geschäftsprozesse und die konsequente Aufgabe von unprofitablen Bereichen langsam aus. Zur niedrigen Bewertung von nur rund KGV 11.5x kommt hinzu, dass für die Deutsche Post eine hohe Dividendenrendite zu erwarten ist.

Daneben ist insbesondere die Fraport AG zu nennen. Das Unternehmen punktet trotz Nachtflugverbot aufgrund der neuen Landebahn - diese ermöglicht ein kontinuierliches überdurchschnittliches Passagierwachstum. Durch die Inbetriebnahme der Pier A-Plus werden darüber hinaus 50% zusätzliche Verkaufsfläche geschaffen - das sind alles krisensichere Faktoren, die in unseren Augen nicht entsprechend im Kurs abgebildet sind. Insgesamt haben wir zehn besonders aussichtsreiche Werte als Top Picks 2012 identifiziert.
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