Ärztemangel? Statt offenen Arztsitzen und Arztstellen Arztstunden rechnen und Attraktivität des Arztberufs stärken!

(lifePR) ( Unterhaching, )
Bereits vor einem Jahr hat die GFB dieser erneut vor dem Deutschen Ärztetag verlautbarten These der Vorsitzenden des GKV-Spitzenverbands widersprochen. Die Äußerungen sind nicht nur provokativ sondern auch realitätsfern und undifferenziert. Sie sind allein dazu geeignet, von der tatsächlichen Problematik abzulenken und die Argumente der Ärzteschaft als scheinbar unglaubwürdig hinzustellen.

Tatsache ist, dass sich der Ärztemangel bereits jetzt nicht nur in ländlichen Strukturen unseres Landes für Fach- und Hausärzte bemerkenswert evident darstellt, sondern auch in städtischen Ballungsgebieten. Berücksichtigt man die Altersstruktur der aktuell tätigen Ärztinnen und Ärzte, dann wird in den nächsten Jahren ein gravierender, nicht mehr kompensierbarer Ärztemangel die Versorgung landesweit deutlich einschränken. Die Lücke zwischen ausscheidenden und neu in die Krankenversorgung eintretenden Ärzten ist zu groß, um diesen Bedarf zu decken. Die vorgesehene neue Systematik der kleinräumigen Bedarfsplanung wird keine wesentliche Änderung dieser prekären Situation bewirken.

Neben der Berechnungsgrundlage auf der Basis der Arztsitze zeigen die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden bereits heute ein völlig anderes Bild. Neben nicht zu besetzenden Vollzeitstellen in Kliniken und Praxen bewirken insbesondere Teilzeit- und Halbtagsbeschäftigungen als Ausdruck einer geänderten Work/Life-Balance und dem Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen zunehmenden Mangel an Arbeitszeit. Verschärft wird diese Situation in vielen Fällen aber auch durch unsichere Zukunftsperspektiven und wirtschaftliche Repressalien. Wie von der Ärztekammer Westfalen-Lippe berechnet, werden 1300 Ärzte benötigt, um 1000 ältere Ärztinnen und Ärzte unter den genannten Umständen zu ersetzen. Stattdessen werden von den
10.000 jährlichen Absolventen des Medizinstudiums aber nur 2/3 in Deutschland tätig.

Die von den Kassen immer wieder erhobenen Vorwürfe lenken von der Gefährdung der Versorgungsqualität ihrer Versicherten in unverantwortbarer Weise ab, ebenso wie die behaupteten Effizienzreserven, so sie denn überhaupt realisiert werden können, beim besten Willen nicht geeignet sind, diesen sich entwickelnden Mangel zu kompensieren.
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