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Pressemitteilung BoxID: 671550 (Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V.)
  • Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V.
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Bundestagswahl 2017: Energiepolitik und Klimaschutz - klare Konzepte und Entscheidungen nötig

DEN: "Parteien dürfen Klimapolitik nicht in die zweite Reihe stellen"

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Wenige Wochen vor der Wahl zum neuen Bundestag formuliert das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. seine Erwartungen an eine neue Bundesregierung. Dazu gehöre in erster Linie eine klare und entschlossene Energiepolitik, die zu mehr Klimaschutz führt, betont der Vorstand. In der kommenden Legislaturperiode entscheide sich auch Erfolg oder Misserfolg der Energiewende.

Dipl.-Ing. Hinderk Hillebrands, einer der beiden Vorsitzenden des DEN, stellt fest: „Der laufende Wahlkampf ist vor allem geprägt durch Themen wie Zuwanderung und soziale Gerechtigkeit. Auch Terrorismusbekämpfung und Wirtschaftspolitik spielen eine dominante Rolle. Energie- und Klimapolitik hingegen scheinen uns nicht ausreichend angesprochen zu werden. Dabei sind gerade sie für die Gestaltung unseres künftigen Lebens von zentraler Bedeutung.“

„Trotz mancher Initiativen und Bemühungen von Seiten bisher zuständiger Ministerien hat man den Eindruck, dass es bei Energieeffizienz und Klimazielen alles andere als rund läuft“, fügt der andere Vorsitzende des Netzwerks, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker, hinzu. „Deshalb hat das DEN eine Liste von Themen und Thesen zusammengestellt, die es aus seiner Sicht anzusprechen und abzuarbeiten gilt. Dabei legen wir Wert darauf, parteipolitisch neutral zu sein.“

Klimaschutz als Notwendigkeit erkennen und als Chance begreifen

Das DEN fordert, den Klimaschutz als dringende Notwendigkeit anzuerkennen, ihm politisch Priorität einzuräumen und entsprechend zu handeln. Landwirte machen bereits in unseren Breiten Erfahrungen mit zunehmend wärmeren Jahren und auch mit verstärkter Trockenheit. Aus anderen Erdteilen werden dramatische Veränderungen berichtet, die nicht zuletzt zu Migrationen führen, wie wir sie in den letzten Jahren besonders stark in Europa verzeichnen.

Das Energieberater-Netzwerk weist darauf hin, dass die Auswirkungen der Klimaveränderung bereits unmittelbar im Alltag der Menschen zu spüren sind und sie volkswirtschaftlich zu enormen Kosten führen. Das gelte für den Staat, aber auch für jeden Bürger. Steigende Versicherungsprämien sowie aufwendige und teure Schutzmaßnahmen gegen Unwetter und Hochwasser sind Beispiele für die Folgen der aktuellen Klimaveränderungen.

Klimaschutz ist also unabdingbar für eine vorsorgende Politik. Deshalb ist es so wichtig, die im Pariser Abkommen 2015 beschlossenen Klimaziele auch umzusetzen. Das DEN erwartet deshalb von den Parteien und von einer künftigen Bundesregierung Weichenstellungen, welche den raschen Ausbau der Erneuerbaren Energieträger und den Ausstieg aus der Kohleverstromung in den kommenden vier Jahren unterstützen, um den Ausstoß an Treibhausgasen zu senken. Vor allem muss die neue Regierung die bislang noch bei weitem nicht ausgenutzten Potentiale der sogenannten „Wärmewende“ aktivieren und abrufen. Die im deutschen Klimaschutzplan formulierten Pläne, die Energieeffizienz im Gebäudebereich überdurchschnittlich zu steigern, müssen endlich auch umgesetzt werden Ebenso gilt es, die erheblichen Effizienzreserven in Unternehmen, besonders in kleinen und mittelständischen, schnell zu heben.

Vordringlichste Aufgabe: ein Gebäudeenergiegesetz

Das DEN hält es für eine der dringlichsten Aufgaben in der neuen Legislaturperiode, endlich ein Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu verabschieden. Nach Jahren der Vorbereitungen und Verhandlungen war zu Jahresbeginn ein Kompromissentwurf am Widerstand der Union gescheitert. Ein GEG soll das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammenführen. Es soll ein Gestrüpp von Vorschriften und Gesetzen lichten, die nicht nur hinderlich für alle am Bau Beteiligten sind, sondern sich manchmal auch gegenseitig ausbremsen.

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk hat den Ministerien zur Entwicklung des abgelehnten Gesetzentwurfs eine Menge guter und praxisorientierter Vorschläge gemacht, welche Grundlage für ein neues Papier sein sollten. Sie reichen von einheitlichen Berechnungsverfahren bei der Ausstellung von Energieausweisen über einheitliche Normen im Bereich der Wirtschaftlichkeit bis hin zu einem eigenen Berufsbild für Energieberater.

Der bisherige Entwurf des GEG stellte die Wirtschaftlichkeit in den Fokus, ohne aber klare Randbedingungen zu definieren. Klimaschutz darf aber nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht gesehen werden. Neben klaren betriebswirtschaftlichen Randbedingungen für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit müssen nach Auffassung des DEN in einem neuen GEG alle klimaschutzrelevanten Aspekte berücksichtigt werden, auch etwa die Lebenszyklen von Gebäuden und die zu ihrer Errichtung oder Sanierung aufgewandte „graue Energie“. Von zentraler Bedeutung ist für das DEN eine verlässliche Regelung, die Vollzug und der Überwachung eines neuen Gesetzes sicherstellt. Hier gebe es bei der Kontrolle der bisherigen Vorschriften erhebliche Defizite.

Qualität der Energieberatung nur durch Neutralität und Kompetenz Die beiden DEN-Vorsitzenden Dannecker und Hillebrands sehen die Bedeutung von

Energieberaterinnen und Energieberatern in Zukunft steigen. Das habe auch mit einem geänderten Bewusstsein der Bürger zu tun, wenn es um Strom, Wärme und Energieeffizienz geht. Eigenheimbesitzer, Mieter, Unternehmen und Kommunen müssten sich jedoch auf die Kompetenz und die Unabhängigkeit der zu Rate gezogenen Fachleute auch verlassen können. Deshalb trete das Deutsche Energieberater-Netzwerk nachdrücklich für ein eigenes Berufsbild des Energieberaters und der Energieberaterin ein.

Hillebrands und Dannecker zufolge ist es besonders Aufgabe der Politik, vorausschauend die auch von Deutschland akzeptierten internationalen Klimaziele und die sich daraus ergebenden energiepolitischen Umsetzungen wieder in den Fokus zu rücken: „Parteien dürfen die Klimapolitik nicht in die zweite Reihe stellen!“ Bei der Entwicklung der Erneuerbaren Energien scheine Deutschland dem aktuellen Monitoringbericht der Bundesregierung zufolge zwar auf gutem Weg zu sein. In anderen Bereichen wie Verkehr oder Energieeffizienz aber, namentlich im Gebäudebereich, stünden die Ampeln auf gelb oder gar auf rot. Das müsse sich in der neuen Legislaturperiode ändern: „Wir werden die Klimaziele nicht erreichen, wenn wir so weitermachen wie bisher“, so die beiden DEN-Vorsitzenden.

Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V.

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. ist ein Zusammenschluss von über 700 Ingenieuren, Architekten und Technikern. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame Arbeitsgebiet der Beratungs- und Planungsleistungen zur effizienten Energienutzung und Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand, der Wohnungswirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie für Kommunen. Ihre Beratung erbringen sie neutral und unabhängig.