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Pressemitteilung BoxID: 378806 (DGbAV - Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung AG)
  • DGbAV - Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung AG
  • Monheimer Straße 2
  • 86650 Wemding
  • https://www.dgbav.de
  • Ansprechpartner
  • Matthias von Debschitz
  • +49 (6196) 9502288

Bei Umdeckung Verlust: Betriebsrenten-Verträge nach Unisex verlieren für Männer beim Arbeitsplatzwechsel an Wert

(lifePR) (Wemding, ) Wenn sich männliche Arbeitnehmer jetzt beruflich verbessern wollen und den Arbeitgeber wechseln, sollten sie ihre betriebliche Altersversorgung im Blick haben. Während das angesammelte Rentenguthaben (Deckungsstock) nach den gesetzlichen Neuregelungen zur Portabilität 1 zu 1 und ohne Kosten von einem Arbeitgeber zum nächsten übertragen wird, kommt häufig ein neuer bAV-Vertrag mit einem anderen Versicherer zustande. "Wer seinen Betriebsrenten-Vertrag im alten Unternehmen mit der Citronia abgeschlossen hatte, die beim neuen Arbeitgeber nicht vertreten ist, bekommt dort eventuell einen neuen bAV-Vertrag von der Orangia", beschreibt Ulf Kesting das Problem. Der Vorstand der DGbAV - Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung kennt die Bestrebungen in der Branche, teure Alt-Verträge umzudecken. Dabei kann sich die garantierte Betriebsrente glatt halbieren.

Bei mehr als 100 Lebensversicherungsgesellschaften, die als Rückdecker von Betriebsrentenverträgen auf dem deutschen Markt tätig sind, ist die zögerliche Haltung neuer Arbeitgeber zu verstehen, alte bAV-Verträge zu übernehmen. Andere Formulare, neue Be­stimmungen und Konten, noch mehr und andere Ansprechpartner bei den Versicherungen überfordern manche Personalabteilung. Leichter ist es, den neuen Arbeitnehmer per Neu-Vertrag in das bestehende Versorgungswerk zu integrieren. Neue Verträge werden allerdings zu den derzeit geltenden Konditionen abgeschlossen und sind in vielerlei Hinsicht ungünstiger. Der Garantiezins ist niedriger - von 3,25 % im Jahr 2003 auf derzeit 1,75 % fast halbiert -, die Rentenhöhe richtet sich nach den neuen Sterbetafeln und wird geringer, Zusatzvereinbarungen für Berufsunfähigkeit und Hinterbliebenenversorgung fallen eventuell weg.

Die seit 21. Dezember 2012 geltenden Unisex-Tarife, die auch bei bAV-Verträgen Anwendung finden, bedeuten für männliche Arbeitnehmer weitere Abstriche an der Rentenhöhe. Eine Tarifrecherche der DGbAV bei Versicherungsgesellschaften ergab, dass ein 30-Jähriger bei Vertragsabschluss im Jahr 2003 (Garantiezins 3,25 %) 710 Euro Betriebsrente garantiert bekam. Wechselte er bis Ende 2012 den Arbeitgeber und damit in einen neuen Vertrag, sank die Garantierente um fast die Hälfte auf 360 Euro (Garantiezins 1,75 %). Erfolgt die Umdeckung beim Arbeitgeberwechsel zu Beginn des neuen Jahres, gelten die Konditionen der Unisex-Tarife. Dann sind ihm nur noch 330 Euro Betriebsrente garantiert -wohlgemerkt bei immer gleicher monatlicher Einzahlung von 200 Euro in den bAV-Kapitalstock. Die mehr als halbierte garantierte Betriebsrente führt im Ruhestand zu einem herben Verlust: Wer nach seinem 67sten Lebensjahr noch 20 Jahre Rente bezieht, dem entgehen in diesem Beispiel mehr als 90.000 Euro Garantierente.

Die Europäische Kommission hat zwar darauf verwiesen, dass sich das Urteil des EuGH über geschlechtsspezifische Tarife nicht auf die betriebliche Altersversorgung bezieht. Aber die Versicherer bauen vor. Um ein Nachhaftungsrisiko des Arbeitgebers zu vermeiden, führten alle Versicherer auch im bAV-Neugeschäft Unisex-Tarife ein.

Bestehende Verträge sind von der Unisex-Bestimmung des EuGH nicht berührt. Die Konditionen bleiben unverändert. Das ist ein Vorteil, der durch die Einschaltung der DGbAV-Clearing-Stelle genutzt werden kann. Die Clearing-Stelle führt die ursprünglichen, vorteilhafteren bAV-Verträge bei einem neuen Arbeitgeber weiter, übernimmt das Inkasso und die Weitergabe der Beiträge und fungiert bei allen Beratungsfragen als Bindeglied zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Versicherungsgesellschaft. Dafür wird eine niedrige monatliche Servicegebühr berechnet (die häufig der Arbeitgeber übernimmt), die nicht einmal den Preis einer Schachtel Zigaretten erreicht.