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Grünenthals Entschuldigung an die Contergan-Opfer vom 31.08.2012

Kommentar von Dr. Claudia I. Janssen, Juniorprofessorin für Kommunikation und Medien, Department Kommunikation, Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW)

(lifePR) (Berlin, ) Bei der Einweihung eines Denkmals für die Opfer des Schlafmittels Contergan am 31. August hat sich das Pharmaunternehmen Grünenthal erstmals öffentlich bei den Contergan-Geschädigten entschuldigt. Doch viele Betroffene und Beobachter kritisieren das von dem ehemaligen Contergan-Hersteller finanzierte Denkmal und die Kommunikation des Unternehmens. Der Bundesverband Contergangeschädigter blieb der Veranstaltung fern.

Das Schlafmittel Contergan kam 1957 auf den Markt. Auch schwangere Frauen nahmen das Medikament ein. Weltweit schädigte Contergan 10.000 Kinder im Mutterleib: Viele starben nach der Geburt, andere mussten mit schweren Fehlbildungen leben. 1961 wurde Contergan vom Markt genommen. Grünenthal hatte sich bisher nie offiziell bei den Opfern entschuldigt.

Kommentar Dr. Claudia I. Janssen:

"Die späte Entschuldigung in Verbindung mit der Enthüllung eines von Grünenthal gesponserten Denkmals fand bei Opfern und Medien nicht die vom Konzern erhofften positiven Reaktionen. Opferverbände aus aller Welt boykottierten die Eröffnungsfeier und zeigten sich empört über die 'PR-Maßnahme'. Grünenthals Management hat augenscheinlich nicht begriffen, dass Versöhnung nicht durch einseitige Gesten, die in erster Linie dem eigenen Image dienen, geschehen kann. Im Gegenteil, Versöhnung ist ein langfristiger und offener Prozess. Opfer und Täter müssen im Dialog gemeinsam Wege identifizieren, die den Verletzungen und Taten der Vergangenheit in der Gegenwart angemessen Rechnung tragen. Dabei müssen die Bedürfnisse und Forderungen von Opfern und Angehörigen im Mittelpunkt stehen. Das PR-Desaster bietet Grünenthal aber auch eine Chance, aus den Fehlern zu lernen und endlich einen, dem Leid der Contergan-Opfer angemessenen, Prozess der Versöhnung zu ermöglichen. Nur durch glaubhaftes Handeln, das Schuld akzeptiert und Worten echte Taten folgen lässt, wird das Unternehmen nachhaltig auch die eigene Reputation reparieren können."

Im Anhang dieser E-Mail finden Sie ein Expertenportrait von Dr. Claudia I. Janssen.

Dr. Claudia I. Janssen

Dr. Claudia I. Janssen ist seit 1. September 2012 Juniorprofessorin für Kommunikation und Medien an der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW). Dort ist sie Mitglied des wissenschaftlichen Leitungsteams im Studiengang IMIM und Programmleiterin für das Zertifikatsprogramm Corporate Communication. Aktuell befasst sich Dr. Claudia I. Janssen vorrangig mit den Forschungsthemen Krisenkommunikation und dem Konzept "Corporate Historical Responsibility" (CHR).

Janssen studierte Soziologie, Medienwissenschaften und neuere Geschichte an der Technischen Universität Braunschweig, bevor sie als Stipendiatin der deutschen Fulbrightkommission im Jahr 2006 an die Purdue University in Indiana, USA, ging. Dort promovierte die Kommunikationswissenschaftlerin im Jahr 2011 an der Brian Lamb School of Communication. Von August 2011 bis August 2012 war sie als Assistant Professor (tenure-track) für Public Relations am Department of Communication Studies der Eastern Illinois University in den USA tätig.

Ihre Forschung erscheint in internationalen peer-reviewed Journals wie Communication Theory und Communication Studies, und ihre wissenschaftlichen Konferenzbeiträge wurden mehrfach ausgezeichnet. Daneben berät sie als Beiratsmitglied das German Academic International Network (GAIN).

DUW Deutsche Universität für Weiterbildung GmbH

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