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Pressemitteilung BoxID: 687276 (DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank)
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Signale auf Zinserhöhung tunlichst vermieden

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Nach der mit Spannung erwarteten Sitzung Ende Oktober waren die Erwartungen dieses Mal nicht sehr hoch gehängt - und der Markt wurde in dieser Hinsicht nicht überrascht.

Bei der Frage, wie die Halbierung der monatlichen Käufe ab Januar auf die einzelnen Programme heruntergebrochen werden wird, gab es keine näheren Details. So äußerte sich die EZB nicht dazu, ob die Programme proportional zurückgeführt werden, oder ob bei der Reduktion Schwerpunkte gesetzt werden. Zwar hatten einige Marktteilnehmer hier auf mehr Klarheit gehofft, doch scheint es so, als wolle sich die EZB hier ein Maximum an Flexibilität erhalten.

Schien es noch im Oktober so, als könnten die Nettokäufe ab Oktober 2018 komplett beendet werden, weckte Draghi nun Hoffnungen, dass die EZB auch danach noch Nettokäufe tätigt.

Die Projektionen bestätigen das Goldilock-Szenario, das zurzeit überall propagiert wird: ein äußerst robustes Wachstum bei immer noch niedriger Inflation. Dabei wurde das prognostizierte Wachstum für 2018 von 1,8% auf 2,4% angehoben, und auch die Inflationsprognose für kommendes Jahr wurde von 1,2% auf 1,4% erhöht. Aber es bleibt dabei. Eine Rate von "nahe, aber unter 2%" erwartet die EZB selbst 2020 noch nicht. Damit macht sie deutlich, dass sie keine Eile hat, ihre aktuelle Politik stärker zu verändern.

Bei Thema Forward Guidance hielt Draghi sich bedeckt. Eine Veränderung, mit der die EZB ein erstes Signal hinsichtlich zukünftiger Zinserhöhungen hätte senden können, wurde tunlichst vermieden.

Der Euro-Dollar-Kurs scheint gegenwärtig für die EZB kein Thema zu sein - mit der Stabilisierung des Kurses zwischen 1,16 und 1,20 scheint die EZB zufrieden zu sein.

Die Botschaft, die Draghi aussendet, ist klar: Ein Wachstum von deutlich über 2% bei einer Inflation, die um die Marke von 1,5% pendelt, ist anscheinend nicht genug, um die Geldpolitik wirklich zu straffen. Diese Erkenntnis mag gerade in Deutschland ernüchternd sein. Wann, wenn nicht jetzt, wäre der Zeitpunkt für eine zumindest leichte Straffung der Geldpolitik gekommen?