Donnerstag, 21. September 2017


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Summer Sale: Clean Clothes Campaign macht auf "mangelhafte" Bekleidung aufmerksam

Dresden, (lifePR) - Zum Sommer-Schlussverkauf macht die Kampagne für Saubere Kleidung auf "mangelhafte" Bekleidung aufmerksam. Über die neue "Living Wage Defect"-Aktionspage kann Bekleidung symbolisch wegen "mangelhafter" Löhne an Mode-Unternehmen zurückgeschickt werden und damit ein Zeichen für existenzsichernde Löhne gesetzt werden.

Sowohl in asiatischen als auch in europäischen Fabriken, in denen Bekleidung für den internationalen Markt hergestellt wird, werden die Arbeiter_innen mit Hungerlöhnen abgespeist. Fabienne Winkler von der Kampagne für Saubere Kleidung sagt: "Mit den extrem niedrigen gesetzlichen Mindestlöhnen sind die Arbeiter_innen zu einem Leben in Armut gezwungen, ohne Aussichten darauf, ihren Kindern eine bessere Zukunft bieten zu können. Modemarken sprechen seit Jahren von einem Existenzlohn, aber bis jetzt konnten wir keine Verbesserungen feststellen."

Ein Existenzlohn ist ein Menschenrecht und sollte an Näher_innen für eine normale Arbeitswoche von maximal 48 Stunden, also ohne Überstunden, ausbezahlt werden. Ein Lohn zum Leben reicht aus, um die Grundbedürfnisse einer Arbeiter_in und ihrer Familie zu befriedigen. Neben einer angemessenen Ernährung zählen dazu Unterkunft, Transport, Kleidung, Bildung, medizinische Versorgung sowie ein geringes frei verfügbares Einkommen für unerwartete Notfälle. Die Realität sieht für den Großteil der Beschäftigten anders aus. Eine Näher_in in Bangladesch müsste derzeit 22 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche für einen Existenzlohn arbeiten.

Mangelhafte Löhne

In den letzten zwei Jahren haben über 110.000 Europäer_innen die Petition der Clean Clothes Campaign für existenzsichernde Löhne unterschrieben. Diese wird im Oktober im Rahmen des "Living Wage Now Forums" in Brüssel an Unternehmen und politische Entscheidungsträger_innen übergeben. Christine Höbermann von der Kampagne für Saubere Kleidung: "Wir wollen im Namen aller Unterzeichner_innen die Mode-Unternehmen daran erinnern, dass sie verantwortlich dafür sind, dass Arbeiter_innen von ihrem Lohn in Würde Leben können!"

In den meisten Produktionsländern verdienen die Näher_innen nur 20% bis 30% eines Esistenzlohns. "Wenn 80% oder 70% eines Kleidungsstücks fehlen würden, würden wir diese aufgrund von Mängeln zurückgeben. Genau dies kann unter "Living Wage Defect" gemacht werden: Symbolisch ein Kleidungsstück zurückschicken, weil es einen Herstellungsfehler aufweist. Es wurde kein Existenzlohn gezahlt.", so Berndt Hinzmann von der Kampagne.

Living Wage Now Forum

Die Clean Clothes Campaign unterstützt verstärkt seit 2013 die Arbeiter_innen in ihrem Kampf um höhere Löhne und hat das Thema Living Wage - Lohn zum Leben in Europa bekannt gemacht. Vom 12. bis 14. Oktober 2015 wird in Brüssel deshalb das "Living Wage Now Forum" stattfinden, ein weiterer Höhepunkt im Campaigning für dieses Menschenrecht.

"Living Wage Defect"- Website:
http://www.livingwagedefect.org/de

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