Dienstag, 14. August 2018


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"Rezept verlängern und Dosis reduzieren"

Frankfurt am Main, (lifePR) - Die EZB hat heute erneut die Praxis "Rezept verlängern und Dosis reduzieren" gewählt und mit einer Programmvergrößerung um zunächst 270 Milliarden Euro eine ordentliche Schippe draufgelegt.

Unsere lang gehegte Erwartung, dass die EZB länger expansiv ausgerichtet bleibt und damit deutlich vorsichtiger vorgeht, als so manche vermutet haben, hat sich damit eingestellt.

Das ist zum einen gut, da sich die Notenbank damit erhofft, dass ihr Soufflé nicht gleich zusammenfällt. Man versucht sich also am "Tapering ohne Tantrum". Wichtig ist dabei, dass das Programm weiterläuft und jeder Zeit erhöht werden kann sowie die Fälligkeiten nachgekauft werden.

Vor allem die Peripherieländer dürften sich freuen, dass sie für ihre Anleiheware weiterhin einen großen Stammkunden behalten.

Die weiterhin recht expansive Geldpolitik sollte dafür sorgen, dass der europäische Konjunkturmotor weiter schnurrt.

Zum anderen baut die Notenbank aber auch immer weiter Risiken für Anleger auf, indem sie diese bei der Suche nach auskömmlicher Rendite aus den etablierten und liquiden Märkten in unbekanntere und damit risikoreichere Marktregionen drängt.

Für die weitere Geldpolitik besteht das Risiko, dass wir eine überraschend stark steigende Inflation erleben, die die EZB dazu zwingt, restriktiver zu werden und damit den Konjunkturmotor abwürgt, während die Finanzmarktteilnehmer alle gleichzeitig durch dieselbe Tür hinaus wollen.

Deshalb sollten die Währungshüter darauf bedacht sein, den nun eingeleiteten Ausstiegsprozess behutsam und vorhersehbar zu gestalten, um so die Kuh vom Eis zu bekommen.

Christoph Kutt, Leiter Zinsstrategie und Staatsanleihen, DZ BANK Research

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