Montag, 11. Dezember 2017


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EZB: Erneute Einlagensatzsenkung wahrscheinlich, aber wenig sinnvoll

Frankfurt am Main, (lifePR) - Angesichts der jüngsten Wortmeldungen aus dem EZB-Turm ist eine Senkung des Einlagensatzes nun deutlich wahrscheinlicher geworden. Durch die Erhöhung der Gebühr für bei der EZB geparkte Liquidität soll wohl versucht werden, die Geschäftsbanken in erster Linie zu einer verstärkten Kreditvergabe zu bewegen – ein Vorhaben, das wir vor dem Hintergrund des jüngsten Bank Lending Survey nur für bedingt aussichtsreich erachten. Sollte die EZB zudem erwägen, den Einlagensatz in größerem Umfang nach unten zu schleusen, zeigt das Beispiel Schweiz, dass mit Blick auf die Entwicklung der Kreditzinsen unerwünschte Nebeneffekte nicht auszuschließen sind. Darüber hinaus wachsen bei einer länger andauernden Phase negativer Zinsen die Risiken für die Finanzstabilität. Angesichts der derzeitigen Fixierung der europäischen Währungshüter auf die Bekämpfung einer zu niedrigen Inflation dürften diese potenziellen Risiken in den momentanen Überlegungen der Währungshüter allerdings eine untergeordnete Rolle spielen. Auch wenn der Euro-Außenwert kein konkretes Ziel der EZB-Geldpolitik darstellt, ist davon auszugehen, dass die europäischen Währungshüter mit einer weiteren Senkung des Einlagensatzes vor allem auf eine Schwächung des Euros zielen, um durch eine Verteuerung ausländischer Güter tendenziell Inflation zu importieren. Eine weitere Abwertung des Euro könnte unserer Einschätzung nach durchaus dazu beitragen, die eu-ropäische Inflationsrate etwas nach oben zu treiben.

EZB will ihre Handlungsbereitschaft demonstrieren

Mit Blick auf die Dezember-Sitzung rechnen wir neben einer Verlängerung des Anleiheankaufprogramms ohne festen Endtermin mit einer Senkung des Einlagensatzes auf -0,40%. Im Hinblick auf das Ausmaß der Senkung des Einlagensatzes zeigen wir uns damit etwas aggressiver als das, was gegenwärtig mit Blick auf die EONIA Forwards am Finanzmarkt eingepreist ist. Hierbei lassen wir uns von dem Gedanken leiten, dass die EZB in der Vergangenheit des Öfteren die Markterwartungen übertroffen hat - sei es im Hinblick auf das Volumen der Anleihekäufe im Rahmen des APP oder hinsichtlich des Pragmatismus bei der Einführung neuer unkonventioneller geldpolitischer Maßnahmen (3J-LTRO, SMP,…).

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