Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin präsentiert seine Saison 2020/2021

(lifePR) ( Berlin, )
Auf der heutigen Jahrespressekonferenz des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO) präsentierten per Livestream Chefdirigent Robin Ticciati, Orchesterdirektor Alexander Steinbeis und Bratschistin Eve Wickert, Mitglied des Orchestervorstands, die Projekte der Saison 2020/2021. 

Konzerte mit Chefdirigent Robin Ticciati 

Das DSO und Robin Ticciati gehen in ihre vierte gemeinsame Spielzeit. Besondere Aufmerksamkeit widmen das Orchester und sein Chefdirigent diesmal dem Werk Richard Wagners und seiner Beziehung zu Frankreich und Paris – eine Gegenüberstellung, die sich schon in den letzten Jahren ankündigte. Ticciati befragt das ambivalente Verhältnis zwischen dem Komponisten, der Musikstadt und ihren Protagonisten im Rahmen des Festivals ›Wagner-Perspektiven‹ vom 13. bis 21. November aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Er stellt Auszügen aus ›Götterdämmerung‹, ›Rienzi‹, ›Tannhäuser‹, ›Tristan und Isolde‹ und ›Die Walküre‹ Werke gegenüber, die sich in ästhetischer Opposition, Zeitgenossenschaft oder Nachfolge zu ihnen befinden oder die Dichtung der Wagner-Fürsprecher Baudelaire und Mallarmé in Töne setzen. Für die hohe Qualität bürgt auch eine prominent besetzte Gesangsriege, die von den Sopranistinnen Dorothea Röschmann, Anu Komsi und Yeree Suh über die Mezzosopranistinnen Julie Boulianne und Karen Cargill, die Tenöre Neal Cooper und Simon O’Neill bis zu Matthias Goerne, Thomas Lehman und John Relyea im tiefen Fach reicht. Die vier Konzerte werden durch Einführungsgespräche mit renommierten Musik- und Literaturwissenschaftlern begleitet.

Wie eine Erweiterung und ein Kontrapunkt zu den ›Wagner-Perspektiven‹ ist das Projekt ›Im Kampf mit dem Teufel‹ im Februar angelegt, das sich Robin Ticciati und das DSO im Rahmen der Biennale ›Die Goldenen Zwanziger‹, zu der die Berliner Philharmoniker einladen, vorgenommen haben. Auch hier sind Musiktheaterwerke auf der Konzertbühne zu erleben, nunmehr aber die kompakten, provokanten Formen der 1920er-Jahre – Paul Hindemiths Einakter ›Sancta Susanna‹ über eine Nonne, deren Christus-Liebe das klösterlich Tolerierte übersteigt, und Bohuslav Martinůs verrückt-absurde Jazzoper ›Die Tränen des Messers‹. Über sie hinweg spannt das Programm einen Bogen, der von der Gegenwart bis ins 12. Jahrhundert reicht. Ein szenisches Konzept bindet die Werke auch dramatisch zusammen: Frederic Wake-Walker, der 2018 bereits Händels ›Messias‹ mit dem DSO und Ticciati in szenischer Einrichtung auf die Bühne der Philharmonie brachte, führt Regie.

Die Musik des Briten Edward Elgar – von der Konzertouvertüre ›Cockaigne‹ über Introduction and Allegro für Streicher und die Zweite Symphonie bis zu den ›Enigma-Variationen‹ – zieht sich in dieser Saison als ein weiterer Schwerpunkt durch die Programme Robin Ticciatis. Es ist Musik eines Komponisten, der für Ticciatis eigene künstlerische Entwicklung von großer Bedeutung war. Auch in der Spielzeit 2020/2021 verfolgt Robin Ticciati Linien weiter, die ihn und das DSO in den letzten Jahren beschäftigten. Dazu gehört Hector Berlioz mit seiner ›Symphonie fantastique‹ und der Viola-Symphonie ›Harold en Italie‹, aber auch Anton Bruckner, dessen symphonisches Œuvre einen bedeutenden Teil der gemeinsamen Geschichte von Dirigent und Orchester ausmacht. Mit der Vierten gab Ticciati seinen Einstand in Berlin, nach der Sechsten, Siebten und Achten folgt nun die Neunte Symphonie. Die einstige Linie mit Werken von Johannes Brahms wirkt im ›Deutschen Requiem‹ und dem Ersten Klavierkonzert weiter. Auch die Gegenwartsmusik spielt weiterhin eine große Rolle: Die schottische Komponistin Helen Grime ist mit der Deutschen Erstaufführung ihres Schlagzeugkonzerts vertreten, ihr tschechischer Kollege Ondřej Adámek mit ›Shiny or Shy‹. Beide bereichern seit einigen Jahren immer wieder die Programme des DSO. Das Experiment der Orchesterimprovisation, das im letzten Jahr erstmals gelang, wird in der neuen Saison erneut gewagt.

Chefsache ist für Robin Ticciati auch das Engagement für den Nachwuchs, was die konzertante Aufführung von Benjamin Brittens Oper ›The Rape of Lucretia‹ im vergangenen Januar eindrucksvoll unter Beweis stellte. Seine Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Ferenc-Fricsay-Akademie und der Gesangsabteilung der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin wird im März mit der Kammeroper ›The Bear‹ von William Walton fortgesetzt. Zudem leitet der DSO-Chefdirigent im September erneut einen ›Symphonic Mob‹. 

Konzerte mit Gastdirigentinnen und -dirigenten 

Im November steht zum ersten Mal seit seinem DSO-Debüt im Rahmen der Reihe ›RIAS stellt vor‹ im Jahr 1977 Sir Simon Rattle, der ehemalige Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, wieder am Pult des Orchesters. Er dirigiert Mahlers ›Lied von der Erde‹ und – gemeinsam mit Robin Ticciati – Takemitsus ›Gémeaux‹ für Oboe, Posaune, zwei Orchester und zwei Dirigenten. Auf die großen Linien Ticciatis nehmen etliche Gastdirigenten in ihren Programmen Bezug. Jakub Hrůša und Tomáš Hanus greifen die Dvořák-Thematik aus der Vorsaison auf. Ingo Metzmacher erweitert das tschechische Spektrum um Bedřich Smetanas Zyklus ›Má vlast‹ (Mein Vaterland). Sir Roger Norrington setzt mit der Fünften seine verdienstvolle und erhellende Reihe der Symphonien Martinůs fort. Der französischen Spur des frühen 20. Jahrhunderts mit ihrem ausgeprägten Sinn für Klangfarben und Raffinesse folgen Yutaka Sado und Alain Altinoglu. Und auch andere langjährige Freunde kehren ans Pult des DSO zurück: Leonard Slatkin bezieht sich hintergründig auf den Jubilar Beethoven, James Conlon stellt Mahlers Siebte vor. Ton Koopman interpretiert Händel neben dessen Zeitgenossen, Simone Young setzt sich mit Brahms auseinander. Den Schlussakzent der Saison setzt Ehrendirigent Kent Nagano mit einem märchenhaften Sommerprogramm. Zu Freunden wurden auch Künstler, die jung beim DSO debütierten und regelmäßig zurückkehren, darunter Stéphane Denève und Santtu-Matias Rouvali. Vier Nachwuchskräfte treten erstmalig in Abonnementkonzerten auf: Marie Jacquot, die sich 2018 in der ›Debüt‹-Reihe nachdrücklich für weitere Engagements empfahl, Riccardo Minasi, der die Perspektive der historisch informierten Aufführungspraxis mitbringt, Klaus Mäkelä und Stanislav Kochanovsky. In der Reihe ›Debüt im Deutschlandfunk Kultur‹ geben zudem der Brite Alpesh Chauhan und die Schweiz-Australierin Elena Schwarz ihren DSO-Einstand. Die Silvester- und Neujahrskonzerte mit den Artisten des Circus Roncalli im Tempodrom leitet diesmal Fabien Gabel. Vokal- und Instrumentalsolistinnen und -solisten Die Saison 2020/2021 ist eine Saison der großen Sängerinnen und Sänger. Dazu gehören die Sopranistinnen Julie Fuchs, Christiane Karg, Anu Komsi, Kateřina Kněžíková, Sally Matthews, Dorothea Röschmann, Yeree Suh und Rachel Willis-Sørensen, die Mezzosopranistinnen Julie Boulianne, Karen Cargill, Magdalena Kožená, Michaela Schuster, die Altistin Jana Sýkorová, die Tenöre Simon O’Neill, Neal Cooper und Andrew Staples, die Baritone Matthias Goerne, Sir Simon Keenlyside und Thomas Lehman, die Baritonistin Lucia Lucas und der Bass John Relyea. Der Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila ist als Sprecher im Rahmen des Festivals für neue Musik ›Ultraschall Berlin‹ zu erleben. Zudem wird die bewährte Zusammenarbeit mit den geschätzten Chorpartnern in der ROC fortgesetzt: Der Rundfunkchor Berlin ist im ›Deutschen Requiem‹ von Johannes Brahms, beim ›Symphonic Mob‹ und in Händels ›Messias‹ im Rahmen eines rbbKultur-Kinderkonzerts zu erleben. Die Damen des RIAS Kammerchors Berlin übernehmen die Chorpartien im Konzertprojekt ›Im Kampf mit dem Teufel‹ im Rahmen der Biennale der Berliner Philharmoniker. Die Saison ist natürlich auch eine Spielzeit der großen Instrumentalsolistinnen und -solisten. Als Meister der Tasten kehren Pierre-Laurent Aimard, Richard Goode, Evgeny Kissin, Louis Lortie, das GrauSchumacher Piano Duo und Lars Vogt zum DSO zurück, Seong-Jin Cho, Alexander Gavrylyuk, Beatrice Rana und der Organist Thomas Ospital sind zum ersten Mal beim Orchester zu Gast. Eine hochkarätige Riege an der Violine präsentiert sich mit Isabelle Faust, Hilary Hahn, Alina Ibragimova, Vadim Gluzman, Sergej Krylov und Christian Tetzlaff. An der Viola zeigen Nils Mönkemeyer und Timothy Ridout, am Violoncello Séverine Ballon, Sol Gabetta, Alban Gerhardt, Tomáš Jamnik und Kian Soltani ihr Können. Mit seinem Instrument ist der Schlagzeuger Colin Currie ein spannender Gast. Als Solisten aus den Reihen des DSO sind überdies die neue Erste Konzertmeisterin Marina Grauman, Konzertmeister Wei Lu, der Erste Solo-Cellist Mischa Meyer, die Solo-Oboistin Viola Wilmsen und der Solo-Posaunist András Fejér zu hören. Der Oboist Mariano Esteban Barco, der Klarinettist Joë Christophe, der Geiger Timothy Chooi und der Cellist Friedrich Thiele geben zudem im Rahmen der ›Debüt‹-Reihe ihren Einstand beim DSO.

Weitere Konzertformate

Die Casual Concerts – das populäre offene, moderierte Konzertformat – sind längst ein Markenzeichen des DSO. Die drei Abende in der Philharmonie werden in der Saison 2020/2021 von Robin Ticciati, Ingo Metzmacher und James Conlon präsentiert. Sie klingen wie üblich in der Casual Concert Lounge mit Live Act und DJ aus. Den Auftakt und den Abschluss des Festivals ›Ultraschall Berlin‹ im Großen Sendesaal des rbb gestalten diesmal Karen Kamensek und Lothar Zagrosek. Ebenfalls im Haus des Rundfunks finden zu sechs Terminen die rbbKultur-Kinderkonzerte mit Open House ihre Fortsetzung.

Mit sieben Konzerten in der Villa Elisabeth und im Heimathafen Neukölln bleibt die Kammermusikreihe, die in diesem Jahr ihr 40. Jubiläum feiert, ihren akustisch wie atmosphärisch hervorragenden Spielstätten treu. Auch die ›Notturno‹-Konzerte, die in Kooperation mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in deren Räumlichkeiten stattfinden, werden an drei Abenden fortgesetzt. Die Ferenc-Fricsay-Akademisten des DSO präsentieren sich nicht nur in einem Kammerkonzert, sondern nach dem großen Erfolg in der vergangenen Saison unter der Leitung Robin Ticciatis erneut mit einer Opernaufführung in der szenischen Einrichtung von Andrea Tortosa Baquero. Die Solopartien in William Waltons Einakter ›The Bear‹ werden dabei ein weiteres Mal von Gesangsstudentinnen und -studenten der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin übernommen.

›Symphonic Mob‹ mit Robin Ticciati Berlins größtes Spontanorchester erfreut sich anhaltender Popularität: Rund 1300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern versammelten sich 2018 und 2019 zum gemeinsamen Musizieren in der Mall of Berlin. Am 19. September 2020 geht das DSO mit seinem Erfolgskonzept in die siebte Runde – mit dabei sind das gesamte Orchester, der Rundfunkchor Berlin, der Violinvirtuose Christian Tetzlaff sowie Hunderte von Laienmusikerinnen und -musikern. Die Leitung übernimmt erneut Chefdirigent Robin Ticciati. Wie in den vergangenen Jahren wird der ›Symphonic Mob‹ auch 2020 an weiteren Orten in Deutschland von lokalen Partnerorchestern in Kooperation mit dem DSO umgesetzt.

Gastspiele

Auch in der Spielzeit 2020/2021 ist das DSO über seine Konzerte in Berlin hinaus wieder im nationalen und internationalen Musikleben präsent. Im August, noch vor dem Berliner Spielzeitbeginn, gastieren das Orchester und sein Chefdirigent gemeinsam mit dem Geiger Christian Tetzlaff bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall in London. Im Oktober folgt dann eine einwöchige Deutschland- und Europatournee mit Stationen in Brüssel, Düsseldorf, Mannheim und Essen, in der Elbphilharmonie Hamburg und im Konzerthaus Wien. Begleitet werden das DSO und Robin Ticciati dabei von der Violinistin Hilary Hahn. Eine Schweiz-Tournee führt das Orchester und Ticciati mit der Geigerin Isabelle Faust im März nach Lugano, Bern, Luzern und Genf. Mit dem Berliner Programm zum Saisonabschluss, das Ehrendirigent Kent Nagano zusammen mit dem Pianisten Seong-Jin Cho gestaltet, geht das DSO im Juni 2021 ebenfalls auf Reisen und präsentiert es bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und im Rahmen des Kissinger Sommers.

Erfolgsbilanz und ein Ausblick in Zahlen 

Das DSO schreibt auch für das Konzertjahr 2019 seine positive wirtschaftliche Bilanz fort. Mit einer Auslastung von 84,4 % (2016: 86 %, 2017: 87 %, 2018: 86 %) und Karteneinnahmen in Höhe von 2,00 Millionen Euro (2016: 1,90 Mio., 2017: 1,95 Mio., 2018: 2,13 Mio.), bei insgesamt 62 Berliner Eigenveranstaltungen (49 Symphonie- und 13 Kammerkonzerten) kann das DSO mit seinem Chefdirigenten Robin Ticciati die hervorragende Entwicklung anhand dieser Erfolgsindikatoren eindrücklich belegen.

In der Saison 2020/2021 gibt das DSO 73 Konzerte: 60 in Berlin, davon 32 Symphoniekonzerte, drei Casual Concerts und zwei Konzerte der Reihe ›Debüt im Deutschlandfunk Kultur‹ in der Philharmonie, zwei Silvesterkonzerte und ein Neujahrskonzert im Tempodrom, zwei Konzerte im Rahmen des ›Ultraschall Berlin‹-Festivals, sechs rbbKultur-Kinder-konzerte im Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks, zehn Kammerkonzerte und zwei Sonderprojekte an unterschiedlichen Spielstätten. Darüber hinaus führen 13 Gastspiele das Orchester in bedeutende Konzertsäle Europas.

Der Abonnementverkauf für die Saison 2020/2021 beginnt am 17. April 2020, der Einzelkartenverkauf am 15. Juli 2020.
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