Mittwoch, 20. Juni 2018


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Kardinal Marx: Sichtbare Einheit als Ziel

Ökumenisches Internetprojekt "2017 gemeinsam unterwegs" thematisiert Unterschiedlichkeit der Kirchen

Hannover, (lifePR) - Im Rahmen des ökumenischen Internetprojekts "2017 gemeinsam unterwegs" hat der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München), zur Überwindung der kirchlichen Trennungen aufgerufen. "Für die katholische Kirche besteht das Ziel in einer sichtbaren Einheit." Diese bestehe aber weder in einer uniformen Einheitlichkeit noch in der Beliebigkeit, alle Unterschiede nebeneinander bestehen zu lassen. "Diese Spannung zwischen Vielfalt und Einheit gilt es miteinander auszuloten, denn Vielfalt ist auch eine Chance", so Marx. Entscheidend sei, dass die Kirchen in Liebe und Geduld einander verbunden blieben und das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlören. "Die Fortschritte, die wir erzielt haben, machen mir Hoffnung, dass es uns gelingt, das Gedenkjahr 2017 gemeinsam als ein Christusfest zu begehen. Wenn wir Jesus Christus und seine Botschaft in die Mitte stellen, dann kommen wir nicht nur ihm, sondern auch einander näher."

In einem zweiten Beitrag für das Projekt "2017 gemeinsam unterwegs" spricht sich Thomas von Mitschke-Collande, Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, für eine größere Authentizität kirchlicher Amtsträger aus. Die katholische Kirche betone eher zentrale Deutungskompetenzen, die lutherische Kirche dagegen eher partizipative Strukturen, die zur Identifikation einlüden. Für die Glaubwürdigkeit der Kirchen sei in beiden Fällen "nicht so sehr die Kompetenz des Amtes, sondern die Authentizität und das Charisma des Amtsinhabers" entscheidend. Heute überzeuge nicht mehr das Argument der Macht, sondern die Macht der Argumente und die Authentizität der Person. Ein Pfarrer oder Priester müsse "ein authentischer Nachfolger des Wanderpredigers aus Palästina" sein. Dies lebe auch Papst Franziskus überzeugend vor. "Eifern wir alle, die mit einer Leitungsfunktion betraut sind, dieser Haltung nach, rückt das unterschiedliche Amtsverständnis als kirchentrennendes Element in den Hintergrund."

Das Internetprojekt "2017 gemeinsam unterwegs" basiert auf dem ökumenischen Dialog-Dokument "Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017", das online gelesen, kommentiert und anhand einer wöchentlich wechselnden Fragestellung diskutiert werden kann. Ziel des Projekts "2017 gemeinsam unterwegs" ist es, den Dialog-Text in Deutschland bekannt zu machen und eine Diskussionsplattform für Fragen der Ökumene bereitzustellen. Das Projekt wird vom Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes und vom Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn getragen.

Deutsches Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB)

Das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) vertritt die elf deutschen Mitgliedskirchen im Lutherischen Weltbund (LWB). Neben den sieben Gliedkirchen der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) - Bayern, Braunschweig, Hannover, Mitteldeutschland, Norddeutschland, Sachsen und Schaumburg-Lippe - gehören zum DNK/LWB: die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg, die Evangelische Landeskirche in Württemberg und die Lutherische Klasse der Lippischen Landeskirche. Das DNK/LWB vertritt ca. 12,1 Millionen Gemeindeglieder. Vorsitzender des DNK/LWB ist der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin). Die Geschäftsstelle des DNK/LWB in Hannover leitet Oberkirchenrat Norbert Denecke. Der Lutherische Weltbund umfasst über 72 Millionen Gläubige in weltweit 142 Mitgliedskirchen aus 79 Ländern.


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