Die EZB bleibt im expansiven Wartemodus

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
Angesichts eines sich auch im kommenden Jahr kaum belebenden Wachstums und Inflationsraten um 1,5% erwarten wir auch 2020 keine Erhöhung des Refisatzes. Die EZB hat die Möglichkeit für Zinserhöhungen in den vergangenen Jahren verpasst. Nun bleibt zu hoffen, dass es bei einer Abkühlung der Konjunktur bleibt und nicht zu rezessiven Tendenzen mit weiter sinkenden Teuerungsraten kommt. Die Beteuerungen der EZB, sie sei auch hierfür bestens gerüstet, erinnern doch eher an das Pfeifen im Walde.

Einschätzung im Detail:


Die EZB hat deutlich gemacht, dass sie an ihrer bisherigen Forward Guidance hinsichtlich der Leitzinsen festhält.


Zu möglichen Änderungen beim Einlagensatz hat Draghi keine konkreten Aussagen gemacht. Hier wird am Markt darüber spekuliert, ob es angesichts der Belastungen, die der negative Einlagensatz für die Banken mit sich bringt, nicht zu einem abgestuften Satz oder einer Nullverzinsung für Beträge innerhalb gewisser Freigrenzen kommen könnte. Auch die EZB analysiert das, hält sich aber bis auf weiteres in dieser Frage noch bedeckt. Sie möchte Überlegungen hierzu sicherlich nicht als Signal interpretiert sehen, dass der Einlagensatz noch weiter gesenkt werden könnte.


Wenn man, wie Draghi in der Pressekonferenz ausführte, die aktuellen Maßnahmen noch einer Prüfung unterziehen will – warum dann das Thema gestaffelter Einlagesatz aufbringen? Zwar will die EZB damit Bereitschaft und Fähigkeit signalisieren, erzeugt aber auch Unsicherheit, die uns noch einige Zeit begleiten wird.


Interessant ist auch die Draghis Aussage, dass man die Inflationsrate nicht bei 2% begrenzt. Das spricht auch dafür, dass die EZB weiter eher expansiv bleiben würde, wenn die Teuerung eines Tages wieder anhebt, die EZB also eher eine asymmetrische Reaktionsfunktion hinsichtlich der Inflationsentwicklung fährt.


TLTRO III sind weiterhin ein Thema, auch wenn sie heute anscheinend nicht diskutiert worden sind. Details zur Ausgestaltung erwarten wir auf der Sitzung im Juni.


Insgesamt sind die heutigen Aussagen keine große Überraschung. Vom Markt ist die Betonung der Abwärtsrisiken für die Wirtschaft als leicht dovish interpretiert worden.
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