Montag, 11. Dezember 2017


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22 Millionen Menschen in Deutschland sind Mitglied einer Genossenschaft

Frankfurt am Main, (lifePR) - - Zahl der Mitglieder im Genossenschaftssektor steigt im Vorjahresvergleich um 1 Prozent trotz Rückgang der Neugründungen
- Neugründungswelle ebbt infolge der Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) weiter ab
- DZ BANK Research-Studie: Genossenschaftsbericht 2015

Der genossenschaftliche Verbund hat seine Position als mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland im Jahr 2014 weiter gefestigt: Die Zahl der Mitglieder stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent auf 22 Millionen. Trotz steigender Mitgliederzahlen sinkt jedoch die Zahl der Neugründungen im Genossenschaftssektor. So wurden im ersten Halbjahr 2015 bundesweit nur 106 neue Genossenschaften gegründet. Das sind 16,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt 7.881 Genossenschaften wurden im Jahr 2014 gezählt, im Jahr davor waren es noch 8.013. Die Zahl der Genossenschaften ist damit erstmals seit sechs Jahren gesunken. "Ein Grund für den Rückgang ist die Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG), das die Gründung von Energiegenossenschaften weniger attraktiv macht", so Michael Stappel, Volkswirt der DZ BANK und Autor des Genossenschaftsberichts 2015. Gleichzeitig konnten, so die Studie, innovative Genossenschaftsmodelle im Zuge des demographischen und digitalen Wandels den Rückgang teilweise kompensieren.

Verlagerung bei Neugründungen im Bereich Energie in Richtung Windenergie und Nahwärmenetze

Lediglich 27 Genossenschaften wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres im Bereich der erneuerbaren Energien gegründet. Zum Vergleich: In den Jahren 2012 und 2013 gab es dreimal so viele genossenschaftliche Neugründungen rund um das Thema erneuerbare Energien. Innerhalb der Energiegenossenschaften haben sich die Neugründungen in Richtung Windenergie und Nahwärmenetze verlagert. Gestiegen ist Zahl der neuen Unternehmen bei Handelsgenossenschaften einschließlich Dorfläden (9) und bei IT-Genossenschaften (3). Rückläufig hingegen sind die Neugründungen von Sozialgenossenschaften (17) und sonstigen Dienstleistungsgenossenschaften (20).

Mitgliederzuwachs bei den Genossenschaftsbanken - 16,4 Millionen Online-Konten

Auch wenn die Zahl der Neugründungen rückläufig ist, beteiligen sich immer mehr Menschen an Genossenschaften. Jeder Vierte in Deutschland ist an einem genossenschaftlichen Unternehmen beteiligt. Damit sind Genossenschaftsanteile die am weitesten verbreitete Form, sich als Einzelner am Produktivkapital der Volkswirtschaft zu beteiligen. Der Mitgliederzuwachs im Genossenschaftssektor wird fast ausschließlich von den Genossenschaftsbanken getragen.
Die Zahl der Anteilseigner an Volksbanken, Raiffeisenbanken und anderen Kreditgenossenschaften wuchs um rund 312.000 Mitglieder auf 18 Millionen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Fusionen unter Volksbanken Raiffeisenbanken im vierten Jahr in Folge: Durch die Zusammenschlüsse schrumpfte die Zahl der Kreditgenossenschaften 2014 um 31 Institute auf 1.047. Im vergangenen Jahr haben die Genossenschaftsbanken den Ausbau elektronischer Vertriebswege beschleunigt. So stieg die Zahl der für Mitglieder und Kunden geführten Online- Konten auf 16,4 Millionen.

Innovative Genossenschaftsmodelle können den Rückgang mittelfristig überholter Genossenschaftstypen kompensieren

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der fortschreitende digitale und demographische Wandel Ansatzpunkte bietet, genossenschaftliche Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln. So bieten zum Beispiel Bioenergiedörfer, genossenschaftliche Nahwärmenetze, IT- Genossenschaften oder Familien- und Seniorengenossenschaften zukunftsweisende Betätigungsfelder. Insbesondere auch für Start-up Unternehmen, bei denen Kooperationen im Vordergrund stehen, ist die Genossenschaft eine attraktive Rechtsform, da sie ein flexibles unternehmerisches Arbeiten ermöglicht. "Das genossenschaftliche Prinzip einer gleichberechtigten, kooperative Zusammenarbeit, bei der nicht die Gewinnmaximierung im Fokus steht, sondern die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Förderung Mitglieder, entspricht häufig den Wertevorstellungen junger Start-up-Unternehmer", so Stappel. "Neue innovative Genossenschaftsmodelle, die sich schnell und breit etablieren, können den Rückgang oder das Verschwinden überholter Genossenschaftstypen kompensieren".

Zahl der Arbeitsstellen im Genossenschaftssektor stabil

Am Arbeitsmarkt ist die Genossenschaftsorganisation weiterhin einer der wichtigsten Arbeitgeber in Deutschland: Durchschnittlich 932.000 Voll- und Teilzeitkräfte haben im vergangenen Jahr in genossenschaftlichen Unternehmen gearbeitet, etwas weniger als im Jahr zuvor (2013: 932.700). Genossenschaften bieten rund 45.700 jungen Menschen einen Ausbildungsplatz als Bankkaufmann, Einzelhändler und in vielen anderen Ausbildungsberufen sowie dualen Studiengängen.

DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank


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