Montag, 25. September 2017


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IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten: Annähernd zwei Drittel der Geflüchteten haben einen Schulabschluss

Berlin, (lifePR) - Unter erwachsenen Geflüchteten, die vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Januar 2016 nach Deutschland eingereist sind, hatten eigenen Angaben zufolge 64 Prozent bei Ankunft einen Schulabschluss, 20 Prozent davon einen Hochschul- oder beruflichen Bildungsabschluss. Einen Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben fast 40 Prozent der befragten Flüchtlinge besucht. So lauten die zentralen Ergebnisse der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten, die Forscherinnen und Forscher des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), des Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) und des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) gemeinsam erstellt haben.

Die Studie stützt sich auf eine repräsentative Längsschnittbefragung von 4.816 erwachsenen Geflüchteten. Neben dem Bildungsstand zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland waren unter anderem auch Bildungsaspirationen, Sprachkenntnisse sowie die Teilnahme an Integrationskursen Thema der Untersuchung. Finanziert wird die Studie überwiegend vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und aus dem Forschungsetat des IAB.

Hoher Qualifizierungsbedarf in der beruflichen Bildung

Der Studie zufolge haben 40 Prozent der erwachsenen Geflüchteten, die zwischen 2013 und Januar 2016 nach Deutschland eingereist sind, eine weiterführende Schule besucht, 35 Prozent haben einen entsprechenden Schulabschluss erworben. Rund elf Prozent der Geflüchteten, Männer wie Frauen, verfügen lediglich über Bildung auf Grundschulniveau und weitere elf Prozent gaben an, in ihrem Heimatland keine Schule besucht zu haben.

Eine Berufs- oder Hochschulausbildung hat nur ein kleiner Teil der Geflüchteten: Zwölf Prozent haben ein (Fachhochschul)-Studium abgeschlossen und acht Prozent eine Berufsausbildung. „Es besteht also noch erheblicher Qualifizierungsbedarf“, sagt SOEP-Direktor Jürgen Schupp, einer der Autoren und Herausgeber der Studie. Dies ist offenbar auch den Geflüchteten bewusst: Knapp die Hälfte ist daran interessiert, einen Schulabschluss in Deutschland zu machen. Deutlich mehr, nämlich zwei Drittel, streben einen beruflichen Abschluss an und gut ein Drittel der Befragten strebt einen akademischen Abschluss an.

Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen

Bisher hat rund ein Drittel der befragten Geflüchteten mit einem im Ausland erlernten Beruf die Anerkennung der beruflichen Qualifikationen beantragt. Rund die Hälfte derjenigen, die einen Antrag auf Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikation gestellt haben, hat auch bereits eine Rückmeldung erhalten, die in 95 Prozent der Fälle mindestens eine teilweise Anerkennung beinhaltet. Bei Syrerinnen und Syrern wurde nach der Statistik zu den bundesrechtlich geregelten Berufen in mehr als drei Viertel der Verfahren die volle Gleichwertigkeit festgestellt.

Jeder Fünfte spricht gut Deutsch

Etwa ein Fünftel aller Befragten gaben 2016 an, gut oder sehr gut Deutsch zu sprechen. Mehr als doppelt so viele berichten jedoch, dass sie nicht oder eher schlecht Deutsch sprechen. Ähnlich verhält es sich mit den englischen Sprachkenntnissen: 23 Prozent der Befragten geben an, dass sie gute oder sehr gute englische Sprachkenntnisse haben; mehr als die Hälfte (58 Prozent) geben an, dass sie kein Englisch sprechen. 40 Prozent der Befragten besitzen darüber hinaus Kenntnisse mindestens einer weiteren Sprache. Der Anteil an AnalphabetInnen ist mit acht Prozent relativ gering.

Mehr Männer als Frauen in Sprachkursen

Zum Zeitpunkt der Befragung im Jahr 2016 nahmen 39 Prozent der Geflüchteten an einem Integrationskurs des BAMF teil oder hatten ihn schon durchlaufen. Allerdings waren es weniger Frauen (31 Prozent) als Männer (42 Prozent). „Ein wesentlicher Grund dafür ist eine fehlende Kinderbetreuung“, sagt Herbert Brücker vom IAB in Nürnberg. „Unsere Studie zeigt, dass die Frauen häufiger an Kursen teilnehmen, wenn die Kinder zum Beispiel in eine Kita oder zur Schule gehen.“ Auch an anderen Sprachkursen nehmen mehr Männer (42 Prozent) als Frauen (33 Prozent) teil. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass höher gebildete Geflüchtete häufiger Sprachkurse besuchen als andere.

Studienkontext

In der Veröffentlichung werden erste Ergebnisse der Studie „Geflüchtete Familien“ (GeFam), einer Teilstudie der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten, präsentiert, die von Forscherinnen und Forschern des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) erarbeitet wurden. Die GeFam-Studie stützt sich auf eine Längsschnittbefragung von 4.816 erwachsenen Geflüchteten und ihren 5.717 Kindern. Finanziert wird die Studie überwiegend vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und aus dem Forschungsetat des IAB.

Die integrierten Forschungsdaten der Anfang 2016 gestarteten IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten sowie der GeFam-Studie werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im In- und Ausland über die Forschungsdatenzentren des SOEP und des IAB ab November 2017 bereitgestellt.

DIW Politikberatung kompakt 123

Projektseite: IAB-BAMF-SOEP-Befragung Geflüchteter in Deutschland

Projektseite: Geflüchtete Familien in Deutschland (GeFam)

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Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin)

Das DIW Berlin (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) ist seit 1925 eines der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland. Es erforscht wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Zusammenhänge in gesellschaftlich relevanten Themenfeldern und berät auf dieser Grundlage Politik und Gesellschaft. Das Institut ist national und international vernetzt, stellt weltweit genutzte Forschungsinfrastruktur bereit und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das DIW Berlin ist unabhängig und wird als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert.



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